Erkrankungen im Herbst

Erste Erkältungswelle ist Herausforderung für Kitas im MK 

Herausforderung im Kindergarten.
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Herausforderung im Kindergarten.

Die erste Erkältungswelle rollt, sie hat auch die Kitas erreicht und stellt die Teams vor eine Herausforderung. Denn durch die Corona-Pandemie bekommen Schnupfnasen eine andere Bedeutung. Schon bei den ersten Anzeichen einer Erkrankung sollen Kinder zuhause bleiben, doch das ist für Eltern nicht immer so leicht.

Schalksmühle – Die Erkältungswelle rollt – viele haben den Eindruck, dass sie früher und heftiger hereingebrochen ist, als es sonst im Herbst der Fall ist. Gerade Eltern mit Nachwuchs im Kindergartenalter stellt dies im Corona-Zeiten mitunter vor große Herausforderungen: Zwar wurden die Krankheitstage, die Eltern sich nehmen können, um kranke Kinder zu Hause zu betreuen, in diesem Jahr von zehn auf 20 pro Elternteil verdoppelt, aber mit Beginn des dritten Quartals sind viele davon doch bereits aufgebraucht.

Das trägt dem Umstand Rechnung, dass Familien angehalten sind, ihre Kinder möglichst schon bei den ersten Anzeichen einer Erkrankung zuhause zu lassen. Aber in der Praxis ist das kaum möglich – das bestätigt sich auch bei einer Umfrage in den Schalksmühler Kindertageseinrichtungen. In allen sieben Kitas der Volmegemeinde hat sich die erste Erkältungswelle des Herbstes demnach schon bemerkbar gemacht – bei Kindern und Erziehern.

Schnupfnase in Corona-Zeiten

Anja Wolf, bei der Gemeinde Schalksmühle für die beiden Kitas in kommunaler Trägerschaft zuständig, weiß, dass viele Eltern einfach keine Betreuungsmöglichkeit haben, und ihre Kinder durchaus auch mal mit einer Schnupfnase in die Kita schicken. Die Kita-Zeiten seien ja auch entsprechend gebucht und würden bezahlt. Aber wenn dann andere Kinder oder gar Erzieher sich anstecken, wird es halt kompliziert, weil unter Umständen Betreuungszeiten gar nicht gewährleistet werden können. „Die Katze beißt sich in den Schwanz“, sagt Anja Wolf.

In der evangelischen Kita in Heedfeld hatte Leiterin Maike Harnisch kürzlich dass Problem, dass sich das komplette Betreuungsteam einer Gruppe gleichzeitig krankmelden musste. Das seien dann schon Herausforderungen, mit denen man zu kämpfen habe. Das bestätigt auch Stefan Danielzik, zweiter Vorsitzender des Trägervereins der Kita Junges Gemüse. Aus Sicht des Kindergartenvaters sagt er aber auch: „Wir finden immer gemeinsam mit den Erziehern eine Lösung.“ Und so halten es auch die anderen Kitas – man baut auf das gegenseitige Verständnis.

Kita-Kinder sind häufiger krank

Marion Wehner, Leiterin der DRK-Kinderwelt am Mathagen und am Löh, betont aber auch, dass es nichts völlig Neues ist, dass sowohl Kinder im ersten Kindergartenjahr als auch Erzieher, die am Berufsanfang gerade mit der praktischen Arbeit begonnen haben, häufiger krank seien. Das ist eine Erfahrung aus vielen Berufsjahren, und ihr selbst sei es nicht anders gegangen. „Ich bereite unsere Eltern immer darauf vor.“ Das Immunsystem müsse sich ja erst an die Kontakte mit den vielen anderen Kindern gewöhnen und dadurch abhärten. Das bestätigen auch alle anderen Leitungen.

Charlotte Neuhaus von der Awo-Kita in Stallhaus ergänzt, dass sich in diesem Jahr zusätzlich bei den ganz kleinen bemerkbar mache, dass es in den vergangenen Monaten kaum Krabbelgruppen oder Pekip-Kurse gegeben hat, in denen es dann schon die ersten gegenseitigen Ansteckungen gegeben haben könnte.

Auch wenn kranke Kinder – manchmal fühlen die sich auch erst im Lauf des Tages schlecht – und der krankheitsbedingte Ausfall von Erzieherinnen zum Alltag gehören, fällt es in allen Kitas auf, dass derzeit Erkältungskrankheiten bei vielen deutlich länger andauern, als man es gewohnt sei.

Das legt zumindest die Überlegung nahe, dass Maskenpflicht und Kontaktsperren, die ja nicht nur vor dem Coronavirus, sondern auch vor allen anderen Krankheitserregern schützen, möglicherweise dazu geführt haben, dass die Immunsysteme auch bei Erwachsenen nicht mehr so trainiert sind, wie in pandemiefreien Zeiten.

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