Theaterwerkstatt probt für „Die 12 Geschworenen“

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Das Ensemble der Theaterwerkstatt Schalksmühle mit Reinhard Meyer (rechts), der nach dem Tod von Ingrid Kämper die Regiearbeit für das Stück „Die 12 Geschworenen“ übernommen hat.

Schalksmühle  - Hitzige Wortgefechte, die über Leben und Tod eines Angeklagten entscheiden: Am 20. Februar feiert das Stück "Die 12 Geschworenen" der Schalksmühler Theaterwerkstatt Premiere.

Sie sind auf engstem Raum eingeschlossen, um über Schuld und Unschuld eines Angeklagten zu beraten. Der Vorwurf wiegt schwer: Mord am eigenen Vater. Im Falle eines Schuldspruchs droht dem 19-jährigen Angeklagten die Hinrichtung. Einzig den Geschworenen Nummer 8 – im bekannten Spielfilm von Sidney Lumet (Regie) aus dem Jahr 1957 von Henry Fonda und in der Fassung der Theaterwerkstatt Schalksmühle von Claudia Baumann dargestellt – beschleichen Zweifel.

Ein nervenaufreibender Kleinkrieg beginnt, denn das Urteil muss einstimmig ausfallen – so verlangt es das Gesetz. Mit „Die 12 Geschworenen“ von Reginald Rose bringt die Theaterwerkstatt ein Stück zur Aufführung, das seine Aufmerksamkeit wie kein zweites auf gruppendynamische Prozesse fokussiert. Premiere des dichten, intensiven Kammerspiels ist am Samstag, 20. Februar, ab 18 Uhr im Forum der Grundschule Spormecke. Theatergänger können das Stück auch an den beiden nachfolgenden Sonntagen, 21. und 28. Februar, jeweils ab 17 Uhr erleben.

Ausgewählt hat das Stück Ingrid Kämper, langjährige Regisseurin der Theaterwerkstatt, die im Oktober vergangenen Jahres verstarb. Vollenden und zur Aufführung bringen konnte sie das ihr wichtige Stück nicht mehr. Wie berichtet, sprang Reinhard Meyer, der lange Jahre bei den CVJM-„Bühnenmäusen“ auf dem Regiestuhl saß, für diese eine Inszenierung in die Bresche. Über das Ehepaar Uwe und Claudia Baumann entstand der Kontakt.

Dauerhaft die Nachfolge Ingrid Kämpers anzutreten, schafft Meyer zeitlich nicht, so dass hier weiterhin an einer Lösung gearbeitet wird. Weiterführen im Sinne von Ingrid Kämper möchten die Akteure die Theaterwerkstatt auf jeden Fall. Personell ist jedoch noch nicht entschieden, wer die Regiearbeit übernimmt.

Proben in neuen Räumlichkeiten in Spormecke

Schwierig war es für die Gruppe, sich auf die neuen Räumlichkeiten in der Grundschule Spormecke einzustellen. Bekanntlich fanden die Aufführungen samt Proben bislang im Pädagogischen Zentrum Löh, das wegen Umbaumaßnahmen derzeit nicht zur Verfügung steht, statt.

Seit November feilen die Akteure unter Reinhard Meyers Regie nun intensiv im Forum der Grundschule Spormecke an ihrem packenden Stück. Wie in der Vorlage, die leicht gekürzt wurde, tragen die Geschworenen keine Namen, sondern lediglich Nummern. Unsichere, aufbrausende, intellektuelle und oberflächliche Menschen, die ansonsten keinerlei Berührungspunkte miteinander haben, ringen um Schuld und Unschuld.

Den Obmann (Geschworener Nummer 1) mimt Felicitas von Biedersee. In aufgeheizter Atmosphäre – bedingt durch die Enge im Raum und das Eingeschlossensein – suchen Michael Lynker (Nummer 2), Sven Schneider (Nummer 3), Hendrik vom Heede (Nummer 4), Jan-Arne Heyrock (Nummer 5), Carsten Schmidt (Nummer 6), Uwe Baumann (Nummer 7), Claudia Baumann (Nummer 8), Dietmar Wilde (Nummer 9), Simone Thewes (Nummer 10), Andreas Stach (Nummer 11) und Michaela Half-Dicke (Nummer 12) nach der Wahrheit. Als Gerichtsdiener fungiert Markus Schwarz. Sven Schneider, der den „Kotzbrocken“ der Runde verkörpert, ist der hartnäckigste Schuldverfechter.

Viel Sprengstoff birgt das Stück der Theaterwerkstatt

Vorurteile und Rassismus werden laut. „Entscheidend ist, die verschiedenen Charaktere herauszuarbeiten“, so der Regisseur, den das Stück sehr gereizt hat. „Es gibt viele Parallelen zu heute.“

Karten für „Die 12 Geschworenen“ sind zum Preis von 12 Euro (ermäßigt 9 Euro/6 Euro) im Bürgerbüro der Gemeinde Schalksmühle, Rathausplatz 1, Rufnummer 0 23 55 / 84 0, erhältlich.

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