Verzögerungen wegen Gutachtenergebnis

Problem bei der Sanierung: Asbest in der Sporthalle Löh

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Die Sanierung der Sporthalle Löh ist dringend notwendig. Das wurde bereits bei einem Rundgang Anfang Februar deutlich. Nun gibt es Verzögerungen.

Schalksmühle - Am Montag kamen die Mitglieder des Hauptausschusses zusammen. Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Sanierung der Sporthalle Löh.

Abgesperrte Stuhlreihen, leere Plätze und begrenzte Wortbeiträge – es war ein ungewöhnliches Bild, das sich am Montagabend im Ratssaal bot: Per Zwei-Drittel-Mehrheit hatten sich die Mitglieder des Gemeinderates dafür ausgesprochen, in Zeiten der Corona-Pandemie einer Delegation an den Hauptausschuss zuzustimmen und so Dringlichkeitsentscheidungen möglich zu machen. Aber auch weitere aktuelle Themen standen auf der Tagesordnung des dezimierten Gremiums. Beispiel: die Sanierung der Sporthalle Löh. 

Die Sanierung ist dringend notwendig. Das wurde bereits bei einem Rundgang Anfang Februar deutlich.

Diese wird sich nicht nur verzögern, sondern auch mit erheblichen Mehrkosten verbunden sein, wie Fachbereichsleiter Ralf Bechtel dem Gremium erläuterte. Der Grund: Der Verwaltung liegt seit Ende April ein Schadstoffgutachten des Bestandes vor, das unter anderem eine Asbestproblematik im verwendeten Putz aufzeigt. 

Asbest im Putz verarbeitet

Ähnlich wie in den ehemaligen Gebäuden der jetzigen Primusschule sei vor allem in den Fluren sogenannter Buntsteinputz verwendet worden, in dessen Kleber Asbestfasern eingearbeitet wurden. „Für den normalen Aufenthalt ist dies gesundheitlich völlig unbedenklich“, betont Bechtel. „Problematisch wird es erst, wenn der Putz in irgendeiner Form bearbeitet wird“, verweist er darauf, dass alle Beteiligten darüber informiert sind, um ein mögliches Eingreifen in den Putz zu verhindern. 

Darüber hinaus, so erläuterte Bechtel weiter, seien die Rohrleitungen in den Decken mit Mineralfasern ummantelt, die sich bei einer Bearbeitung ebenfalls in der Luft verteilen und gesundheitsschädlich sein können. In beiden Fällen müssen die schadstoffbelasteten Materialien unter besonderen Schutzvorkehrungen und als groß angelegte Maßnahme ausgebaut und fachgerecht entsorgt werden. Letzteres gilt im Übrigen auch für die Hölzer in den Decken, die aufgrund ihres Anstrichs ebenfalls separat entsorgt werden müssen. 

Neues Gesamtkonzept wird nötig

Zur Erinnerung: Ursprünglich standen für die Sanierung der Sporthalle (unter anderem für die sanitären Anlagen) für dieses Jahr 350 000 Euro zur Verfügung. Zusätzlich war für 2020 eine Investition in Höhe von 100 000 Euro für die Errichtung einer Glasüberdachung vor dem Foyer eingeplant – als erster Schritt einer Komplettrenovierung des Foyers. Diese wurde jedoch im Rahmen der Haushaltssperren im Zuge der Corona-Pandemie zurückgestellt. Durch den nun nötigen Mehraufwand entstünden Mehrkosten in Höhe eines hohen fünfstelligen Betrages, schätzt Bechtel. 

Und: Die besonderen Umstände erforderten nun ein neues Gesamtkonzept – um sowohl die Kosten im Auge zu behalten als auch eine möglichst durchgängige Nutzung der Halle zu ermöglichen. Ein Planungsbüro soll nun damit beauftragt werden, nach einer entsprechenden architektonischen Bestandsaufnahme eben dieses Konzept zu entwickeln. Gibt der Fachausschuss anschließend grünes Licht, könnten die Arbeiten ausgeschrieben und vergeben werden. 

Kleinere, seperate Maßnahmen werden geprüft

Berücksichtigt werden soll dabei, das betonte am Montag auch das Gremium, inwieweit kleinere, separate Maßnahmen unabhängig von der Schadstoffsanierung noch in diesem Jahr stattfinden könnten – und vor allem sinnvoll sind. „Das müsste man im Einzelfall ermitteln“, verweist Bechtel beispielsweise auf die Sanierung der Duschen in den Umkleiden.

„Problematisch ist immer der Übergang zu den Fluren – da muss man eine sinnvolle Schnittstelle finden.“ Sobald das Konzept des Planungsbüros vorliegt, soll dies dem Fachausschuss vorgestellt werden. Bürgermeister Jörg Schönenberg: „Der muss dann tagen – im Zweifel als Dringlichkeitsentscheidung.“

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