Möglichkeiten zur Kooperation ausloten

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In der Kreuzkirche am Mathagen und der Christuskirche in Dahlerbrück (Foto) finden seit diesem Jahr keine Gottesdienste mehr statt. Nur zu besonderen Anlässen werden die Gotteshäuser noch genutzt.

Schalksmühle - Aufgrund der Entwicklung der Gemeindegliederzahlen sollen die Gemeinden im Evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg ausloten, wie sie untereinander besser zusammenarbeiten können. Das gilt auch für die beiden Schalksmühler Gemeinden.

Wie auch anderswo ist in der Gemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück die Zahl der Gemeindeglieder gesunken. 2005 waren es noch 3931, im Jahr 2011 zählte die Gemeinde noch 3469 Personen und in diesem Jahr 2955. Die Gemeinde Hülscheid-Heedfeld hatte in den vergangenen Jahren ebenfalls einen Rückgang zu verzeichnen. 2005 zählte sie 2357 Gemeindeglieder, 2011 waren es 2206, im Jahr 2018 betrug die Zahl 2013. 

Der Rückgang bei den Gemeindegliedern sei nur zum Teil auf Kirchenaustritte zurückzuführen, erklärt Klaus Majoress, Superintendent des Kirchenkreises. Diese machten nur ein Viertel bis ein Fünftel des Rückgangs aus. Der Rest sei eine Folge der demografischen Entwicklung, also dass es weniger Geburten als Sterbefälle gibt. Dieser Effekt werde sich sogar noch verstärken. 

Nicht genug Pfarrer-Nachwuchs 

„Wir sehen in den nächsten Jahren ein Problem auf uns zukommen“, sagt Majoress. Die Gemeindegliederzahlen sinken, wodurch auch das Kirchensteueraufkommen sinkt. Außerdem fehlt bei den Pfarrern ausreichend Nachwuchs. „Bis 2026 haben wir ein Drittel Pfarrer weniger, bis 2030 die Hälfte. Und ob wir Nachwuchs in dem Maße bekommen, ist auch fraglich“, sagt der Superintendent des Kirchenkreises. 

Das ist der Grund, warum sich die Gemeinden, genauer die Presbyterien, mit dem Thema Kooperationsräume auseinandersetzen sollen. „Es geht noch nicht um konkrete Fragen, sondern darum, dass sich die Leitungsgremien zusammentun unter dem Motto ,So können wir uns die Gemeinde in zehn Jahren vorstellen’.“ 

Die schon existierende Zusammenarbeit soll in einem auf zehn Jahre angelegten Prozess eine verbindliche Basis bekommen, die auch seitens des Kirchenkreises durch regelmäßige Treffen begleitet wird, erklärt Majoress. Die Presbyterien sollen ins Gespräch kommen – darüber, in welchen Gebieten sie ihre Schwerpunkte haben und welche Entwicklungen und Fragestellungen etwa aufgrund der Altersstruktur auf sie zukämen. Dabei solle sich auch herausstellen, welche Partner zusammenpassen und wo Zusammenarbeit möglich sei.

Zusammenarbeit auf verbindlicher Basis 

Das wird derzeit auch in Schalksmühle ausgelotet. Für die Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück sei es naheliegend, mit der Gemeinde Hülscheid-Heedfeld das Gespräch über Kooperationsmöglichkeiten zu suchen, sagt Pfarrer Torsten Beckmann. 

Eine Kooperation sei ebenfalls mit Rahmede und Oberrahmede denkbar, diese seien allerdings auch in Richtung Lüdenscheid orientiert. „Wir wollen mit Hülscheid-Heedfeld kooperieren und haben vor Kurzem eine gemeinsame Sitzung zum Kennenlernen gehabt“, sagt Beckmann. Man habe verabredet, sich zweimal im Jahr zu treffen, um zu gucken, wie man zusammenarbeiten und Synergieeffekte erzielen könnte. 

„Das ist auf einem guten Weg, da wir auch in der Vergangenheit schon gut zusammengearbeitet haben.“ Kooperation heißt, dass sich Beckmann und Pfarrerin Doris Korte aus Hülscheid-Heedfeld zum Beispiel in Urlaubszeiten gegenseitig vertreten könnten, sagt Beckmann. Es sei aber auch denkbar, künftig im Bereich der Jugendarbeit zusammenzuarbeiten. „Wenn man zum Beispiel die Überlegung hat, einen Jugendreferenten einzustellen, wäre da eine Kooperation sehr sinnvoll.“

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