Auch Vögel können gesund ernährt werden 

Vogelfutter ist nicht gleich Vogelfutter: Ein Schalksmühler erklärt, wie man richtig füttert

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Symbolbild

Schalksmühle - Karl-Heinz Olesch betreibt eine Vogelstation. Fertiges Futter aus dem Supermarkt landet bei ihm nicht im Einkaufswagen: „Wer in der Winterzeit Nahrung für Vögel hinstellen möchte, muss einige Dinge beachten.“

„Dieses 0-8-15-Futter gleicht einem Versuchsballon“, sagt der ehemalige Vorsitzende des Tierschutzvereins Halver-Schalksmühle. Grundvoraussetzung für eine Vogelfütterung sei die Kenntnis darüber, welche Vögel überhaupt im Umkreis leben. 

„Jede Art benötigt anderes Futter“, sagt er. Meisen und Buchfinken benötigen beispielsweise Waldvogelfutter, Drosseln sind Weichfresser und bekommen keine Körner und Rotkehlchen benötigen Insektenfutter. „Futter hinstellen, das nicht für die Vogelarten im Umkreis geeignet ist, macht keinen Sinn“, sagt Olesch. „Damit werden am Ende nur die Mäuse gefüttert.“ 

„Am Ende muss die Qualität stimmen“

Olesch mischt das Futter für seine rund 20 Vogelarten selbst an. Die Zutaten und einige spezielle Mischungen bestellt er in großen Mengen im Loro Parque auf Teneriffa. „Am Ende muss die Qualität stimmen. Dafür mische ich am liebsten selbst“, sagt er. 

Dass das Futter gut ist, sehe er daran, dass die Tiere zum einen lange leben und zum anderen daran, dass Pärchen viele Junge bekommen. „Mein Paar Gouldamadinen hat 27 Junge bekommen.“ 

Er bedauert es daher sehr, dass viele diese kleine Vogelsorten in der Zoohandlung kaufen, um sie Zuhause im Käfig zu halten und sich nicht richtig informieren. „Weil diese Art bunt wie ein Papagei ist, kaufen Eltern diesen Vogel gerne für ihre Kinder. Und häufig sterben sie dann nach kurzer Zeit, obwohl sie viele Jahre leben könnten.“ 

Das liege hauptsächlich an falscher Fütterung oder Überfütterung. „Die Gewohnheiten eines Vogel sollten Halter kennen. Leider geht es den Menschen heutzutage hauptsächlich darum, etwas zu haben, was kein anderer hat.“ 

Futter darf nicht nass werden

Häufig könnten bei Problemen nichtmals Tierärzte helfen. Und auf Kleintiere spezialisierte Tierärzte gebe es nur sehr wenige. Olesch appelliert daher dazu, sich sachkundig zu machen. 

In seiner Vogelstation hat er neben heimischen Arten auch viele aus Afrika, Asien, Bali, Norwegen und Australien. Dafür hat er rund 20 verschiedene Sorten Basis- und Mineralfutter. Dazu kommen noch spezielle Mischunge für trächtige Tiere und Jungtiere sowie Aufzuchtmilch. 

Für das Füttern Zuhause gilt zunächst zu schauen, welche Vögel im Umkreis leben, um ihnen dann das passende Futter anbieten zu können. Wer nah am Wald wohnt, wird andere Vögel in der näheren Umgebung um sich haben als in Wohngebieten oder im Stadtzentrum. Auch bei der Fütterung muss darauf geachtet werden, dass das Futter bei der aktuell feuchten Wetterlage nicht nass wird, denn „das könnte zu Schimmel führen“, sagt Olesch. 

„Jeder Vogel sollte eine gesunde Ernährung erhalten“

Zudem sollte jeder beachten, dass nicht zu viel Futter angeboten wird. „Das Futter sollte immer dosiert sein.“ Auch für Vögel, die im Käfig gehalten werden, gibt Olesch zu bedenken, dass ein halber Teelöffel pro Tag reicht. „Futterspender führen nur zu einer Überfütterung und dazu, dass sich die Tiere ihre Lieblingskörner rauspicken und die Ballaststoffe nicht aufnehmen.“ 

Wer den Tieren etwas Gutes tun möchte, sollte sie artgerecht halten und füttern. Wer sich dabei nicht sicher ist, könne sich auch bei Karl-Heinz Olesch melden oder selbst gemischtes Futter bei ihm kaufen. „Jeder Vogel sollte eine gesunde Ernährung erhalten.“

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