Schalksmühle schrumpft – Bürgermeister sieht Gegenmittel

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Die Einwohnerzahl in Schalksmühle soll laut einer Statistik bis 2040 deutlich sinken. Es gibt aber Gegenmittel, sagt der Bürgermeister.

Schalksmühle - Schalksmühle schrumpft. Das geht es aus einer neuen Modellrechnung des Landesamtes Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) hervor. Bis zum Jahr 2040 rechnen die Experten mit einem Einwohnerrückgang in der Gemeinde von zwölf Prozent. Mit diesem Minus steht die Volme-Kommune allerdings nicht alleine im Märkischen Kreis da.

Die Statistiker haben ihre Berechnungen für alle Städte und Gemeinden des Landes angestellt. Es kam heraus, dass in insgesamt 254 Gemeinden Rückgänge zu erwarten sind. Die stärksten Verluste sollen demnach der Märkische Kreis (-12,6 Prozent), der Hochsauerlandkreis (-10,4 Prozent) und der Kreis Höxter (-9,3 Prozent) einstecken müssen. Zudem zeige die Vorausberechnung, dass die Bevölkerung in den Kreisen stärker altern wird als in den kreisfreien Städten. 

Für Schalksmühle wurde ein Rückgang der Einwohnerzahl von 10 388 (Stand 2018) auf 9137 im Jahr 2040 prognostiziert. Gerade die Gruppe der jüngeren Schalksmühler soll dem Zahlenwerk aus Düsseldorf zufolge stark schrumpfen. Bei den unter 19-Jährigen sollen sich die Verluste auf 5,4 Prozent und bei den 19- bis 65-Jährigen sogar auf 29,9 Prozent belaufen. Einzig die Gruppe der Menschen, die 65 Jahre oder älter sind, wird wachsen – um 31,5 Prozent.

Die Entwicklung der Einwohnerzahl Schalksmühles nach unterschiedlichen Altersgruppen.

„Laut dieser Zahlen sind wir nicht besser oder schlechter als andere Kommunen im Kreis“, kommentiert Schalksmühles Bürgermeister Jörg Schönenberg die Mitteilung von IT.NRW. Bei Modellrechnungen sei er generell erst einmal kritisch. „Diese Berechnungen gehen immer von unterschiedlichen Rahmenbedingungen aus, die sich im Laufe der Zeit ändern können.“ 

Schalksmühles Bürgermeister Jörg Schönenberg.

Der Verwaltungschef rechnet damit, dass die Verantwortlichen in den Kommunen an den Zahlen noch etwas drehen können. Mit Verlusten und dem Älterwerden der Bevölkerung müsse man rechnen. In Stein gemeißelt seien die Zahlen aber nicht, wie man an den steigenden Geburtenzahlen in der Gemeinde und den damit verbundenen gewachsenen Bedarf an Kindergartenplätzen sehe. „Das ist ein gutes Zeichen. Ich finde es mutig, bis 2040 verbindliche Prognosen zu machen. Wir haben die Möglichkeit, etwas zu bewegen. Wir, und damit meine ich alle Kommunen im Kreis, müssen uns gemeinsam den Herausforderungen stellen. Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken.“ 

Doch was können die Städte und Gemeinden tun, um gegen den Bevölkerungsschwund anzukämpfen? Für den Bürgermeister ist es erst einmal Fakt, dass die Menschen, die vom Land in die Großstadt ziehen wollen, dort auch Wohnraum und Arbeit finden müssen. Als Werkzeuge gegen das Einwohnerminus nennt Jörg Schönenberg vor allem die gute wirtschaftliche Lage Südwestfalens. „Unsere Arbeitsplätze sind ein Pfund“, sagt der Bürgermeister. Zudem sieht er in der Schaffung von attraktivem Wohnraum und Mobilität sowie in der Stärkung der Digitalisierung und im Ausbau von Freizeitmöglichkeiten und Bildungsstrukturen gute Gegenmittel. „Mit der Regionale 2025 haben wir gute Chancen. Damit könnten wir als Region auch etwas gewinnen“, findet Jörg Schönenberg.

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