Corona

Wer sich traut, kann sich trauen lassen - Wenige Hochzeiten finden in der Gemeinde statt

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Nur die wenigsten Schalksmühler wollen die coronabedingten Einschränkungen in Kauf nehmen und verschieben ihre Hochzeit.

Schalksmühle - Wer Trauringe verkauft, macht derzeit nicht viel Umsatz. Nur die wenigsten wollen die coronabedingten Einschränkungen in Kauf nehmen und den schönsten Tag des Lebens mit Schutzmaske und eingeschränktem Freundeskreis verbringen. Standesbeamtin Gundula Reuter musste deshalb auch einige Trauungen auf das kommende Jahr verlegen.

„Am Anfang durfte hier, wie auch in jedem anderen Standesamt, nur das Brautpaar mit dem Standesbeamten im Raum sein“, erinnert sie sich. Das wird mittlerweile zum Glück nicht mehr so stark eingeschränkt. „Unser Trauzimmer ist nicht so groß, deshalb dürfen hier sieben Personen plus Standesbeamter zusammenkommen. Ins Bauernhaus dürfen zwölf Personen plus Beamter.“ Während der Zeremonie dürfen auch die Masken in der Tasche bleiben. Das Trauzimmer im Schalksmühler Rathaus ist zudem mit einer Plexiglasscheibe ausgerüstet. „Was auffällt, ist, dass nach Beginn des Lockdowns die Paare einfach vorsichtiger geworden sind und sich gleich einen Termin für das nächste Jahr besorgt haben.“ Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Pandemie sei wahrscheinlich der Grund dafür, dass kaum Termine für dieses Jahr gemacht werden, mutmaßt Gundula Reuter. „Vielen ist das Risiko, alleine mit dem Standesbeamten da zu sitzen, wohl zu groß.“ 

Echte Absagen gab es nicht: „Es haben letztendlich zwei Paare den Termin aufs kommende Jahr verschoben. Zwei Paare sind zu einem größeren Standesamt gegangen, in das mehr Leute reinpassen, und ein Paar hat die Trauung vom Sommer in den Herbst verschoben. Anmeldungen für zeitnahe Trauungen sind ausgeblieben.“ Nachfragen würde es nach wie vor geben, doch „wann die Leute dann zur Trauung kommen werden, weiß man nicht“. Reuter weiter: „Gerade im Moment ist alles wieder unsicherer geworden. Ich denke, die warten alle noch ab und machen dann einen Termin für 2021.“ 

Seit März bis jetzt keine Trauungen

Auch in der Freien evangelischen Gemeinde muss Pastor Sebastian Göpfert keine Traureden halten. „Seit März bis jetzt hatten wir gar keine Trauung“, erklärt er. „Erst Anfang Oktober steht die nächste an. Doch es ist aktuell unsicher, was sich bis dahin noch entwickelt.“ Ein Konzept, wie zum Beispiel die Segnung des Paares unter Berücksichtigung der Schutzmaßnahmen aussehen soll, werde dann noch erstellt, sagt der Pastor. Die Zurückhaltung der Heiratswilligen kann er verstehen: „Viele Paare denken daran, dass die Hochzeit, so wie sie sich das vorgestellt haben, momentan nicht möglich ist. Und das macht natürlich unsicher.“ 

„In Schalksmühle hatten wir während der letzten Zeit keine Trauungen. In der akuten Zeit haben die Leute wohl erst einmal davon abgesehen“, sagt auch Pfarrer Torsten Beckmann von der Evangelischen Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück. „Ich selber habe erst im November wieder eine Trauung.“ In der Erlöserkirche können unter Einhaltung der Abstände zwischen den Besuchern und der Angabe der Kontaktdaten wieder halbwegs normale kirchliche Veranstaltungen stattfinden. Nur der Verzicht auf den gemeinsamen Gesang gilt immer noch. Und: „Beim Segnungsakt muss natürlich ein gewisser Abstand gewahrt werden. Ein buchstäbliches Handauflegen gibt es nicht, es ist mehr eine Segensgeste ohne Berührung.“ 

Die meisten Termine wurden auf das kommende Jahr verschoben

„Meine letzte Trauung hatte ich in diesem Jahr im Januar“, sagt Pfarrer Claus Optenhöfel von der Katholischen Kirchengemeinde Christus König. In Kürze steht nur eine weitere Trauung an: „Da ist ein Paar, das eigentlich in Hagen-Dahl wohnt, aber hierhin kommt, weil die Kirche größer ist und sie die Möglichkeit haben, mit einer größeren Zahl von Personen zu kommen.“ Die meisten Termine wurden auf das kommende Jahr verschoben. „Ich habe für das nächste Jahr schon viele Anfragen in der Pfarrei“, bestätigt er die Wahl des Heiratsdatums. 

Wer sich momentan in der Kirche trauen lassen möchte, erhält von der Pfarrei im Vorfeld einen Sitzplan. „Dort trägt das Brautpaar ein, wer wo sitzen soll, weil die ihre Verwandten natürlich kennen und wissen, welche Leute zu einem gemeinsamen Haushalt gehören.“ Dadurch, dass diese Besucher dann zusammensitzen können, finden mehr Menschen in der Kirche Platz. 

„Bis etwa 50 Personen bekommen so einen Platz in der Kirche“, sagt Optenhöfel. Masken müssen dank der eingehaltenen Abstände nur beim Betreten und Verlassen des Gotteshauses getragen werden. „Bei der Trauung selber sind alle körperlichen Berührungen wie bei einem Segen nicht möglich“, erklärt Pfarrer Optenhöfel. „Wenn sonst beim Segensgebet die Arme über dem Paar ausgebreitet werden, spreche ich jetzt erst den Segen und breite danach die Hände aus, spreche aber nicht dabei.“ Mit ein paar Einschränkungen ist das Heiraten also wieder in einem annähernd normalen Rahmen möglich. Wer sich traut, kann sich trauen lassen.

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