Geschenk zum 300. Geburtstag

Ein Zeichen der Hoffnung in Corona-Zeiten: Frauen pflanzen einen Baum

Landfrauen Heedfeld Baumpflanzung
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Die Landfrauen Schalksmühle-Heedfeld um Renate Fischer (links) und Karin Walter (Mitte) zeigten am Montag, wo in etwa der Apfelbaum an der evangelischen Kirche in Heedfeld gepflanzt werden soll. Der kleine Karl ist mit der Wahl des Platzes zufrieden. Baumpflanzung, Pflanzaktion

Jedes Jahr pflanzen sie einen Baum und das bereits seit 25 Jahren: die Landfrauen Schalksmühle-Heedfeld.

Heedfeld – An der Kirche musste es ein Apfelbaum sein: Im Rahmen seiner jährlichen Baumpflanzaktion beschenkte der Landfrauenverband Schalksmühle-Heedfeld die Evangelischen Kirchengemeinde Hülscheid-Heedfeld am Montag zum 300. Geburtstag der Heedfelder Kirche mit einem Apfelbaum.

In Anlehnung an Martin Luther und seinen berühmten Ausspruch „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“ soll die Pflanzung des Obstbaums an der Kirche ein Zeichen der Hoffnung in Pandemiezeiten setzen. Mut machen, trotz Einschränkung des sozialen Lebens, die vielen zu schaffen macht, nach vorne zu schauen und das Gemeinsame zu sehen, ist Ziel der Aktion.

Mittlerweile läuft die Baumpflanzaktion, die 1995 vom Deutschen Landfrauenverband als bundesweite Aktion zum Erntedank aus der Taufe gehoben wurde, seit 25 Jahren. Im Märkischen Kreis ist der Landfrauenverband Schalksmühle-Heedfeld der einzige Ortsverband, der die Tradition bis heute beibehalten hat.

Erntedank-Tradition in der Gemeinde

Wie Renate Fischer als Vorstandssprecherin erläutert, begann alles bei Christel Hegemann, die als Erste einen Obstbaum erhielt – einen Birnenbaum. Seither ist die Pflanzaktion, zu der sich die Frauen stets einen Tag nach dem Erntedankfest treffen, fester Bestandteil des örtlichen Landfrauenprogramms.

Neben dem Gedanken „Baum = Natur“ möchten die Frauen auch die Idee des Früchte tragenden Baumes in die Öffentlichkeit tragen. Aus diesem Grund haben sie sich ein Gedicht von Josef Butscher zum Leitwort erkoren. Darin heißt es: „Ein guter Baum wartet nicht, bis andere Frucht tragen, um sich erst dann für nutzbringendes Wachstum zu entscheiden; er denkt nicht darüber nach, was er alles in Gang setzen muss, um ertragreich zu sein, er fragt nicht, wie die Ernteergebnisse anderswo sind, um Vergleiche anzustellen, sondern er gedeiht und bringt gute Früchte, weil das seiner Eigenart und Bestimmung entspricht.“

Vielerorts haben die Landfrauen in den zurückliegenden 25 Jahren Bäume gepflanzt und ihr Anliegen öffentlich gemacht. An öffentlichen Gebäuden wie dem Kindergarten in Heedfeld oder dem Bauernhaus Wippekühl, in Gärten und auf Höfen sind fruchttragende Bäume gepflanzt worden. Neben Apfel- und Birnenbäumen haben die Frauen auch Pflaumen-, Mirabellen- und Süßkirschbäume in die Erde gesetzt. Jede Pflanzaktion stand unter einem besonderen Motto. „Landfrauen übernehmen Verantwortung für die Umwelt“, hieß es beispielsweise. Oder: „Das Leben im ländlichen Raum muss lebenswert bleiben – gegen das Bauernsterben.“ Mit einem Dankeschön an die Natur, Zuversicht auf dem Weg ins 21. Jahrhundert und vielem mehr verbanden die Landfrauen ihre Aktion.

Auszeichnung mit Urkunde

Anerkennung erhielten die Frauen 2005, als sie bei einem Aktionswettbewerb mitmachten und in der Sparte „Aktion mit kultureller Zielrichtung“ mit einer Urkunde ausgezeichnet wurden. Zur Wettbewerbsbewerbung gehörten damals neben der Pflanzaktion auch die Tanzaufführungen, mit denen die Landfrauen schon manchen Dorfabend der Hülscheider Schützen bereicherten. Einig sind sich die Landfrauen, dass die von allen Mitgliedern getragene Aktion das Zusammengehörigkeitsgefühl stärkt.

Coronabedingt entfiel in diesem Jahr allerdings der gemütliche Teil, der ansonsten stets zum Treffen gehört. „Das hat mit Kaffee und Kuchen angefangen, dann sind Würstchen und Kartoffelsalat dazugekommen“, erzählt Renate Fischer. „Der Baum musste ja begossen werden.“

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