„Die Kinder vom Bahnhof Zoo“

Ein Teil von Christiane F. im MK - Mann kauft Stiftung

Christiane F. Foundation, Rainer Biesinger, Stiftung, Schalksmühle
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Die neuen Gesellschafter und Geschäftsführer: Mit diesem Foto stellen sich Christian Hütt, Rainer Biesinger und Mathias Wald (von links) auf der Homepage der Christiane F. Foundation vor.

Ein Teil von Christiane F., eines der „Kinder vom Bahnhof Zoo“, befindet sich nun im Märkischen Kreis. Ein Mann ist am Kauf einer namhaften Stiftung beteiligt.

Schalksmühle – „Wir leben in einer Gesellschaft, die dem Rausch huldigt, den Süchtigen aber verachtet.“ Diese Worte stammen von Christiane Felscherinow, besser bekannt als Christiane F., eines der „Kinder vom Bahnhof Zoo“, die Ende der 70er-Jahre durch das gleichnamige Buch und den dazugehörigen Film als drogenabhängige Jugendliche weltbekannt wurden. Ein Teil von Christiane F. ist jetzt auch in Schalksmühle präsent.

Schalksmühler beteiligt sich an Stiftungskauf

Die Autorin Sonja Vukovic und der Verleger Jörg Schäffer gründeten 2014 mit Zustimmung von Christiane F., die allerdings selbst nicht mehr in der Öffentlichkeit auftritt, die Christiane F. Foundation (CFF), mit Geldern aus der Veröffentlichung der Autobiografie. Nachdem sich die Stiftung aus unterschiedlichen Gründen einige Jahre lang im Ruhezustand befand und lediglich kommissarisch geführt wurde, nimmt sie nun unter einem neuen Leitungsteam ihre Arbeit wieder auf. Und dazu gehört auch der Schalksmühler Autor und Persönlichkeitstrainer Rainer Biesinger.

Den Kauf besiegeln: Rainer Biesinger bei der Vertragsunterzeichnung.

Er betreibt gemeinsam mit seinen beiden Kollegen Christian Hütt und Mathias Wald die Unternehmensgruppe „Offensiv-Hoch-3“, die die finanziellen Mittel für den Erwerb der Christiane F. Foundation aufgebracht hat – alle drei fungieren seit der Vertragsunterzeichnung im Beisein von Notar Michael Kranz am 12. April 2021 als Gesellschafter und Geschäftsführer der Foundation.

Persönliches Interesse verbindet die Männer

Die Männer verbindet ein persönliches Interesse an den Zielen der Stiftung, denn alle blicken auf eine Sucht-Vergangenheit mit Drogen und Rauschmitteln zurück. „Unsere Herzensangelegenheit und Berufung steht deutlich im Zeichen einer zeitgemäßen, unabhängigen und ehrlichen Suchtprävention“, erklärt Rainer Biesinger.

Er war der Hauptideengeber für den Erwerb der Stiftung, die zuletzt für einige Zeit kommissarisch von Mathias Wald geleitet wurde. Wie auch seine Kollegen hat sich Biesinger, der mit seiner Lebensgefährtin Bärbel Römer das Seminarhaus in Dahlerbrück betreibt, unter anderem als Persönlichkeits- und Präventionstrainer, Medienmacher, Suchttherapeut, Sach- und Fachbuchautor, Master der kognitiven Neurowissenschaften sowie Vortragsredner und Ausbilder an unterschiedlichen Instituten und Akademien einen Namen gemacht. Alle drei betreiben ihre eigenen Seminarhäuser in Schalksmühle, Fulda und Essen.

Es ist eine zeitgemäße, niederschwellige und unabhängige Präventionsarbeit ohne erhobenen Zeigefinger auf Augenhöhe zu leisten.

Rainer Biesinger

Die Christiane F. Foundation hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Phänomen der Sucht verständlich zu machen, ihre Ursachen zu hinterfragen und zu vermitteln sowie präventiv zu arbeiten. Ferner versteht sie sich als Schnittstelle zwischen Forschung, Politik und Gesellschaft. „In den letzten Wochen und Monaten haben wir uns bereits zusammengesetzt und Projekte erarbeitet, die wir unter dem Dach der Stiftung verwirklichen wollen“, so Biesinger.

Ein Fachbuch als ein Ziel

Das Trio wird ein Fachbuch zum Thema „Sucht, Persönlichkeit und Drogen“ erarbeiten. „Mit führenden Anthropologen, Historikern, Soziologen, Suchtforschern, Neurowissenschaftlern und Experten für Strafrecht wird die Christiane F. Foundation damit ein Standardwerk zum Thema ,Suchtprävention ist Persönlichkeitsentwicklung’ herausgeben, das gleichzeitig die inhaltliche Basis unserer zukünftigen Arbeit abbilden wird“, meint Rainer Biesinger.

Sie haben es getan: Christian Hütt, Notar Michael Kranz, Mathias Wald und Rainer Biesinger (von links) haben die Foundation gekauft.

Die Schaffung neuer Medienformate zum Zwecke der Aufklärung und Debatte, die bewirken soll, dass wissenschaftliche Erkenntnisse auch von der Politik akzeptiert und mehrheitsfähig werden sowie im Idealfall zu gesetzlichen Änderungen führen, stellt die zweite große Herausforderung für die CFF in der Zukunft dar.

Weitere Projekte sind die Durchführung von Workshops, Seminaren und Vorträgen, die speziell auf Schulen und Familien ausgerichtet sind, sowie die Förderung von Kunst und Kreativität. „Kreatives Denken ist der Ursprung von Fortschritt und Entwicklung sowie ein wichtiges Instrument, um sich selbst zu reflektieren und Geschehenes zu abstrahieren“, konkretisiert Biesinger. Somit stelle die Förderung der Kreativität auch ein wichtiges Instrument in der Suchtprävention und -bekämpfung dar, weil die Betroffenen durch ihre kreative Leistung Anerkennung erfahren.

Einfluss auf die deutsche Drogenpolitik

„Unterm Strich ist es unser Ziel, mit der Christiane F. Foundation eine zeitgemäße, niederschwellige und unabhängige Präventionsarbeit ohne erhobenen Zeigefinger auf Augenhöhe zu leisten“, fasst Biesinger zusammen und betont, dass damit auch Einfluss auf die festgefahrene deutsche Drogenpolitik genommen werden soll. „Die hat sich nämlich seit 40 Jahren kaum einen Millimeter weiter entwickelt, die Konsumenten und das Angebot allerdings schon“, stellt der Schalksmühler Coach klar. Unter der Leitung des Trios wird die Stiftung mit Sitz in Schalksmühle zukünftig, ganz im Sinne von Christiane Felscherinow, eine breite gesellschaftliche Debatte über das Thema „Sucht und Drogen“ führen und dabei neue und wichtige Lösungsansätze finden.

Wer die Christiane F. Foundation unterstützen möchte, kann dies über folgendes Spendenkonto tun: IBAN: DE 17 4306 0967 1158 3555 00, BIC: GENODEM1GLS. Weitere Infos gibt es unter www.f-foundation.org.

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