"Wir sind eine große Bürgerbusfamilie"

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Harry Haböck ist seit 30 Jahren Vorsitzender des Bürgerbusvereins.

Schalksmühle - Für das Projekt „Bürgerbus“ begeisterte ihn 1988 Conny Mühlen, Schalksmühles damaliger Bürgermeister. „Die MVG hat die kleinen Ortschaften immer weniger bedient“, erzählt Harry Haböck, der seit nunmehr 30 Jahren 1. Vorsitzender des Bürgerbus-Vereins ist, über die Anfänge. Bis heute schließt der Bürgerbus diese Lücke.

Für die Idee, auf Strecken, die für den öffentlichen Nahverkehr nicht wirtschaftlich sind, einen Bürgerbus mit ehrenamtlichen Fahrern nach dem Prinzip „Bürger fahren für Bürger“ einzusetzen, konnte sich der Wahl-Schalksmühler schnell erwärmen – und sagte zu, als Mühlen ihn zum Mitmachen überredete. „Wir waren der erste Bürgerbus in Südwestfalen und der vierte im Land“, erinnert er sich. „Mittlerweile gibt es allein zwölf Vereine im Märkischen Kreis und über 150 Bürgerbus-Vereine in Nordrhein-Westfalen.“ Georg Pütz, Geschäftsführer und Kassierer, und Werner Wroblewski – einige Jahre 2. Vorsitzender und Fahrer – sind wie Harry Haböck vom ersten Tag an dabei. Vom Land wurde der Bürgerbus Schalksmühle damals als Pilotprojekt gefördert. Durch die Presse, Mund-zu-Mund-Propaganda und die vielen Kontakte, die Conny Mühlen als Bürgermeister hatte, waren die Fahrer, die es zur Aufnahme des Fahrbetriebs brauchte, rasch gefunden. Bei Vorgesprächen im Verkehrsministerium („Es gab ja noch keinen Dachverband“), Gesprächen mit der Gemeinde und der Märkischen Verkehrsgesellschaft als betreuendem Verkehrsunternehmen war der im schleswig-holsteinischen Marne geborene und in Hagen aufgewachsene Polizeibeamte stets dabei.

Wie er erzählt, war die Zusammenarbeit mit der MVG von Anfang an überaus fruchtbar und konstruktiv. „Die Zusammenarbeit mit der MVG klappt super“, lobt er. „Wir sind von Anfang an sehr nett empfangen worden.“ Ähnlich reibungslos verläuft die Zusammenarbeit mit der Gemeinde. „Wir haben immer Unterstützung von der Gemeinde bekommen.“ Würde der Bürgerbus Verluste einfahren, müsste die Gemeinde einspringen. „Das war bisher aber noch nie notwendig. Wir arbeiten kostendeckend. Das ist bisher immer gelungen.“

Bürgermeister Jörg Schönenberg sitzt als Fahrer selbst regelmäßig am Steuer des Bürgerbusses. Einen Verein zu führen, musste Harry Haböck – bei Vereinsgründung 36 Jahre alt und als Polizist an Schichtdienst gebunden – erst einmal lernen. „Ich musste mich erst einmal informieren, wie man einen Verein führt“, erzählt er schmunzelnd. Ehefrau Marlis hielt ihm von Anfang an bei seinem ehrenamtlichen Engagement den Rücken frei. „Sonst wäre das nicht möglich gewesen.“

Voll des Lobes ist Harry Haböck, der seit mehr als 40 Jahren am Flaßkamp wohnt, auch für das Bürgerbus-Team und seine Vorstandskollegen. „Der Zusammenhalt ist gut. Wir sind eine große Bürgerbusfamilie.“ Was die Routen angeht, die der Bürgerbus fährt, hat sich seit den Anfangstagen nicht viel geändert. „Anfangs sind wir sogar bis Rölvede gefahren“, erzählt Harry Haböck. „Aber weil kein Bedarf bestand, wurde die Route wieder eingestellt.“ Den Bedarf behält der Verein stets im Blick.

Ebenso lange wie für den Bürgerbus engagiert sich der Vater eines Sohnes, der gleichfalls Polizist geworden ist, in der Kommunalpolitik. Wieder fällt der Name Conny Mühlen, wenn er von seinem Eintritt in die UWG („Das macht richtig Spaß“) erzählt. „In den Fraktionssitzungen kracht es auch schon mal, aber es kracht schön.“ Seit 1991 gehört Haböck dem Rat an, seit 2009 arbeitet er im Kreistag mit.

Durch sein Amt als stellvertretender Bürgermeister ist sein ohnehin voller Terminkalender noch voller geworden.

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