Ehepaar betrügt

Haftstrafe für Ehepaar nach Möbelkauf - was haben sie getan?

+
Mehrfacher, gewerblicher Betrug wird zu Last gelegt.

Schalksmühle/Lüdenscheid - Ein Ehepaar kommt nach einem Möbelkauf ins Gefängnis. Das ist der Grund.

Als Bewohner eines Asylbewerberheimes in Schalksmühle hatte eine fünfköpfige Familie aus Serbien eine eher karge Einrichtung in ihrer Unterkunft. Dementsprechend verlockend erschien der Ehefrau nach eigenen Angaben das Angebot einiger Landsleute, das ihr gemacht wurde. 

Die hätten ihr in Aussicht gestellt, sagt die 39-Jährige auf der Anklagebank des Schöffengerichts im Amtsgericht Lüdenscheid, Möbel über ihr Telefon zu bestellen, die sie nicht bezahlen müsste. „Ich habe mich verleiten lassen. Ich war viel alleine und daher froh, dass ich zu Landsleuten gehen konnte. Sie haben gesagt, sie brauchen nur mein Handy. Ich habe mir nichts dabei gedacht“, gab die Frau an. 

Sieben Einkäufe mit falschen Personalien

Tatsächlich waren bei insgesamt sieben Gelegenheiten unter anderem ein Bett, Gardinen, Nachttische, Teppiche, ein Schrank und ein Spiegel im Gesamtwert von knapp 2700 Euro mit erfundenen Personalien bestellt und zur Angeklagten geliefert worden. Die Rechnungen der Gegenstände blieben offen. 

Mehrfacher, gewerblicher Betrug lautete daher der Vorwurf im Amtsgericht Lüdenscheid in dieser Woche. Neben der 39-Jährigen hatte auch ihr Noch-Ehemann im Saal Platz genommen. Die beiden hatten der Staatsanwaltschaft zufolge gemeinsame Sache gemacht. Das bestritt der Ehemann jedoch. Er habe sich zwar über die ganzen neuen Sachen gewundert, da seine Frau aber erklärt hatte, alles in Raten abzuzahlen. Weil sie eine Betreuerin hatte, sei er davon ausgegangen, dass alles seine Richtigkeit habe.

Beide werden verurteilt

Von den Asylanten, mit denen die Angeklagte den Deal abgeschlossen haben will, wisse er nichts. Die Noch-Ehefrau erklärte ebenfalls, der 29-Jährige habe nichts mit der Sache zu tun. Davon konnte sie das Gericht am Ende allerdings nicht überzeugen. Es verurteilte beide Angeklagten wegen gemeinschaftlich begangener Betrugstaten zu jeweils anderthalb Jahren Haft. 

Für Bewährungen sah das Gericht keinen Raum mehr. Die Frau brachte sechs und der Mann sieben Vorstrafen mit. Beide standen zur Tatzeit, 2016 bis 2017, unter laufenden Bewährungen. Der Umstand, dass sie Kinder hätten, könnte an der Entscheidung nichts ändern, so der Richter. Lediglich bezüglich der Teppiche gab es für beide einen Freispruch, da diese bei einer Wohnungsdurchsuchung nicht gefunden worden waren und die Frau erklärt hatte, die hätten die Asylanten für sich behalten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare