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Ehepaar aus dem MK wandert nach Peru aus      

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Von: Monika Salzmann

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Peru, Ehepaar Urban, Schalksmühle
Steffen und Katrin Urban werden Schalksmühle demnächst in Richtung Peru verlassen. © Salzmann, Jakob

Fünf Jahre haben sie darauf gewartet, jetzt geht der Wunsch in Erfüllung. Ein Ehepaar aus dem MK wandert nach Peru aus.

Schalksmühle – Peru war für das Ehepaar Steffen und Katrin Urban schon lange ein Sehnsuchtsort. Land und Leute lernten der gebürtige Lausitzer und seine aus dem Erzgebirge stammende Ehefrau, die in Schalksmühle zur Freien evangelischen Gemeinde (FeG) gehören, bereits in den 1990er-Jahren kennen und lieben, als beide im Amazonastiefland Perus auf einer Missionsstation lebten und in ihren Berufen arbeiteten. Jetzt zieht es sie erneut in das drittgrößte südamerikanische Land – im Dienst des Kinderhilfswerks Lima, wo beide in naher Zukunft verantwortungsvolle Stellen antreten werden.

Am Sonntag, 7. November, sendete die FeG Schalksmühle ihre beiden Gemeindemitglieder in einem Gottesdienst aus. Mit der Aussendung verbunden war ein Lima-Basar, bei dem es kunstgewerbliche Sachen aus Peru und teils selbstgefertigte Deko-Artikel zu kaufen gab.

Derzeit sind die Urbans, die vier erwachsene Söhne haben, dabei, ihr Haus in der Waldesruh zu verkaufen und ihren Hausstand in Schalksmühle aufzulösen. Der fast 58-jährige Steffen Urban, der die letzten 21 Jahre in einem Chemiekonzern in Schwelm tätig war, wird in Lima als Repräsentant des Kinderhilfswerks tätig sein, Projekte koordinieren und eine Brückenfunktion nach Deutschland einnehmen. Seine Ehefrau Katrin, die zuletzt als Religionslehrerin an einer Schule in Wetter tätig war, steigt mit 57 Jahren in die Patenschaftsarbeit des Kinderhilfswerks ein. „Ich schaffe die Verbindung zwischen den deutschen und Schweizer Paten zu ihren peruanischen Patenkindern“, erklärt sie ihre künftige Aufgabe. Zu ihrer Arbeit gehört, die Kinder zu Hause in den Elendsvierteln zu besuchen.

Arbeit mit Kindern

Gemeinsam werden die Urbans Praktikanten und Jugendliche im Freiwilligen Sozialen Jahr begleiten. Das Kinderwerk unterstützt unter anderem zwei Schulen in den Slums von Lima mit etwa 2400 Kindern vom Kindergarten bis zur Berufsausbildung. Wie das Ehepaar erzählt, sind es „die Liebe zu den Peruanern“ und eine klare Wegweisung, die beide nach ihrem ersten missionarischen Peru-Aufenthalt von 1993 bis 1997 – damals im Dienst der Schweizer Indianer-Mission –erneut nach Südamerika zieht. Schon seit 2017 nutzten beide die Ferien dazu, zwei bis drei Wochen in Peru zu verbringen und vor Ort soziale Projekte zu unterstützen. Der von ihnen mitgegründete Verein unterstützt 240 Familien in zwei Elendsvierteln. Im Verein werden sich die Urbans auch weiterhin ehrenamtlich engagieren.

Mit den Jahren nahm der Wunsch, nach Peru zurückzukehren, immer konkretere Züge an. „Wir haben fünf Jahre gehofft, dass es einen Platz in Peru für uns gibt.“ Die Zeit des Wartens nutzten sie, um an der Akademie für Weltmission ein Fernstudium zu beginnen und sich weiterzubilden. „Wir haben fünf Jahre in der Erwartung gelebt, dass Türen aufgehen.“ Über ein Schweizer Stellenportal erfuhren sie dann von den beiden offenen Stellen.

Vier Söhne bleiben in Deutschland

Für ihre vier Söhne kommt der Schritt der Eltern nicht überraschend. „Sie haben damit gerechnet.“ Alle vier stehen mittlerweile auf eigenen Beinen. Auch der Jüngste hat seine Ausbildung abgeschlossen und eine eigene Wohnung bezogen. „Es passt jetzt alles.“

Das Kinderhilfswerk Lima kennen die Urbans bereits durch ein eigenes Patenkind: Paulo studiert mittlerweile. Als die beiden Wahl-Schalksmühler im Januar dieses Jahres von den offenen Stellen erfuhren, schrieben sie zunächst einen Brief an Imanuel Kögler, den Leiter des Kinderhilfswerks, um ihre Chancen auszuloten. Schon da merkten sie, dass die Chemie stimmt. Mittlerweile haben Steffen und Katrin Urban einen unbegrenzten Arbeitsvertrag.

Unmittelbar nach der Aussendung im FeG-Gottesdienst reiste Steffen Urban mit Theo Volland, dem neuen Missionsleiter des Kinderhilfswerks, nach Lima. Katrin Urban bricht Mitte November zum Abschiednehmen in die Lausitz, wohin auch Steffen Urban noch einmal kurz zurückkehrt, auf. „Die definitive Ausreise ist am 29. Dezember.“ Angedacht ist, alle zwei bis drei Jahre für Kurzbesuche nach Deutschland zurückzukehren.

Los geht es mit einem Spanischkurs

Erste Tätigkeit in Lima wird ein Spanisch-Auffrischungskurs sein. Die Grundlagen der Sprache erlernten die Urbans bereits bei ihrem früheren Aufenthalt. In Lima werden sie im Mitarbeiterhaus des Kinderhilfswerks eine Wohnung beziehen. Momentan sind Katrin und Steffen Urban dabei, einen Trägerkreis aufzubauen, um über ihre Arbeit zu informieren. Ihr selbst gewähltes Motto ist: „Vernetzen – Unterstützen – Begleiten durch Dienen“. Damit beschreiben sie das Ziel der Arbeit in einer christlichen Hilfsorganisation, die Kinder aus benachteiligten Verhältnissen in Südamerika „Chancen fürs Leben“ eröffnet.

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