Corona in Schalksmühle

Edeka und Co. im MK: Erste Kunden vergessen die Maske - aus Unwissenheit

Die Marktleiterin der Dahlerbrücker Edeka-Filiale Nicole Damm und ihr Kollege Nico Mehl können immer noch vereinzelt Kunden beobachten, die ohne Maske das Geschäft betreten. Die Mehrheit hält sich jedoch an die Maßnahmen.
+
Die Marktleiterin der Dahlerbrücker Edeka-Filiale Nicole Damm und ihr Kollege Nico Mehl können immer noch vereinzelt Kunden beobachten, die ohne Maske das Geschäft betreten. Die Mehrheit hält sich jedoch an die Maßnahmen.

Hamsterkäufe, Sozialphobie, Maskenmuffel – die Pandemie hat auch unser Einkaufsverhalten verändert. Die Ängste und Verunsicherungen haben seit dem ersten Lockdown jedoch nachgelassen. Wir haben nachgefragt, ob die Schalksmühler zur Einkaufsnormalität zurückgefunden haben.

Schalksmühle – „Die Kunden kaufen gezielter Produkte ein und decken oft mit einem Einkauf ihren Wochenbedarf ab“, konnte Michael Clever vom gleichnamigen Edeka-Markt in Dahlerbrück feststellen. Das sei derzeit ein allgemeiner Trend. Dass die Kunden sich vom Supermarkt abwenden und eher über das Internet mit Waren versorgen, kann sich der Marktbetreiber nicht vorstellen. „Das glaube ich bei unserer Branche weniger. Einen richtig guten Lieferdienst in unseren Regionen gibt es bisher nicht. Das könnte ich mir vielleicht eher in der Hamburger Innenstadt vorstellen, nicht in unserem ländlichen Bereich.. Auf dem Land gute Qualität zu akzeptablen Preisen in einer angemessenen Zeit zu liefern wäre eine echte Herausforderung.

An der Vorliebe der Kunden, ihren Einkaufstag in die zweite Wochenhälfte zu verlegen, habe sich nichts geändert. Während der Wochenbeginn eher ruhig ist, wird es Richtung Wochenende immer voller. Dabei konnte Michael Clever beobachten, „dass gefühlt auch wieder vermehrt Familien zusammen einkaufen gehen. Allerdings nicht so viele wie früher“. Während der Lockdowns konnte er fast ausschließlich Einzelpersonen im Markt beobachten. „Wir bewegen uns jetzt wieder in einen normalen Rhythmus rein, mit kleinen Veränderungen, wie dem Wocheneinkauf..

Hamsterkäufe haben sich die Schalksmühler längst wieder abgewöhnt. So etwas sei auch überflüssig, erklärt Clever. „Es hat zu keiner Zeit einen Notstand von der Angebotsseite her gegeben.“

Die Überlegung, nur noch Geimpfte, Genesene und Getestete in den Markt zu lassen, findet der Marktbetreiber nicht verkehrt. „Nur in der Gemeinschaft sind wir stark“, sagt er, ist sich aber unsicher, in welcher Art und Weise die Kontrollen stattfinden sollten.

An das Tragen der Masken haben sich die Kunden mittlerweile längst gewöhnt. Trotzdem gibt es immer noch Besucher, die ohne Maske den Markt betreten wollen. „Oft wird angenommen, dass nach einer vollständigen Impfung das Tragen der Maske nicht mehr notwendig ist“, erklärt Marktleiterin Nicole Damm. Auch Verkäufer Nico Mehl muss gelegentlich mal einen Kunden auf den Mund-Nase-Schutz ansprechen. „Unsere Kunden sind aber einsichtig“, sagt er. „Am Anfang der Pandemie ist das wesentlich öfter vorgekommen.“

Auch in Konnis Obst- und Gemüselädchen werden die Einkäufe noch mit einer größeren Vorsicht getätigt. „Ich habe fast ausschließlich unverpackte Waren in Bioqualität. Die Kunden geben mir ihre Taschen oder Körbe und warten meist vor dem Geschäft, bis ich ihnen die Waren eingepackt und gebracht habe“, erklärt die Inhaberin Konni Krause. So werde die unverpackte Ware auch nicht von anderen Personen angefasst. Das Warten vor dem Laden hat sich mittlerweile etabliert, obwohl es kein Schild an der Tür gibt, mit dem dazu aufgefordert wird. Dafür macht die Inhaberin auch die Unsicherheit verantwortlich, die wegen der vielen unterschiedlichen Bestimmungen herrscht.

Noch eine andere Veränderung ist ihr während der Coronazeit aufgefallen: „Ich habe festgestellt, dass besonders junge Leute mehr darauf achten, was sie essen. Es wird mehr mit Bedacht gekauft und auf Bioqualität geachtet. Das war früher nicht so“.

Auch im Obst- und Gemüselädchen geht der Verkauf erst ab der Wochenmitte richtig los. Am Montag ist so wenig los, dass Konni Krause ihr Geschäft auch gar nicht erst geöffnet hat. „Am Dienstag fahre ich dann zum Großmarkt nach Dortmund und kaufe ganz frisch ein. Das wissen die Leute auch.“

Dass es sinnvoll sein könnte, auch im Handel die 3G-Regel einzuführen, glaubt die Schalksmühlerin nicht. „Ich hatte schon eine Kundin, die mir sagte, dass sie sich nicht testen oder impfen lassen möchte. Sie fragte, ob ich ihr die Lebensmittel dann zu Hause vor die Tür stellen und sie das Geld überweisen kann.“ Für Konni Krause wäre das kein Problem. „Natürlich machen wir das. Wenn das hier im Umkreis ist, ist das kein Problem. Das habe ich auch schon während des Lockdowns bei ein paar Kunden gemacht, die sich nicht aus dem Haus trauten.“

Vom Aldi-Markt in Heedfeld ist momentan nicht mehr viel übrig. Der Neubau des Discounters soll aber noch in diesem Jahr stehen. Verena Lissek von der Presseabteilung des Unternehmens kann jedoch aus Erfahrung mitteilen: „Wir können insgesamt feststellen, dass unsere Kunden während der Corona-Pandemie vermehrt zu frischen Lebensmitteln und Produkten für die Zubereitung von Gerichten greifen. Die sogenannten Bevorratungskäufe sind zurückgegangen und unsere Kunden kaufen in der Regel wieder bedarfsgerecht ein.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare