33-Jähriger bekommt Ärger

Drogendealer verrät seinen Kunden - Marihuana kommt aus den Niederlanden

Marihuana aus den Niederlanden und ein gesprächiger Drogendealer werden einem Schalksmühler zum Verhängnis.
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Marihuana aus den Niederlanden und ein gesprächiger Drogendealer werden einem Schalksmühler zum Verhängnis.

Marihuana aus den Niederlanden und ein gesprächiger Drogendealer werden einem Schalksmühler zum Verhängnis.

Schalksmühle/Lüdenscheid – Eine ziemlich dumme Idee hätte einem 33-jährigen Schalksmühler fast einen längeren Aufenthalt im Gefängnis eingebracht.

Im April 2020 hatte er sich von einem Dealer zum Ankauf von drei Kilogramm Marihuana überreden lassen und den Stoff gewinnbringend weiterverkauft. Doch durch die Entschlüsselung des kriminellen Kommunikationssystems Encrochat war sein Dealer aufgeflogen. Dieser hatte keine Skrupel, bei der Polizei umfangreiche Angaben zu seinen illegalen Geschäftsbeziehungen zu machen. Und so gab es im Dezember 2020 eine Durchsuchung bei dem Schalksmühler, in dessen Wohnung die Polizei noch zwei Gramm Marihuana fand. Das war eine zu vernachlässigende Menge im Vergleich mit den drei Kilogramm, die ein Kurier aus den Niederlanden im April 2020 nach Schalksmühle gebracht hatte.

Sie waren längst weiterverkauft. Die Anklage hatte allerdings genügend Beweismittel, um dieses Drogengeschäft nachzuweisen. Der Schalksmühler hatte keine Verschlüsselungstechniken genutzt und „einfach telefoniert“, wie er im Amtsgericht Lüdenscheid zugab. Als Zeugen standen unter anderem seine Geschäftspartner bereit.

Angeklagter legt Geständnis ab

Der inhaftierte Verkäufer und jener niederländische Kurier, der die heiße Ware direkt in die Wohnung des 33-Jährigen geliefert hatte, mussten aber gar nicht gehört werden. Denn der Angeklagte legte in Form einer Erklärung seines Verteidigers Andreas Trode ein umfassendes Geständnis ab. Bei einem Ankaufspreis von 4700 Euro pro Kilogramm und einem Verkaufspreis von 5200 Euro verdiente der Schalksmühler 1500 Euro an den drei Kilogramm. Er versuchte, die Verantwortung etwas abzuwälzen. Der Verkäufer habe ihm das Ganze mit einem Versprechen „schmackhaft gemacht“, erklärte er: „Da kann man schnell Geld verdienen.“ Richter Thomas Kabus hatte eine Nachfrage: „Wie motiviert man jemanden zu Straftaten?“

Schon die Mindeststrafe für den Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge liegt bei einem Jahr Haft. Nach einem vorangegangenen Rechtsgespräch hatte das Schöffengericht dem Angeklagten im Fall eines umfassenden Geständnisses eine Haftstrafe von höchstens zwei Jahren in Aussicht gestellt. Letztlich sprachen seine familiären Bindungen und seine Berufstätigkeit für eine positive Sozialprognose. Der Angeklagte versicherte, dass er mittlerweile keine Cannabis-Produkte mehr konsumiere. Und so verurteilte ihn das Schöffengericht zu einer Haftstrafe von zwei Jahren.

Die Bewährungszeit wurde auf vier Jahre festgelegt. Allerdings wurde das Drogengeschäft für ihn in anderer Hinsicht richtig teuer: Da er die drei Kilogramm Marihuana zum Gesamtpreis von 15 600 Euro verkauft hatte, unterliegt dieser illegal erlangte Betrag der Einziehung. Die Richter baten ihn zur Kasse: 5000 Euro Bewährungsauflage muss der 33-Jährige in Raten an eine Drogeneinrichtung zahlen. „Es gibt Menschen, die werden abhängig und krank davon“, erinnerte Richter Kabus. „Es geht hier um die Gesundheit anderer Menschen.“

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