Neues Kulturzentrum

Dritter Ort Kreuzkirche: Es kommt Leben ins Projekt

Kirche und Fenster mit Fragezeichen
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Die Fragezeichen, die neugierig machen sollen, werden ab Dienstag einer Fenstergestaltung weichen. Die erste Aktion am neuen Dritten Ort.

Zum 1. Juni vollzieht sich der „wirtschaftliche Übergang“: Dann gehört die Kreuzkirche der Gemeinde Schalksmühle. Ins Dritter-Ort-Projekt kommt damit langsam immer mehr Leben.

Schalksmühle – Die Entwidmung der Kreuzkirche liegt gut zwei Monate zurück: Am Dienstag vollzieht sich nun auch der „wirtschaftliche Übergang“ des ehemaligen Gotteshauses, ab dem 1. Juni gehört die Kirche, die in Zukunft ein Kulturzentrum werden soll, der Gemeinde Schalksmühle.

Anja Wolf, die für die Gemeinde als Fachbereichsleiterin für Bildung, Kultur und Sport im Ort zuständig ist, sitzt an einem verregneten Dienstag im Mai in ihrem Büro und schaut auf die nächsten Schritte.

Es ist ein Ausblick voller Vorfreude. So sehr der Abschied von der Kreuzkirche als Gotteshaus schwergefallen ist und so sehr mancher Besucher eine Träne verdrückt hat beim Entwidmungs-Gottesdienst, so sehr freut sich Wolf nun aber auch auf das, was da entstehen soll. Ein „Dritter Ort“, also ein Ort der Kunst und Kultur, aber auch der Begegnung. Ein „Dritter Ort“, der am Ende ein erstklassiges Aushängeschild für die Kommune werden soll.

Dritter Ort Kreuzkirche: Es kommt Leben ins Projekt

„Am 31. Mai findet die Schlüsselübergabe statt“, sagt Wolf, „und dann soll es auch ganz schnell losgehen mit der ersten Aktion, einer Fenstergestaltung.“ Kerstin Busse, Leiterin des Jugendzentrums am Wansbeckplatz, koordiniert diese Fenstergestaltung. Im an die Kirche angrenzenden Gemeindezentrum, in dem drei Seminarräume für die VHS entstehen sollen, kleben aktuell fensterhohe Fragezeichen in jedem Teil der Glasfront. Sie sollen neugierig machen auf das, was kommen wird. Ab Dienstag werden die Fragezeichen weichen für eine Gestaltung zum Thema Frühlingsblumenwiese. Die Fenstergestaltung soll eine wechselnde sein in den nächsten Monaten.

„Es sind fast alle Fenster vergeben. Die DRK-Kita übernimmt eine Gestaltung, aber auch eine Tagespflege-Einrichtung“, sagt Wolf und freut sich über das breite Interesse in der Bürgerschaft. Das Signal, das ausgesendet werden soll, ist: Hier passiert etwas.

Beim Abbau des Kreuzes in der Kirche wurden zumindest die fünf Bilder erhalten. Sie sollen im neuen Zentrum einen Platz finden.

Was passiert, passiert allerdings dieser Tage erst einmal hinter verschlossenen Türen. Bevor Kulturfeste gefeiert werden können, wartet erst einmal jede Menge Arbeit im Hintergrund. Zum Beispiel an einer eigenen Internetseite des Dritten Ortes, die schon bald online gehen soll. Sie wird zunächst die Bauabschnitte begleiten, vor allem aber natürlich später über das Angebot informieren.

Die Suche nach einem Architekturbüro, das den Umbau gestaltet, ist praktisch abgeschlossen. Die Arbeitsgemeinschaft Bau hat nach einer ersten Auswahl acht Büros den Auftrag erteilt, ein Angebot abzugeben. „Die Ortsbesichtigung musste wegen der Corona-Auflagen im Internet stattfinden“, berichtet Anja Wolf, „es gab nur Bilder von der Kirche.“ Die Angebote, die auf dieser Basis abgegeben wurden, hat die AG Bau nach einem Punkte-Vergabe-Verfahren bewertet. Eine ganze Menge Daten. Und nun steht der Wunschkandidat fest, der aber noch nicht öffentlich gemacht wird, weil noch die Zustimmung des Vergabe-Ausschusses der Gemeinde aussteht.

Die Kirchenorgel ist verkauft: Ziel Litauen

Parallel hat die Kirche die Prinzipalien aus dem ehemaligen Gotteshaus ausgebaut – das große Kreuz an der Wand, den Altar, das Taufbecken, die Kanzel. In den Altar wurde dabei eine Flüssigkeit gespritzt, sodass das Gestein zerbröselte. So konnte der Altar in seine Bestandteile zerlegt werden. Vom Kreuz, das aus demselben Material gebaut worden war, wurden zumindest die fünf zentralen Bilder gerettet. Wolf hofft, für sie vielleicht am Ende einen Platz im neuen Kulturzentrum zu finden.

„Der Kirchenraum jedenfalls ist jetzt leer“, sagt sie. Auch die Kirchenorgel ist verkauft und abtransportiert. Das Ziel: Litauen. „Nur die Glocken aus dem Glockenturm sollen noch verkauft werden“, stellt Wolf fest. Der Turm wird danach trotzdem erhalten bleiben. Er gehört zum Gesamterscheinungsbild des Ortes. An seinen Seiten könnte in Zukunft Banner auf die Angebote im Zentrum hinweisen. Ein fester Bestandteil.

35 Frauen und Männer engagieren sich in den Arbeitsgruppen für das neue Projekt – und erklären auf der neuen Internetseite, was sie am Projekt reizt.

„Der nächste Schritt ist nun, das Kirchenschiff mit den Dritter-Ort-Mitteln zu einem schönen Veranstaltungsraum umzurüsten“, sagt Anja Wolf. Außerdem sollen in diesem Zuge auch die Räume für die VHS fertiggestellt werden. Im zweiten Schritt hofft die Gemeinde Schalksmühle dann noch auf die Städtebaufördermittel für den weiteren Ausbau des neuen Zentrums. Unter anderem soll mithilfe eines Anbaus direkt ans Kirchenschiff angrenzend eine Gastronomie-Einheit entstehen. Ein Café, das zum Verweilen einlädt. Dann wird der Dritte Ort im ehemaligen Gotteshaus auch eine richtige Stätte der Begegnung sein.

Fünf Arbeitsgruppen mit 35 Helferinnen und Helfern

Fünf Gruppen beackern seit Monaten mit viel bürgerschaftlichem Engagement die Felder beim Umbau der Kreuzkirche zum Dritten Ort. Neben der Steuerungsgruppe, in der alle Fäden zusammenlaufen, gibt es die Arbeitsgruppen (AG) „Programm und Nutzung“, „Bau“, „Gastronomie und Herzstück“ sowie „Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit“. 35 Personen engagieren sich in diesen Gruppen, teilweise in mehreren parallel, und wollen den „Dritten Ort“ zu einem ganz besonderen Ort machen.

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