Windkraft ist Thema im Kreishaus

Windkraft am Worthberg: Kreis prüft Antrag

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Schalksmühle/Lüdenscheid - Man habe längere Zeit nichts zum Thema Windkraft gehört, stellte Fritz Schröder, Vorsitzender des Beirates der Unteren Naturschutzbehörde (UNB), am Dienstagnachmittag fest. Aufgefrischt wurde die Gesamtdebatte nun durch den Besuch der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) im Kreishaus.

Bekanntlich liegt der Kreisverwaltung ein Antrag nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) zur Errichtung und dem Betreiben von drei Windenergieanlagen (WEA) auf dem Worthberg vor. In diesem Zusammenhang stellten EnBW-Projektleiterin Anna Immel und Dagmar Adolph, die verantwortliche Natur- und Artenschutz-Managerin des Unternehmens, die Planung, den derzeitigen Sachstand und diverse Untersuchungsergebnisse vor. Derzeit befinde man sich im Genehmigungsverfahren, so Anna Immel. 

Im Oktober dieses Jahres habe man die entsprechenden Unterlagen beim Kreis eingereicht. Diese würden nun auf Vollständigkeit geprüft – mit einem Okay rechne man in dieser Woche. Was noch fehle, sei die sogenannte Umweltverträglichkeitsuntersuchung der Behörde. Diese entscheide über das weitere Vorgehen. Zu einem endgültigen Ergebnis der Prüfung soll es im dritten Quartal 2020 kommen. Die Inbetriebnahme der Anlagen ist für das vierte Quartal 2021 vorgesehen. 

EnBW stellte dem Beirat seine Pläne vor.

Nach Begehungen habe man sich entschieden, die Baustoff-Transporte über bestehende Forstzuwegungen erfolgen zu lassen. Hierzu müsste eine Fahrbahnbreite von 4,5 Metern für den Schwerlastverkehr gerodet werden. Der Transport der rund 75 Meter langen Rotorblätter soll mittels eines sogenannten Selbstfahrers erfolgen, der wegen eines geringeren Radius in Kurven weniger Rodung erforderlich mache. 

Vorhaben löst keine Beeinträchtigungen aus

Neben Prüfungen zur optischen Wirkung, zum Schattenwurf und zu anderen Emissionen, die die geplanten Windräder verursachen könnten, hat EnBW die Auswirkungen auf die Fauna rund um die Anlagen untersucht. Im Rahmen der Sitzung erklärte Dagmar Adolph, dass sich, so das Ergebnis der konzerneigenen Erhebungen, im Umkreis von drei Kilometern keine Natura-2000-Gebiete vorhanden seien. Das Vorhaben löse also keine Beeinträchtigung aus. 

Genauso sei dies auch bei Naturschutzgebieten – im Umkreis von 500 Metern sei keines vorhanden. Der Steinbruch Arenritt liege in etwa 900 Metern Entfernung. Innerhalb der Potenzialfläche befände sich zwar ein geschütztes „§-30-Biotop“, das aber nicht tangiert werde. Zwar liege der WEA-Standort auch innerhalb eines Landschaftsschutzgebietes. Es entstünden aber keine Einschränkungen für den Schutzzweck. Ähnlich sehe es mit dem Naturpark Sauerland-Rothaargebirge aus. 

Die von Anwohnern und Naturschutzexperten im Vorfeld vorgetragenen Befürchtungen, dass durch die WEA Rast- und Zugvögel, aber auch heimische Tiere wie der Rotmilan, der Uhu, der Waldkauz, der Schwarzstorch oder einige Fledermausarten (unter anderem Breitflügel-, Mücken- oder Rauhautfledermaus sowie Großer und Kleiner Abendsegler) gefährdet würden, teilt das Unternehmen nicht. Seine Untersuchungen (Avifauna) hätten ergeben, dass beispielsweise der Uhu lieber rund um seinen Horst am Arenritt und nicht am Worthberg jage. Einige Arten seien lokal auch nicht feststellbar gewesen. 

Nächtliche Abschaltzeiten geplant

Man betonte aber, dass nächtliche Abschaltzeiten zum Schutz vor Kollision installiert und in den ersten beiden Betriebsjahren ein Gondelmonitoring zur Erfassung tatsächlicher Bestände vorgenommen würden. Da das Projekt auf öffentliches Interesse stoße, habe man der Gemeinde für Anfang 2020 ein Bürgerinfo-Treffen vorgeschlagen, so EnBW. Der Beirat habe derzeit keine Anregungen oder Bedenken zu dem Vorhaben, werde aber eine Arbeitsgruppe einrichten und relativ kurzfristig eine Ortsbegehung vornehmen. Eine schriftliche Stellungnahme an die UNB werde erfolgen.

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