EnBW plant drei Windräder im Bereich Worthberg

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Wie hier im Bereich Rölvede, kurz hinter der Gemeindegrenze auf Hagener Stadtgebiet, könnten nun auch in Schalksmühle mehrere große Windräder gebaut werden.

Schalksmühle - Mitte Juli entschied der Gemeinderat einstimmig in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause die Vorrangzone für Windkraftanlagen nördlich von Rölvede aufzuheben. Rund drei Monate später hat der Energieversorger EnBW eine konkrete Fläche im Blick

Auf dieser Fläche sollen ein oder mehrere große Windräder mit einer Gesamthöhe von mindestens 200 Metern entstehen. Dabei handelt es sich um den Worthberg, gelegen an der Gemeindegrenze zu Schalksmühle, zwischen dem Bereich Wippekühl auf Schalksmühler und Halverscheid auf Halveraner Seite. 

„Wir sehen dort Potenzial für maximal drei Windkraftanlagen“, teilte die EnBW auf Anfrage unserer Zeitung mit. Zur Art der Anlagen könne man aktuell keine Angaben machen, weil sich das Vorhaben ganz am Anfang befinde. 

„Es gibt diese Vorprojektierung. Derzeit finden Untersuchungen statt“, bestätigte auch Ralf Bechtel, Fachbereichsleiter technisches Bauamt der Gemeindeverwaltung. Nach der Aufhebung der Vorrangzone ist der Bau von Windrädern im kompletten Gemeindegebiet möglich, sofern alle gesetzlichen Regelungen zum Lärmschutz, zum Abstand zur Wohnbebauung, aber auch Natur- und Umweltschutzfragen eingehalten werden.

„Mit den modernen Geo-Informationssystemen können Investoren leicht am Computer schauen, welche Flächen für Windradprojekte geeignet sein könnten. Deshalb hat es jetzt auch in unserer Gemeinde nach der Aufhebung der Vorrangzone nicht lange gedauert“, sagte Bechtel. 

Gespräche mit Grundstücksbesitzern 

Mittlerweile seien die Verantwortlichen der EnBW-Projektentwicklung Windenergie mehrfach in Schalksmühle vor Ort gewesen, um die ins Auge gefasste Fläche näher zu betrachten. „Derzeit laufen mit den Besitzern Gespräche über eine mögliche Verpachtung“, bestätigte die EnBW. Ob und wie viele Windräder auf der Fläche realisiert werden, ist aber derzeit offen. 

Zunächst einmal muss geklärt werden, ob am Worthberg überhaupt Windkraftanlagen möglich sind. Selbst wenn alle gesetzlichen Regelungen eingehalten würden, bliebe die Frage der Wirtschaftlichkeit. „Denn die Fläche beispielsweise für Baufahrzeuge oder Lastwagen mit den Windradbauteilen erreichbar zu machen, dürfte eine ziemliche Herausforderung darstellen“, sagte Bechtel. So sei die schlechte Zuwegung immer wieder ein Grund, warum Windkraft-Projekte letztlich nicht in die Tat umgesetzt werden. „Von allen vorprojektierten Anlagen in Deutschland wird nur etwa ein Viertel tatsächlich realisiert“, sagte Bechtel. 

Für den Schalksmühler Standort müsse diese Wirtschaftlichkeitsberechnung noch durchgeführt werden. Auch detaillierte Windmessungen lägen nicht vor, hieß es von Seiten der EnBW. 

Vorstellung in politischen Gremien 

An dem Projekt in Schalksmühle habe der bundesweit tätige Energieversorger jedoch großes Interesse. In enger Absprache mit Bürgermeister Jörg Schönenberg werde das Vorhaben deshalb auch in den politischen Gremien der Gemeinde vorgestellt, falls die Pachtverträge abgeschlossen werden. Auch eine gesonderte Bürgerinformation sei möglich. 

Die Gemeinde hat nach dem Beschluss über die Aufhebung der Vorrangzone übrigens kein Mitspracherecht mehr, wäre in das mögliche Genehmigungsverfahren für eine oder mehrere Windkraftanlagen lediglich passiv in Form einer Stellungnahme eingebunden, falls die EnBW einen Bauantrag beim Märkischen Kreis einreicht. Denn mögliche Bauvorhaben von Windprojekt-Investoren gelten seit der Aufhebung als privilegierte Verfahren und werden jeweils im Einzelfall durch den Kreis geprüft.

Landschaftsbild würde sich deutlich verändern

„Davon sind wir derzeit weit entfernt. Bis ein Projekt realisiert ist, vergehen durchschnittlich mindestens drei Jahre, so dass wir über einen Zeitraum bis 2019 oder 2020 sprechen“, teilte der Energieversorger mit. Bekäme die EnBW grünes Licht für ihr Projekt, würde sich das Landschaftsbild deutlich verändern. „Vom Bauernhaus am Wippekühl wären die Windräder sicherlich gut zu sehen“, sagte Bechtel. 

Eine Verspargelung der Landschaft in Schalksmühle müsse aber nicht befürchtet werden, denn außer dem EnBW-Vorhaben seien der Gemeinde aktuell keine weiteren Windkraft-Projekte bekannt. „Wir haben derzeit lediglich die eine Fläche im Blick“, bestätigte auch der Energieversorger.

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