Drei Windkraftanlagen am Worthberg geplant

Windkraft am Worthberg: Lange war es still - jetzt geht's weiter

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Drei solcher Windräder sollen es am Worthberg werden. Die aktuelle Planung erfahren Schalksmühler in der Ratssitzung am Montag.

Schalksmühle/Halver - Mehrere Monate war es still um die geplanten Windkraftanlagen am Worthberg zwischen Halverscheid und Wippekühl. Nun wird die aktuelle Planung in der Ratssitzung am Montag vorgestellt.

Schon im Juli 2017 machte das Energieversorgungsunternehmen EnBW Energie Baden-Württemberg aus Karlsruhe sein Vorhaben bekannt. Drei Windenergieanlagen sollen es auf dem Worthberg werden. Dieser Bereich liegt an der Gemeindegrenze, zwischen dem Bereich Wippekühl auf Schalksmühler und Halverscheid auf Halveraner Gebiet. 

Laut der Vorlage für die Ratssitzung am kommenden Montag, 20. Mai, wird das Genehmigungsverfahren derzeit vorbereitet. Aktuell wird der Antrag auf Vorbescheid beim Märkischen Kreis bearbeitet. In der Ratssitzung werden Vertreter des Unternehmens EnBW den aktuellen Stand der Planungen für die drei Windenergieanlagen vorstellen und dabei auch für Fragen zu dem Projekt zur Verfügung stehen. 

Modernste Technik soll verbaut werden

Wenn es zum Bau der Anlagen kommt, so hieß es bereits im vergangenen Jahr seitens des Unternehmens, werde nur modernste Technik verbaut. Vorstellbar wären demnach Masten mit bis zu 200 Metern Höhe und einem Durchmesser der Rotoren von bis zu 140 Metern. 

Zu entscheiden haben Rat und Gemeindeverwaltung bezüglich der Windkraftanalgen allerdings nichts. Als die Vorrangzonen aufgehoben wurden, ging das Mitspracherecht verloren, die Entscheidung liegt allein beim Märkischen Kreis. 

Die Gemeinde hat kein Mitspracherecht

Bei einem Genehmigungsverfahren wäre die Gemeinde Schalksmühle nur noch zu einer Stellungnahme berechtigt. 

Das Vorhaben am Worthberg stößt nicht nur auf positive Resonanz: Gegner der Anlagen hatten sich zuletzt im Oktober 2018 zu dem geplanten Bau geäußert.  Die Gruppe Windvernunft Halver-Schalksmühle hatten Ratsmitglieder zu einer Veranstaltung eingeladen, bei der Christof Gerhard vom Bündnis Gegenwind Südwestfalen auch grundsätzliche Kritik an der Energiequelle Windkraft geübt hatte. 

Diese sei unzuverlässig, schädlich für Flora und Fauna und teuer für den Verbraucher. Wind sei zudem nicht immer vorhanden, sodass konventionelle Kraftwerke zur Sicherung der Grundlast im Stromnetz einspringen müssten, waren seine Äußerungen. Zuviel Wind könne wiederum wegen der Vorrangregelung für Windstrom zu gefährlichen Spitzen im Netz führen. 

Allerdings wurde den Windkraftgegnern in der damaligen Veranstaltung von anderen Teilnehmern teils Unsachlichkeit vorgeworfen. Angesichts von Atomausstieg, CO2 -Belastung und der schädlichen Kohleverstromung wurde gefragt, was außer Fotovoltaik und Windkraft dann überhaupt als Alternative infrage käme. 

Der Abstand ist ein Problem für Gegner

Die Windkraftgegner sehen noch ein weiteres Problem: Der geringe Abstand von Windkraftanlagen zur Wohnbebauung beschäftigt sie. So betrage die Entfernung von einer der Anlagen zur Ortslage Halverscheid demnach nur 450 Meter. Bis zum Bauernhaus Wippekühl seien es rund 800 Meter. Ein Abstand von 1500 Metern zwischen Neuanlagen und Wohnbebauung ist im Windenergieerlass der NRW-Landesregierung von 2018 lediglich als Beispielfall aufgeführt, aber nicht grundsätzlich festgeschrieben, sodass sich die Windkraftgegner auch vor Ort enttäuscht von diesem Erlass zeigten. 

In der Ratssitzung am Montag können sich Windkraftgegner wie -befürworter nun ein Bild von den konkreten EnBW-Plänen für den Worthberg machen und Fragen zu dem Vorhaben stellen.

Ratssitzung am Montag

Die Ratssitzung der Gemeinde Schalksmühle am Montag, 20. Mai, beginnt um 16 Uhr im Ratssaal des Rathauses an der Bahnhofstraße. Auf der Tagesordnung des öffentlichen Teils stehen neben der Windkraft unter anderem auch die Themen pestizidfreie Gemeinde, das Friedhofskonzept in Wippekühl, der aktuelle Stand in Sachen Leader sowie außerplanmäßige Aufwendungen des vergangenen Haushaltsjahrs.

Alles zur Windkraft am Worthberg

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