Dr.-Kirchhoff-Preis für Arbeit in Schalksmühler Unternehmen

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Manuel Blauscheck (Zweiter von rechts) wurde im Februar mit dem Dr.-Kirchhoff-Preis für seine Bachelorarbeit, die er im Schalksmühler Unternehmen Albrecht Jung geschrieben hat, ausgezeichnet.

Schalksmühle - Besondere Auszeichnung für Manuel Blauscheck: Für seine Bachelorarbeit zur systematischen Neuentwicklung eines Konzeptes für die Mechanik eines Druckfolgeschalters bekam der Student im Februar den mit 1500 Euro dotierten Dr.-Kirchhoff-Preis verliehen

Diesen vergibt der Verband der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen einmal jährlich an der Fachhochschule Südwestfalen.

Groß war die Freude darüber auch bei der Albrecht Jung GmbH & Co. KG. Bei dem Schalksmühler Unternehmen hatte Blauscheck die Arbeit geschrieben und dafür insgesamt neun Monate in der Volmekommune verbracht. „Ein Student, der in unserem Unternehmen die Arbeit geschrieben hat, ist jetzt erstmals mit diesem Preis ausgezeichnet worden. Das spricht natürlich auch für unsere Ausbildung“, sagt Diplom-Ingenieur Stefan Jörgens, Leiter Entwicklung bei Jung.

Ein völlig neues System

Manuel Blauscheck, Absolvent des Studiengangs Produktentwicklung/Konstruktion, beseitigte im Rahmen seiner Bachelor-Abschlussarbeit Schwachpunkte in der bisherigen Mechanik des Druckfolgeschalters, indem er ein völlig neues System, das sogar als Patent angemeldet werden soll, entwickelte. So gelang es dem Studenten, die Staubanfälligkeit des Schalterinnenlebens zu vermindern und so die mechanische Haltbarkeit zu verlängern. Zudem konnten die Anzahl der Bauteile deutlich reduziert und die Herstellungskosten gesenkt werden. „Das Konzept funktioniert, jetzt müssen wir es weiter zu Serienreife entwickeln“, sagt Diplom-Ingenieur Matthias Kobusch, zuständig für Konstruktion und Mechanik bei Jung, der sich darum in den nächsten Monaten und Jahren kümmern wird.

Die Mechanik eines solchen Druckfolgeschalters verbesserte Manuel Blauscheck im Rahmen seiner Arbeit.

Die Bachelor-Abschlussarbeit von Manuel Blauscheck war übrigens nicht die erste, die in dem Schalksmühler Traditionsunternehmen entstanden ist. „In den vergangenen drei Jahren hatten wir fast immer Studenten hier. Die Arbeiten sind eine wunderbare Möglichkeit, junge Menschen, die aus einem ganz anderen Blickwinkel an viele Sachen herangehen, kennenzulernen“, sagt Jörgens.

Ein Aufgaben-Pool

So hat die Albrecht Jung GmbH & Co. KG stets einen Pool an Aufgaben, die erledigt werden sollen, wie die Weiterentwicklung des Druckfolgeschalters. „Für einige Aufgaben fehlt uns im Arbeitsalltag aber häufig die Zeit. Deshalb sind die Studenten längst ein wichtiger Teil unseres Unternehmens geworden“, sagt Kobusch. Jung freue sich deshalb immer über Initiativbewerbungen von Studenten, die ihre Abschlussarbeit bei Jung schreiben wollen. „Zudem arbeiten wir gut mit der Fachhochschule Südwestfalen zusammen. Das Netzwerk wird immer enger“, erklärt Jörgens.

Praxissemester im Unternehmen

Der Preisträger verbrachte zunächst ein Praxissemester im Unternehmen, lernte Produkte, Technik, Systeme und Kollegen intensiv kennen, bevor er mit der Entwicklungsarbeit beginnen konnte. „Er hat uns verschiedene Konzepte vorgestellt und schließlich vom aktuellen überzeugt“, erinnert sich Jörgens. Ein Prozess, der keineswegs leicht ist. „Schließlich müssen wir auch einen Nutzen aus der Bachelorarbeit haben, die intensive Betreuung der Studenten kostet das Unternehmen Kapazitäten und Geld“, so Kobusch.

Im Fall des Druckfolgeschalters profitieren eindeutig beide Seiten. Manuel Blauscheck lieferte eine Einser-Arbeit ab und darf sich jetzt Kirchhoff-Preisträger nennen, Jung hat ein verbessertes Produkt mit Anmeldung zum Patent. „Das ist ein absolutes Sahnehäubchen auf eine sehr gute Arbeit“, freut sich Jörgens.

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