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Dornbusch: Steigende Preise machen auch Tierschützern zu schaffen 

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Von: Torben Niecke

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Die Geschwister Mailo und Lady freuen sich über jeden Besuch im Tierheim.
Die Geschwister Mailo und Lady freuen sich über jeden Besuch im Tierheim. © Torben Niecke

Viele Tierheime werden es in Zukunft ziemlich schwer haben. Neben den steigenden Energiekosten wird der Besuch beim Tierarzt auch teuerer, denn seit dem 22. November greift eine neue Gebührenordnung. Der Tierschutzbund geht davon aus, dass jedes vierte Tierheim in seiner Existenz bedroht ist. Doch wie sieht die Lage im heimischen Tierheim Dornbusch aus?

Schalksmühle – Thomas Höllmann, Vorsitzender des Lüdenscheider Tierschutzvereins, sieht die Entwicklung der Preise ebenfalls mit einem kritischen Blick, doch die Existenz des Tierheims sei nicht bedroht. „Alles wird teuer. Wir gehen davon aus, dass 30 bis 40 Prozent höhere Tierarztkosten auf uns zukommen. Auch das Futter für die Tiere ist im Preis gestiegen. Bei der Vorauszahlung fürs Gas mussten wir das Doppelte zahlen. Da kommt schon was zusammen“, fasst er die Mehrkosten für das Tierheim zusammen.

Der Vorsitzende des Tierschutzvereins Thomas Höllmann zusammen mit Hund Branko.
Der Vorsitzende des Tierschutzvereins Thomas Höllmann zusammen mit Hund Branko. © Torben Niecke

Da vor Ort mit Flüssiggas geheizt werde, greife auch die kommende Gaspreis-Bremse nicht. Die steigenden Personalkosten seien für das Tierheim kein Thema: „Wir hatten in den letzten Jahren weder Einstellungen noch Entlassungen“, zeigt Höllmann die Personallage auf.

Auflösung der Taubenhilfe Lüdenscheid fällt finanziell ins Gewicht

Dafür falle aber die Auflösung des Vereins Taubenhilfe Lüdenscheid finanziell zu Gewicht. Zwar stehe die Taubenvoliere nun schon seit einigen Jahren auf dem Grund des Tierheims, doch kümmerte sich die Taubenhilfe bis zu ihrer Auflösung um die Vögel. Nun liege auch diese Verantwortung in den Händen des Tierheims. Um sich in Zukunft besser um verletzte Tauben kümmern zu können, wurde gerade erst ein neues Kleintierhaus auf dem Gelände errichtet.

Da jeder Haustierbesitzer ebenfalls von den steigenden Kosten getroffen wird, fürchtet der Tierschutzverein, dass sich so manch einer den Luxus eines Haustiers nicht mehr leisten könne und so in Zukunft mehr Tiere ins Tierheim gegeben werden. „So weit ist es bis jetzt noch nicht“, gibt Höllmann. Mehr noch fürchtet er Probleme bei der Vermittlung der Tiere. Man habe jetzt schon einen Vermittlungsrückgang zu verzeichnen. Doch dabei sei nicht nur das Geld ein entscheidender Faktor.

Die Sperrung der A45-Brücke Rahmedetal beschäftigt auch das Tierheim

Auch die Sperrung der A45-Brücke Rahmedetal und das dadurch entstehende Verkehrschaos trage dazu bei, dass die Zahl der Vermittlungen zurückgegangen sei. „Wir sind dadurch deutlich schwerer zu erreichen. Wir vermitteln nicht nur an Leute aus Schalksmühle und Lüdenscheid, wenn aber aus einer halben Stunde Anfahrt plötzlich zwei bis drei Stunden werden, dann wundert es nicht, dass weniger Leute ins Tierheim kommen“, sagt der Vorsitzende.

Das neu errichtete Kleintierhaus soll verletzten Tauben einen Ort zum genesen geben.
Das neu errichtete Kleintierhaus soll verletzten Tauben einen Ort zum Genesen geben. © Torben Niecke

Dies sei auch bei den Spaziergängern zu spüren. „Unsere ehrenamtlichen Helfer lassen sich nicht abbringen, aber es gibt doch deutlich weniger der klassischen Sonntagsspaziergänger.“ Weniger Besucher würden auch weniger Interesse für das Tierheim bedeuten.

Um den Tieren vor Ort eine bestmögliche (Zwischen-)Unterkunft bieten zu können, sei man im Tierheim Dornbusch aber jeher auf Spenden angewiesen. Dabei spiele vor allem der kommende Dezember als wichtigster Spendenmonat eine große Rolle, wie das Heim im nächsten Jahr aufgestellt ist. Die große Sorge ist, dass die Spendenbereitschaft geringer als in den Vorjahren sein könnte. „Jeder Haushalt hat gerade seine eigenen Sorgen. Wir hoffen trotzdem auf Unterstützung, denn jede Spende hilft den Tieren.“

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