Dorfabend: Mit Schirm, Charme und Gummistiefel

+
Mitglieder des Spielmannszuges alberten als „Orange Gang“ zum Thema Grubenleerung zu einem passenden Lied auf der Bühne herum. Dabei durfte die Bäuerin mit Traktor und Güllewagen natürlich nicht fehlen.

SCHALKSMÜHLE ▪ Ausgelassen und in bester Feierlaune verlief der diesjährige Dorfabend, erstmalig am Sonntagabend, als weitere Änderung des Ablaufs. Der krönende Abschluss des Schützenfestes in Heedfeld war wieder ein Riesenerfolg.

Schon zum Auftakt sang und klatschte das fröhlich gestimmte Publikum das neue Schützenlied mit. Launig hatte Vorsitzender Holger Rutenbeck das Publikum begrüßt, da schallte es zum ersten Mal laut durch den Saal: „Hier kommen wir…vom Hülscheider SV.“ Das eingängige Partyliedchen, geschrieben von Haus und Hofmusikant Frank-Mario Hohnbaum ging den Schützen schnell in Fleisch und Blut über.

Es folgte der Jahresrückblick aus der Welt, der Gemeinde und des Vereins von Chronist Michael Pache. Von 45 000 Stunden gesperrter Klagebach, von – schwuppdiwupp – genehmigter und abgenommener Schießanlage. Mit gewohntem Charme moderierte Thomas Altmann die Programmpunkte an.

Ihm folgte auf der Bühne der Gesang des Berliner Junggesellen Werner Richter. Der 84-Jährige besang a cappella die Liebesgeschichte von der Krummen Lanke, („nachher saß ich mit der Emma uff der Banke (...) unter uns da lag so still die krumme Lanke“).

Schützenbruder Christian Walkhoff riss die Zuschauer sprichwörtlich von den Stühlen. „Der Hit aus Essen Kray“ plauderte über seinen Besuch im Vier-Sterne Restaurant. In der Trüffelbude entschied er sich für den Wein aus der Dose, der weg muss. Dazu zwölf Mal Käpt’n Iglu vierkant. Nach seinem Rausschmiss wegen mangelnder Contenance nahm er die vier Sterne gleich mit, befestigte sie bei Sandmann und hat so nun ein Jahr freies Essen. Die Besucher hielten sich den Bauch vor Lachen.

Frech frivol war auch wieder die Darbietung der zweiten Kompanie. Mit Schirm, Charme und Gummistiefeln schossen die Damen der ersten Kompanie den Vogel ab. Die hätten sie wohl besser schon mittags zum verregneten Festumzug angehabt.

Fotostrecke zum Dorfabend:

Dorfabend

Einen kessen Drill verabreichten sie ihren Göttergatten zu angesagten Mitsingliedern. Zwischendurch „erholten“ sich die Gäste beim Tanz. Es galt den Blutdruck anzuregen, denn trotz aller Lach- und Klatschsalven drang die kühle Witterung durch Mark und Bein. Der „verzweifelte“ André Krause, schon im zweiten Jahr auf der Suche, lästerte frech über Land und Leute. Über Schützenkönig Daniel, seinen Vater, der schon ein Jahr an seines Vorgängers Stuhl gesägt hat. Oder über die Legastheniker vom Handballsport –freche Sprüche hatte der junge Redner im Gepäck. „Es trinkt der Mensch, es säuft das Pferd. In Schalksmühle ist es umgekehrt.“ Auch „Bruder Jörch“ alias „Mister Mountain“ (er wohnt jetzt auf den Höhen Reeswinkels) bekam sein Fett weg. Mit Lachtränen in den Augen verziehen ihm die Schützen und ihre Gäste. Es folgte der Auftritt des Spielmannszugs als Orange Gang, die zum Lied der Firma Hengsteberg mit Königin Konni auf dem Klo auf der Bühne herumalberte.

„Wir woll’n die Eisbären sehen“, wagte sich Nordpol gegen Südpol. Die Eisbären mit den Pinguinen alias „Die Vorstandsdamen“ legten ein flottes Mitsingtänzchen aufs Parkett. Kuschelig mit Feuerzeugschein und Herzschmerz sangen sich „2 Voices“ in die Herzen der Schützengesellschaft. Viele Paare fielen sich in die Arme und sangen gemeinsam zum Spiel von Christian Bredermann und Marie Eicker. Ohne Zugabe kamen sie nicht von der Bühne, so gut kam der neue Beitrag an.

Als echter Bruch, aber gut für die Party-Stimmung folgten Mallorca Hits aus der Sangria-Tonne der Feuerwehr Winkeln. Ein Luftballonregen verteilte sich im Zelt, alle spielten, sangen und amüsierten sich aufs Beste. Traditionell beschloss der Ex-König mit seinem Hofstaat den Reigen der Auftritte, bevor sich alle zum großen Finale auf der Bühne glücklich in die Arme fielen. Schon wieder vorbei, das Schützenfest. Allerdings noch nicht ganz. Denn es wurde noch getanzt bis in die frühen Morgenstunden. ▪ jori

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare