Corona in Schalksmühle

Distanzunterricht? Schulleiter sehen ganz andere Probleme

Digitaler Unterricht in Zeiten von Corona
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Distanzunterricht wäre kein Problem. Aber den Wechselunterricht - und auch die Selbsttests - sieht man in der Gemeinde kritisch.

Schule auf Distanz? Das wäre kein Problem. Die Schulleiter aus der Gemeinde hätten es lieber als Wechselunterricht.

Schalksmühle – Nicht überraschend kam die Nachricht, dass alle Schüler vorerst im Distanzunterricht geschult werden. Bereits vor den Osterferien ging man davon aus. „Bei den hohen Zahlen ist das keine große Neuigkeit“, sagt Ralf Gensmann, Leiter der Grundschule Spormecke. Astrid Bangert, Leiterin der Primusschule, sagt, zumindest dem Kreis hätte es schon vorher bewusst sein müssen, wenn schon nicht dem Land.

An den Grundschulen sei digitaler Unterricht genauso gut machbar wie an weiterführenden Schulen, sagt Gensmann. Allerdings werden bei den jüngeren Schülern die Eltern einfach mehr gebraucht, um ihre Kinder beim Lernen zu unterstützen. Der Spagat zwischen Betreuung und Homeoffice stellt auch Eltern der Primusschule vor Herausforderung, sagt Bangert.

Abschlussjahrgang gut vorbereitet

Sorgen macht sich Anja Wolf um den Abschlussjahrgang. „Der Jahrgang ist erheblich schlechter dran als die Schüler letztes Jahr“, sagt die Fachbereichsleiterin für Bildung. Sie ringt nach den richtigen Worten und kritisiert das Hin und Her der Landesregierung. Die Worte von Astrid Bangert beruhigen da. Sie sieht die Zehntklässler gut vorbereitet. „Wir machen uns keine Sorgen.“ Das Hin und Her aber kritisiert auch sie und bezeichnet es als „Zumutung“. Sie hofft, dass es zur Zentralen Abschlussprüfung entweder jetzt eine Entscheidung gibt oder gar nicht mehr. Im vergangenen Jahr hatten die Lehrer eine halbe Woche zur Vorbereitung, als es plötzlich hieß, die Lehrer müssen die Prüfung selber stellen. Bangert befürchtet das Schlimmste.

Seit Donnerstag ist klar: Die Schüler bleiben die erste Woche nach den Ferien im Distanzunterricht. „Alles andere wäre unlogisch gewesen“, sagt Anja Wolf. Aber es hätte der Regierung auch eher klar sein können – so wie den Schulleitern. Denen ist auch jetzt schon klar, dass es nicht bei einer Woche bleiben wird. Sie wünschen sich eine Perspektive. Eine, die sich an Inzidenzzahlen orientiert – und nicht am Datum. Ab dem 19. April soll es nach Plan des Landes NRW zurück in den Präsenzunterricht gehen. Das wünscht sich Bangert nicht. Der Wechselunterricht sei schlecht, der Distanzunterricht – für alle Beteiligten – dafür gut. Die Lehrer können sich im Wechselunterricht nicht teilen, also sowohl die Schüler zu Hause und in der Schule betreuen.

Tests für Grundschüler lieber zu Hause

Losgehen soll es am 19. April wieder mit – diesmal verpflichtenden – Selbsttests der Schüler. In der Grundschule Spormecke sind die Tests am Freitag angekommen. „Ohne Blaulicht“, sagt Ralf Gensmann. Die Primusschule hatte bereits vor den Ferien Tests von der Polizei geliefert bekommen, weil die Schüler ab der 5. Klasse sich eigentlich hätten testen müssen – bevor sie das konnten, wurde die Schule aber wieder in den Distanzunterricht geschickt.

Am Wochenende wird sich der Grundschulleiter alles genau ansehen. „Wir haben eine Woche Zeit, um uns in Ruhe damit zu beschäftigen“, sagt Gensmann und ist froh. Er sagt aber auch: Man müsse darüber sprechen, ob es gerade bei den Grundschülern nicht sinnvoller ist, wenn die Kinder zu Hause getestet werden. Erstens, damit die Eltern dabei sind und dem Kind helfen: „Eltern können das besser als wir“, sagt Gensmann. Zweitens aber auch, weil nicht abzuschätzen ist, was mit den Kindern passiert, wenn sie positiv getestet werden, gibt Gensmann zu bedenken. „Was macht das mit dem Kind?“, fragt der Schulleiter. In einer Schulleiterrunde in der kommenden Woche soll das Thema noch einmal diskutiert werden.

Astrid Bangert wartet an der Primusschule noch auf die Corona-Tests, weiß aber, welche sie geliefert bekommt. Und es werden andere sein als vor den Ferien, sagt sie. „Solche, die am ungeeignetsten für Schulen sind.“ Zehn Tropfen einer Lösung, die aus einer Flasche für 20 Tests kommen, müssen jedem Schüler für das Stäbchen verabreicht werden. Genutzt werden die Tests bereits kommende Woche in der Notbetreuung für voraussichtlich 45 Kinder. An eine Rückkehr zum Präsenzunterricht glauben die Schulleiter aber nicht.

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