Förderung des Tourismus

Düstere Zukunft fürs Gipfelkreuz? - Wengeberg in der Diskussion

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Ein Gipfelkreuz auf dem Wengeberg: Diese Idee zur Förderung des Tourismus sorgte in der Nachbarkommune Breckerfeld für zahlreiche Diskussionen. Der dortige Bürgermeister André Dahlhaus blickt entspannt auf die Angelegenheit.

Nicht nur in Schalksmühle, auch in der Nachbarstadt Breckerfeld möchte man Fördermittel nutzen, um die Aufenthaltsqualität sowie den Tourismus zu fördern. So war es auch bei einem Gipfelkreuz auf dem Wengeberg angedacht. 

Breckerfeld - Diese Idee sorgte für viele Diskussionen. Ob das Vorhaben umgesetzt wird, steht in den Sternen.

Die 9000-Einwohner-Kommune Breckerfeld verfügt mit dem 442 Meter hohen Wengeberg über die höchste Erhebung im Ruhrgebiet. Die Stadt liegt im südlichsten Zipfel des Ruhrgebiets. Diese Besonderheit sollte genutzt werden, so ein ursprünglicher Plan. 

Ein 3,25 Meter hohes Gipfelkreuz zu errichtet, ist die Idee - mit dem Ziel die zum Ennepe-Ruhr-Kreis gehörende Stadt bekannter zu machen und die Zugehörigkeit zum Ruhrgebiet zu unterstreichen. Doch im vergangenen Jahr wurde das Vorhaben aufgrund eines entsprechenden politischen Beschlusses gestoppt. Es sei damals festgestellt worden, dass zahlreiche Anwohner in der unmittelbaren Umgebung des Berges Bedenken zu diesem Projekt haben, erklärt Breckerfelds Bürgermeister André Dahlhaus. 

Angst vor mehr Müll

Die Menschen befürchten, dass durch das Gipfelkreuz und den erhofften vermehrten Tourismus am Wengeberg auch die Menge an Müll steigen würde. Es gab sogar eine Unterschriftenliste gegen das Projekt. „Wir hatten uns daraufhin dazu entschieden, das Ganze noch einmal in Gesprächen der Verwaltung mit den Anwohnern, dem Stadtmarketingverein und der Politik zu diskutieren“, erklärt der Bürgermeister. 

Das Ergebnis aus diesen Dialogen sei, dass man gewisse Punkte prüfen und sich der Stadtrat anschließend fragen muss: „Wollen wir das so unbedingt umsetzen oder steht das Anliegen der Anwohner im Vordergrund?“. Wann eine Entscheidung gefasst wird, sei zeitlich nicht festzulegen. André Dahlhaus betrachtet das Thema von dieser Seite aus allerdings eher entspannt: „Wir gucken, wie es weitergeht. Es steckt kein Druck dahinter. Es wäre schön, so ein Gipfelkreuz zu haben. Aber das hängt jetzt nicht an einem Monat.“ 

Rechnung nach unten korrigiert

In einem aktuellen Bericht zum Oberthema Mischfinanzierungen kritisiert der Bund der Steuerzahler das Vorhaben der Stadt Breckerfeld, mit Fördergeldern aus dem Programm Vital.NRW das Gipfelkreuz errichten zu wollen. Man rechnet vor, dass neben des Anschaffungspreises von 3500 Euro für den Bau entsprechender Zuwegungen, eines gepflasterten Platzes sowie eines Zauns und einer Hecke das gesamt Vorhaben ursprünglich 22 000 Euro veranschlagt wurden. Mittlerweile habe man diese Rechnung nach unten korrigiert. 

Die Finanzierung sollte sich aber zu 25 Prozent aus „anrechenbarer Eigenarbeit“ und zu zehn Prozent aus Eigenmitteln der Kommune zusammensetzen. Vorgesehen war, dass, so der Steuerzahlerbund, der „Löwenanteil“ von 65 Prozent aus Fördergeldern bezahlt werden sollte. Trotz solider Haushaltslage der Hansestadt wolle man „skurril anmutende Projekte“ wie das Gipfelkreuz mit Hilfe von Steuergeldern umsetzen. Für diese Kritik hat André Dahlhaus allerdings überhaupt kein Verständnis.

Großes Maß an Eigenleistungen

Der Verwaltungschef weist daraufhin, dass für ähnliche Förderprogramm wie etwa Leader, die zur Stärkung des ländlichen Raumes dienen sollen, sogar explizit festgeschrieben sei, dass sie für die Aufwertung von Plätzen und touristischen Zielen genutzt werden sollen. Zudem stellt der Breckerfelder Bürgermeister das große Maß an Eigenleistungen heraus, das der in dieser Sache federführende heimische Stadtmarketingverein bereit wäre zu leisten. Die Verantwortlichen hätten etwa vor, einen Großteil der Pflastersteine am Gipfel selbst zu verlegen. „So eine Bereitschaft zeichnet unser Gemeinwesen doch aus.“

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