Nanogate in der Offensive

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Heedfeld - Restlos geklärt ist der Fall nicht: Wie stark ist der Gestank, der vom Gewerbegebiet Heedfeld-Süd ausgeht wirklich? Und wer verursacht den Geruch?

Im Gespräch mit unserer Zeitung haben sich nun Johannes Hof und Patrick Kirsten von der Geschäftsleitung der Firma Nanogate Vogler Systems zu der Situation geäußert. Mit am Tisch dabei auch: Andreas Koslowski als Technik-Leiter des Unternehmens. Tenor ihrer Stellungnahme: Nanogate Vogler sei nicht der Verursacher der beklagten Belästigungen. Die Worte von Geschäftsführer Johannes Hof: „An uns liegt es nicht. Wir arbeiten gesetzeskonform.“ 

Keine Überschreitung von Grenzwerten 

Doch der Reihe nach: Dass es im Umfeld eines Gewerbegebiets in gewissem Umfang zu Lärm und Industriegerüchen kommt, überrascht nicht. Schließlich wird dort transportiert, produziert und mit Werkstoffen hantiert. Das gilt auch für Heedfeld-Süd. Das Problem: Zumindest einige Anwohner im nahen Heedfeld meinen, dass das Maß des Erträglichen längst überschritten sei. Sie sprechen von erheblichem Lösungsmittelgestank, den der Wind in die Wohnsiedlung trage. 

Der Märkische Kreis ist in der Vergangenheit bereits aktiv gewesen, hat gemessen und geprüft, sieht aber keine Überschreitung von Grenzwerten und somit keinen Handlungsbedarf. So stellt sich – grob betrachtet – die Lage vor Ort dar. 

Wesentlicher Anlass für besagte Stellungnahme von Nanogate Vogler: In einem Bericht unserer Zeitung vor Monatsfrist fällt auch die Aussage, dass Nanogate Vogler „mitverantwortlich für die Geruchsbelästigung“ sei. Diese Darstellung weisen Johannes Hof und Patrick Kirsten entschieden zurück. Sie schildern die Dinge so: Im Jahr 2009 ist die Firma vom Lüdenscheider Freisenberg zur Golsberger Straße 1 im Gewerbegebiet Heedfeld-Süd gezogen. Und anfangs habe es am neuen Standort, sagt Kirsten, tatsächlich Beschwerden wegen Geruchsbelästigungen gegeben. Grund: Als Lackierbetrieb arbeite man wie auch eine benachbartes Galvano-Firma mit Lösungsmitteln. 

2011 allerdings, weiß Johannes Hof, habe Nanogate Vogler dann zur Verbesserung der Situation eine regenerative Nachverbrennungsanlage errichtet. Eine erfolgreiche Maßnahme, findet Kirsten: „Danach hatten wir keine Beschwerden mehr.“ 

„Wir arbeiten nach exakter Vorgabe“ 

Dennoch räumt Johannes Hof ein, dass es bei einem Lackierbetrieb wie Nanogate Vogler durchaus zu einer gewissen Geruchsentwicklung kommt. Aber, so Hof weiter: „Wir arbeiten nach exakter gesetzlicher Vorgabe“ – was auch behördlich bestätigt sei. Wobei gesetzeskonform eben nicht geruchsneutral bedeute. 

Gleichzeitig setzt Hof auf Transparenz: „Mit uns kann man immer sprechen. Und man kann uns auch besuchen.“ Außerdem wies Hof darauf hin, dass ein von unserer Zeitung veröffentlichtes Kurzporträt von Nanogate Vogler Fehler enthalte. So gebe es am Standort Golsberger Straße 1 keine chemische Reinigung, keine Entfettung von Metallteilen, keine Bedruckung, keinen Werkzeugbau und auch keinen Spritzguss.

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