Diskussion um Flächennutzungsplan für Schalksmühle

Wo gibt's Platz für Häuslebauer?

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Beschaulich wohnen lässt es sich in Schalksmühle an vielen Stellen – so auch im Höhengebiet an der Hülscheider Straße.

Schalksmühle - Wo und wie viel Platz für Wohnbebauung gibt es noch im Gemeindegebiet? Und ist dieser angemessen, um den Herausforderungen des demografischen Wandels gerecht zu werden? Darüber streiten sich derzeit Politik und Verwaltung.

Nach langer Diskussion beschloss der Gemeinderat – trotz Gegenwindes aus den Reihen der heimischen Christdemokraten – letztendlich die 20. Änderung des Flächennutzungsplanes (FNP). 

Damit werden im südwestlichen und zentralen Bereich Schalksmühles 15 Teilgebiete neu ausgezeichnet. Dabei geht es um sechs Wohnbau-, zwei gemischte Bauflächen und sieben für gewerbliche Nutzung vorgesehene Flächen. Von denen waren bislang zwei als gewerbliche Bauflächen, eine als Gewerbegebiet sowie vier als Industriegebiet ausgewiesen, aber nicht als solche, sondern als landwirtschaftliche Fläche oder Fläche für Wald genutzt. 

Die Gemeinde erklärt, dass sie diesen Weg gehen musste. Die Ausweisungen für Wohnbau- beziehungsweise gemischte Bauflächen seien laut Bezirksregierung zu hoch und entsprächen nicht der aktuellen Nachfrage und den Entwicklungszielen. Also müsse der Plan an die real bestehende Nutzung angepasst werden. Man wollte verhindern, dass sich, zum Beispiel in Heedfeld und Hülscheid, Gegenzentren zum Ortskern bilden. Zudem sei eine Zurücknahme der Flächen Grundvoraussetzung für die Genehmigung des Neubaugebietes Stallhaus durch die Bezirksregierung gewesen. 

Mit diesem Vorgehen im Bezug auf Wohnflächen zeigte sich die Schalksmühler CDU nicht zufrieden. Ratsfrau Annegret Schmitt erklärte die Haltung ihrer Fraktion: Die Ausweisung von weiteren Wohnflächen sei dringend notwendig. Eine Zurücknahme solcher Flächen lehne man ab. Man befürchte, etwa in den Höhengebieten, zukünftig keinen Wohnraum mehr realisieren zu können. 

Die Verwaltung hingegen weist daraufhin, dass man nur Teilflächen, etwa in Hülscheid und Rotthausen, zurücknehme. Dabei handelt es sich zum einen um ein 1,11 Hektar (ha) großes Areal am Ostrand der Ortschaft Hülscheid sowie um 2,58 Hektar nördlich der Rotthauser Straße in der Nähe der Kleingärten. So seien etwa hinter dem Aldi im Kurvenbereich der Hülscheider Straße und unterhalb der Rotthauser Straße noch Flächen von gut 1,3 beziehungsweise 2,6 Hektar weiterhin für Wohnbebauung vorhanden. 

Bei diesen Flächen handelt es sich nicht um ganze Wohngebiete, sondern um Bereiche, in denen mehrere Einzelhäuser oder Doppelhaus-Hälften entstehen könnten. Zudem gibt es nach Aussage der Verwaltung noch einige nicht zusammenhängende Flächen, auf denen Bauen möglich wäre. Einen genauen Überblick bieten in dieser Sache die einzelnen Bebauungspläne der Gemeinde, die auch unter http://www.schalksmuehle.de/wirtschaft-bauen/planen/ eingesehen werden können. 

„Selbst nach der Zurücknahme besteht ein übergroßes Potenzial an Wohnfläche – mehr als die Gemeinde aus Sicht der demografischen Entwicklung umsetzen kann oder vonseiten der Bezirksregierung darf“, erklärt dazu Ralf Bechtel, Leiter des Technischen Bauamtes. Auf Anfrage unserer Zeitung nennt er einen gesamten Überhang im Flächennutzungsplan von 18 Hektar. Inbegriffen sind hierbei allerdings auch Flächen, die aufgrund ihrer topografisch anspruchsvollen Lage nur schwer zu bebauen sind. 

Selbst nach der beschlossenen Zurücknahme von der rund vier Hektar bleiben noch genügend Bereiche, für die die Verwaltung Bebauungspläne aufstellen könnte. Schließlich habe die Bezirksregierung einen Bedarf von rund drei Hektar im Gemeindegebiet ermittelt.

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