Kersenbrock lebt für die Wehr

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Schon mit elf Jahren wollte Dirk Kersenbrock Teil der Feuerwehr werden. Doch da die Jugendfeuerwehr damals keinen Platz mehr frei hatte, wurde der Schalksmühler erst mit 19 Mitglied der Löschgruppe Hülscheid.

Schalksmühle - Erst mit 19 Jahren trat Dirk Kersenbrock der Schalksmühler Wehr bei. Von da an war er buchstäblich Feuer und Flamme für das Ehrenamt - auch weil er aus eigener Erfahrung weiß, wie wichtig die Arbeit der Ehrenamtlichen ist. Seit Februar 2014 leitet er die Freiwillige Feuerwehr Schalksmühle.

„Die Bereitschaft ist immer da“, sagt Kersenbrock. Solch ein Ehrenamt könne man nur ausführen, wenn man viel Herzblut reinstecke. „Das ist eine zeitintensive Sache.“ Viel Freizeit hat der 33-Jährige daher nicht. Das macht ihm aber nicht viel aus – denn die Tätigkeit bei der Feuerwehr sieht er als Herausforderung. Trotzdem erbat sich Kersenbrock erst einmal Bedenkzeit, als ihn Dieter Coordt als damaliger Gemeindebrandinspektor fragte, ob er sich vorstellen könnte, sein Nachfolger zu werden.

„Das kam überraschend. Man tritt ja nicht der Feuerwehr bei, um irgendwann mal an der Spitze zu stehen.“ Doch der Gedanke, die Arbeit der Wehr nachhaltig mitgestalten zu können, gefiel ihm. „Mich reizt diese verantwortungsvolle Aufgabe. Und natürlich ist da auch ein besonderer Kitzel bei, was die technischen Geräte angeht und die besonderen Fähigkeiten, die man innerhalb der Ausbildung erwirbt.“ Auch der Grundgedanke der Wehr, eine besondere Form der Nachbarschaftshilfe zu leisten, bewege ihn bis heute.

Auch deshalb, weil er und seine Familie 2005 auf die Hilfe seiner Kameraden angewiesen waren: Damals brannte das Wohnhaus der Familie in Everinghausen komplett aus. Ein technischer Defekt war die Ursache. „Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen kann ich mich heute im Einsatz viel besser in die Situation der betroffenen Menschen versetzen. So eine Situation ist mit viel Stress und Aufregung verbunden und ich weiß, was an zusätzlicher Hilfe nötig ist.“ Das Wohnhaus baute seine Familie als Zweifamilienhaus neu auf – selbstverständlich mit einem wohlüberlegten Sicherheitskonzept und Brandmeldeanlage. „Das gibt einem ein sicheres Wohngefühl.“

Neben Ehrenamt wenig Zeit für Privates

Rund 500 Stunden im Jahr, zahlreiche Abende und Wochenenden widmet Kersenbrock nun seinem Ehrenamt. „Ich bin dankbar, dass mir mein Arbeitgeber das ermöglicht. In der privaten Wirtschaft ist das nicht so flexibel zu gestalten.“

Kersenbrock ist beim Märkischen Kreis im Fachdienst Verkehrssicherung und Lenkung tätig. Ein Job, der dem ordnungsliebenden Kersenbrock viel Spaß macht. Auch die umfangreiche Verwaltungsarbeit bei der Feuerwehr macht ihm nichts aus. „Da muss man schon einen Sinn für haben und sich die Ruhe antun können, um auch mal einen mehrseitigen Aktenvermerk schreiben zu können. Neben seiner Tätigkeit als Gemeindebrandinspektor ist Kersenbrock seit 2009 Mitglied der Einsatzleitung Märkischer Kreis und seit Ende 2014 stellvertretender Vorsitzender des Feuerwehrverbandes Märkischer Kreis. Die Ämter fordern ihren Tribut: wenig Zeit für Privates.

„Meine Familie hat da Verständnis für und unterstützt mich.“ Freundschaften zu pflegen sei heute schwieriger, doch der Freundeskreis sei verständnisvoll. Viele Freunde fand Kersenbrock auch innerhalb der Feuerwehr, in der er die „super Kameradschaft“ schätzt. Bleibt aber doch mal Zeit für Freizeit, hält sich Kersenbrock gern auf dem Wasser auf. Vor Jahren machte er den Bootsführerschein und ist nun gern mit dem Motorboot in holländischen Grachten unterwegs.

„Das entschleunigt. Dabei kann ich gut entspannen.“ Ganz abschalten kann er zuhause nämlich nicht. Denn die Bereitschaft ist schließlich immer da.

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