„Die Malschule ist eine Insel“

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Durch das freie Arbeiten und die vielen Vorlagen können die Malschüler ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Die kleine Gruppengröße garantiert dabei eine individuelle Betreuung. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Die Malschule von Ute Ludwigsen-Kaiser ist seit über 20 Jahren eine Größe in Schalksmühle. Kinder und Jugendliche kommen hier gerne zum Entspannen her, aber auch mit anderen Sorgen finden sie immer ein offenes Ohr bei der Malschulleiterin.

16 Uhr am Montagnachmittag, die Malschülerinnen sitzen bereits an ihren Tischen oder laufen noch herum, um einige Farben zusammenzusuchen. Bereits beim Eintreten kann man eine lockere und entspannte Atmosphäre spüren. Insgesamt zehn Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind an diesem Nachmittag dort. „In keiner Gruppe ist die Altersspanne so groß“, erklärt Ute Ludwigsen-Kaiser, „aber besonders diese bunte Gruppe liegt mir am Herzen.“ Neben der Montagsgruppe gibt es Dienstagnachmittag noch eine gemischte Erwachsenen- und Kindergruppe sowie montagabends eine reine Erwachsenengruppe.

Sabrina Grau ist bereits seit der vierten Klasse Malschülerin, mittlerweile ist sie 18 Jahre alt. Sie sitzt konzentriert über ihrem Ölbild, Kopfhörer im Ohr und arbeitet sich Millimeter für Millimeter weiter. Sie malt ein sehr detailliertes Bild nach einer Fantasy-Vorlage – akribische Kleinstarbeit. „Seit vorletztem Sommer 2010 sitze ich schon an diesem Bild“, erklärt Sabrina, „mit ein paar kleinen Unterbrechungen“. Zurzeit macht sie eine schulische Ausbildung zur gestaltungstechnischen Assistentin, auch dazu habe sie die Malschule angeregt, da sie in diesem Beruf ihrer Fantasie freien Lauf lassen könnte.

Nicht alle sind schon so lange dabei wie Sabrina. Lisa Niemeyer, 16 Jahre und erst seit 2009 Malschülerin, erklärt, dass sie erst durch einen Flyer in der Schule auf die Malschule aufmerksam geworden sei. Für sie bedeuten die eineinhalb Stunden malen „einmal pro Woche abschalten.“ Die 17-jährige Anna Weber antwortet auf die Frage, ob sie die Malschule als ungewöhnliches Hobby empfinde: „Manche machen Sport, gehen Reiten und ich gehe eben in die Malschule.“

Bei einer Sache sind sich aber alle einig: das Arbeiten in der Malschule sei viel entspannter und freier als in der Schule. Doch gerade in der heutigen Zeit könnten nicht mehr alle das Angebot wahrnehmen. Wie auch andere Vereine, habe die Malschule einen Rücklauf an Interessenten, zum Teil aufgrund der Ganztagsschulen. „Manche Malschüler kommen fast noch mit dem Mittagessen in den Backen hier an“, erklärt Ute Ludwigsen-Kaiser. Dabei würde die Malschule vielen beim Entspannen helfen. „Es kam auch schon vor, dass Malschüler total überdreht ankamen und hinterher hier weggingen, als wären sie durch eine Waschmaschine gegangen“, so ruhig und ausgeglichen seien sie nach der Stunde gewesen, freut sich die Leiterin. „Die Malschule ist und war schon immer eine Insel“, fügt sie hinzu.

Was die Malschule noch von dem Kunstunterricht in der Schule abhebe, sei das uneingeschränkte Angebot an Materialien: von Acryl-, Öl- und Aquarellfarbe bis hin zu Kohle, Aquarell- und Buntstiften oder Pastellkreide – den Malschülern stehen alle Möglichkeiten offen. Die achtjährige Lilian Beindorf stimmt zu: „Die Schule ist das Gegenteil zur Malschule.“ Gerade hat sie einen von Raffaels Engeln fertig gestellt, den sie ihrer Mama, die erst als junge Erwachsene aus der Malschule ausgetreten ist, schenken möchte.

Bei allen Motiv- und Maltechnikwünschen stehe Ute Ludwigsen-Kaiser den Malschülern immer mit Rat und Tat zur Seite, weniger belehrend, dafür mit viel Herz und Geduld.

Um weitere Informationen zur mittlerweile seit mehr als 20 Jahren bestehenden Malschule zu erhalten, lohne sich auch ein Besuch auf der Homepage http://www.malschule-schalksmuehle.dekat

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