Kultur-, Bildungs- und Begegnungszentrum

Projekt „Dritte Orte“ startet bald - diese Kirche ist bald keine mehr

Kreuzkirche am Mathagen
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Die Kreuzkirche am Mathagen wird zum Dritten Ort. Die Entwidmung des Gotteshauses verschiebt sich durch die Corona-Lage, dennoch steht der Beginn der Projektarbeit kurz bevor. 

Das Vorhaben, die Kreuzkirche in ein Kultur-, Bildungs- und Begegnungszentrum umzuwandeln, hat eine weitere wichtige Hürde genommen. Anfang Dezember erhielt die Gemeinde ein erfreuliches Schreiben aus Düsseldorf.

Schalksmühle – Die Gemeinde Schalksmühle erhält bekanntlich Fördermittel aus dem Programm „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung im Ländlichen Raum“ des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW. Der Parlamentarische Staatssekretär Klaus Kaiser (MdL) teilte dem verantwortlichen Fachbereich nun mit, dass das von ihr in Kooperation mit einem Planungsbüro eingereichte Konzept „sich zum zweiten Mal in einem anspruchsvollen Bewerbungsverfahren durchgesetzt“ habe. Die Verantwortlichen erfuhren, dass die Bewerbung um Fördermittel für die Umsetzungsphase von der Jury ohne weitere Einschränkungen oder Auflagen als förderwürdig befunden wurde. „Das ist eine sehr positive Nachricht und eine Motivation für unsere weitere Arbeit“, betont die Projekt-verantwortliche, Fachbereichsleiterin Anja Wolf.

Mit dem Schritt, im Dezember den offiziellen Fördermittelantrag bei der Bezirksregierung Arnsberg einzureichen, beantragte man zeitgleich einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn. „Sofern dem stattgegeben wird – davon ist auszugehen –, müssen wir nicht auf den offiziellen Förderbescheid warten, der voraussichtlich erst im nächsten Frühjahr kommt, sondern können vorher mit unserer Arbeit starten“, erklärt die Gemeindemitarbeiterin.

Entwidmung der Kreuzkirche verschoben

Momentan kann die Gemeinde noch nicht über das Gebäude verfügen. Die Übernahme, allerdings ohne Pfarrhaus, war für 1. Februar geplant. Das Evangelische Kreiskirchenamt und die Evangelische Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück werden diesen Termin jedoch nicht halten können, heißt es. Wegen des Lockdowns kann der für den 24. Januar geplante Entwidmungsgottesdienst nicht stattfinden. Außerdem sind verschiedene Miet- und Pachtverhältnisse noch nicht geklärt. Als neuer Übernahmetermin steht der 1. April im Raum.

Rückblickend stellte die Corona-Krise die Verantwortlichen vor Herausforderungen. „Um den Beginn der Umsetzungsphase einzuläuten, fand am 8. Dezember ein erstes Gespräch per Video-Chat mit dem Kernteam und dem Büro ‘startklar’ statt, in dem wir die nächsten Projektschritte besprochen haben“, sagt Anja Wolf. „Diese werden sich zunächst auf weitere Planungs- und Verwaltungsaufgaben konzentrieren, die wir Corona-konform vorläufig nur per E-Mail, Telefon oder Video-Chat durchführen werden.“

Eine der ersten Aufgaben werde das Einrichten einer eigenen Homepage sein. Auf jeden Fall soll das Projekt weiterhin durch eine externe Prozessbegleitung unterstützt werden. „Weiterhin soll im Rahmen des Projekts ein Kultur-/Dritte-Orte-Manager eingestellt werden. Im Stellenplan der Gemeinde ist ab 2021 dafür zunächst eine halbe Stelle zusätzlich eingeplant.“ Diese sei auf den Förderzeitraum von drei Jahren befristet und werde mit 80 Prozent bezuschusst. Die Verantwortlichen hätten aber in den Antrag mit aufgenommen, dass die Projekt-Arbeit auch über die Förderung hinaus gehe. Eine weitere Beschäftigung des Managers sei deshalb sinnvoll, heißt es.

Das ist eine sehr positive Nachricht und eine Motivation für unsere weitere Arbeit.

Anja Wolf, Projektleiterin

„Ursprünglich war vorgesehen, die Konzeptentwicklung mit einer breiten Bürgerbeteiligung zu begleiten. Doch leider hat uns die Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mit dem Einreichungstermin für den Landeswettbewerb Ende August im Nacken blieb nur die Option, die vorhandenen Nutzungsideen zusammenzutragen und zu einem schlüssigen Gesamtkonzept zu verdichten“, sagt Anja Wolf. Dabei sei aber noch vieles offen, und es gebe viele Möglichkeiten für Vereine und Initiativen aus dem Kulturbereich sowie engagierte Bürger, das Projekt aktiv mit zu gestalten.

„Im Normalfall würden wir jetzt eine große Bürgerwerkstatt machen, Arbeitsgruppen bilden und darin wichtige Themen wie die konkrete Programmgestaltung und den Umbau der Kreuzkirche voranbringen. Doch leider haben wir aktuell nicht den Normalfall. Deshalb müssen wir auf andere Wege ausweichen.“ Der Einstieg in die konkrete Projektarbeit soll deshalb am 28. Januar erfolgen. Und zwar ab 18 Uhr in Form einer Videokonferenz, in der die anstehenden Themen bearbeitet und unter anderem Arbeitsgruppen gebildet werden sollen. „Neben den bereits beteiligten Institutionen und Personen sind auch alle kulturinteressierten Bürger, die an der Entwicklung der Kreuzkirche zu einem Dritten Ort mitwirken möchten, herzlich dazu eingeladen“, betont die Fachbereichsleiterin. Die Zugangsdaten zur Videokonferenz können per E-Mail bei der Projektleiterin angefordert werden (a.wolf@schalksmuehle.de).

Mögliche Zusammensetzung der Arbeitgruppen

  • Die Verantwortlichen schlagen folgende Aufgaben und Zuständigkeiten für die Teilnehmer vor, weisen aber darauf hin, dass sie jederzeit erweitert werden können:
  • Steuerungsgruppe: Sie trifft Grundsatzentscheidungen, hat den Gesamtüberblick, ist ausgestattet mit entsprechenden Entscheidungskompetenzen, hat die „Finanzhoheit“, eine „feste“ Struktur, hohe Verbindlichkeit und eine geringe Fluktuation.
  • AG Bau und Ausstattung: Sie sorgt für die Begleitung der Planung und Umsetzung des Umbaus, für die Beteiligung an der Auswahl des Architekten, sie ist Kontaktgruppe für den kontinuierlichen Austausch mit dem Architekten, ist für die Festlegung der erforderlichen Ausstattung zuständig und für die Formulierung der baulichen „Anmutung“ der neuen Kreuzkirche
  • AG Gastronomie und Herzstück: Ihre Aufgabe ist das Konzept für Gastronomie und den Begegnungsort unter „beengten Bedingungen“ und löst die Kernfrage: Wie wird die Kreuzkirche ein „gastlicher Ort“?
  • AG Inhaltliche Programmatik: Sie konzipiert die „Aneignung“ und löst Fragen wie „Wie geht es konkret los?“ und „Was ist auch mit Corona möglich?“. Sie arbeitet schrittweise das Programm für den Kulturort aus, legt die „Spielregeln“ für die Nutzung fest und koordiniert die verschiedenen Nutzergruppen.
  • Kommunikation/Öffentlichkeitsarbeit: Sie ist für die Erstellung der Homepage, ihre Pflege und Aktualisierung sowie für die Dokumentation des Projektfortschritts und für den Image-Film und die Pressearbeit des „Dritten Ortes“ zuständig.

Viele Möglichkeiten der Mitgestaltung

In der Konferenz sollen alle Teilnehmer die Präferenzen für ihr Mitmachen äußern. Nach dieser werde man in kleineren, themenbezogenen Gruppen arbeiten. Sobald die Pandemie es zulässt, wird das Projektteam entsprechende Ortstermine organisieren, um zumindest in kleineren Gruppen einige Objekte persönlich anschauen zu können“, sichert Anja Wolf zu.

Der Ausschuss für Kultur und Sport nahm am Donnerstag den Sachstand zu dem Projekt zur Kenntnis.

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