Projekt für soziale Kompetenz

Die Kinder stärken: Jugendzentrum und Schule im MK kooperieren 

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Teamarbeit gefragt: Beim Spiel „Die Insel“ müssen die Schüler zusammenhalten und kommen nur gemeinsam ans Ziel.

Eine Kooperation zwischen einem Jugendzentrum und einer Schule im MK soll die soziale Kompetenz von Schülern stärken. Dabei kommt es auf verschiede Dinge an.

Schalksmühle – Die Kinder stehen auf Stühlen, verteilt im großen Raum des Jugendzentrums am Wansbeckplatz. Jedes hat sich seinen Platz irgendwo im Raum selbst gesucht. Jan Gubar, Sozialarbeiter der Primusschule, erklärt ihnen nach und nach, wie das Spiel „Die Insel“ funktioniert. Damit endete in diesem Jahr das soziale Kompetenztraining für die Schüler und Schülerinnen der Stufe 2 (Jahrgänge 4 bis 6) der Primusschule im Jugendzentrum.

Über fünf Wochen waren alle sieben Lerngruppen der Stufe für jeweils zwei Tage im Jugendzentrum, um an dem Training teilzunehmen. Erstmals wurde Kerstin Heim, Sozialpädagogin und Leiterin des Jugendzentrums, dabei von Schulsozialarbeiter Jan Gubar unterstützt. Das Training besteht aus mehreren Bausteinen, bei denen die Kinder vieles selbst erarbeiten sollen. Sie befassen sich in der Theorie mit verschiedenen Fragen und zwischendurch gibt es immer wieder Spiele, bei denen sie sich austoben können – so scheint es zumindest. Denn was für die Kinder Spiele sind, sind in der Tat praktische Trainingseinheiten zu den einzelnen Themen, die ganz nebenbei auch noch Spaß machen. „Die Insel“ zum Beispiel fällt unter den Aspekt „Vertrauen und Grenzen“. Aber das steht erst am Ende der arbeitsintensiven Tage im Jugendzentrum.

Die Kinder sensibilisieren

Zuerst geht es um Regeln. Dazu fragen sich die Jungen und Mädchen: Wie wünsche ich mir, dass man mit mir umgeht, und wie gehe ich mit anderen um? Außerdem wollen die Trainer die Kinder sensibilisieren, was Gewalt ist. Jedes Kind konnte an einem Gewaltstrahl einordnen, welche Übergriffe wie schlimm sind. Dabei wurde deutlich, dass auch das subjektive Empfinden eine große Rolle spielt und akzeptiert werden muss. Zu diesem Komplex brachten die Trainer auch die möglichen strafrechtlichen Konsequenzen ins Spiel – was ist zum Beispiel eine einfache oder schwere Körperverletzung und wie wird was geahndet?

Danach folgte ein konkreter Blick auf die Situation in der Lerngruppe. Unter den Stichworten „Vertrauen und Ärger“ und „Ärgern und Mobbing“ entdeckten die Kinder, dass die Grenzen mitunter fließend sind, je nachdem, was der Einzelne noch als Spaß oder schon als Mobbing empfindet. Nicht leichtfertig mit Sprache umzugehen gehört auch dazu. „Viele rufen einfach ’hey, ich werde gemobbt‘ und wissen gar nicht, wie schlimm das wirklich sein kann“, sagt die Sozialpädagogin.

Dreimal ein Training für die Schüler

Da jedes Kind aufgrund des jahrgangsübergreifenden Unterrichts an der Primusschule drei Jahre in der Stufe 2 ist, sollte es auch dreimal an dem Training teilnehmen – so können die Themen nachhaltig verinnerlicht werden. Wichtig ist es, dass sie nicht vorher wissen, was sie erwartet, sagt Kerstin Heim. „Wir sagen den Kindern deshalb immer, dass sie ihren Freunden oder Geschwistern aus den anderen Lerngruppen nichts verraten sollen.“

Soziales Kompetenztraining: Das heißt auch, niemanden in der Gruppe auszugrenzen.

Damit sich für die Kinder nichts wiederholt, soll es für drei Jahre unterschiedliche Programme geben. Kerstin Heim hat die beiden ersten allein erarbeitet. Da es im vergangenen Jahr kein Training gab, hat sie jetzt darauf zurückgegriffen. Jan Gubar ist zum ersten Mal mit dabei und erst unmittelbar vor dem ersten Termin mit eingestiegen. Es hat nicht lange gedauert, bis sich die Sozialpädagogin und der Sozialarbeiter aufeinander eingespielt hatten. Für Gubar ist es nicht zuletzt für seine Arbeit an der Schule sinnvoll, zu wissen, was die Kinder an den Tagen im Jugendzentrum trainieren, denn schließlich soll genau das auch im Schulalltag gelebt werden.

Auf den Teamgeist kommt es an

Zurück zum Spiel „Die Insel“: Die Kinder sollen sich vorstellen, sie sind mit einem Floß auf dem offenen Meer unterwegs und dieses Floß bricht auseinander. Jetzt geht es darum, dass alle, egal auf welchem Stück des Floßes – also auf welchem Stuhl – sie stehen, die rettende Insel erreichen. Schwimmen ist keine Option, denn im Meer wimmelt es von Haien. Das heißt, die Kinder müssen ihre Floßteile (Stühle) bewegen, ohne selbst den Boden zu berühren. Und das funktioniert nur gemeinsam – und auch der letzte, der vielleicht irgendwo allein mit seinem Stuhl steht, muss abgeholt werden. Das Spiel zeigt den Kindern, wie wichtig Kooperation und Teamgeist sind, um gemeinsam schwierige Situationen zu lösen, aber auch, dass persönliche Grenzen trotzdem akzeptiert werden müssen, wenn es auf dem Floß eng wird.

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