Autorin, Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin

"Hallo Frau Imamin" - Seyran Ates liest im PZ aus ihrem Buch

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Seyran Ates - im Bild mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff - liest im November im PZ. 

Schalksmühle - Als das Kulturprogramm der Gemeinde für das laufende Jahr vorgestellt wurde, war noch nicht geklärt, wer im Rahmen der jährlichen Autorenlesung zu Gast sein wird. Nun ist die Planung in Zusammenarbeit mit der Bücherei Schalksmühle KöB abgeschlossen.

Die deutschlandweit bekannte Autorin, Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin mit türkisch-kurdischen Wurzeln, Seyran Ates, konnte für einen Auftritt am Freitag, 22. November, im Pädagogischen Zentrum gewonnen werden. Sie wird Passagen aus ihrem Buch „Selam, Frau Imamin – Wie ich in Berlin eine liberale Moschee gründete“ vortragen. Das Publikum soll im Anschluss daran die Möglichkeit bekommen, Fragen zu stellen und damit eventuell eine Diskussion anzustoßen. 

Ates´ Buch 

In ihrem Werk beschreibt die Autorin den „türkischen Staatsislam“ in Deutschland. Ates ist der Meinung, dass die meisten aktiven Imame ein „gestörtes Verhältnis zur Religionsfreiheit, zur Gleichberechtigung und zur Homosexualität“ haben. Sie würden einen Islam von vorgestern predigen. Dies habe Folgen. Liberale Muslime würden so in Deutschland „heimatlos“. Eine weitere Aussage, die die Aktivistin in ihrem Buch trifft, ist, dass durch Terrorgruppen wie der sogenannte Islamische Staat, al-Qaida oder Boko Haram der Islam von vielen heute mit Gewalt gleichgesetzt werde. Dieses Bild möchte Seyran Ates nach eigenen Aussagen korrigieren. 

Moscheegründung 

Seyran Ates‘ Wunsch nach einem liberalen Islam in Deutschland führte zur Gründung der Ibn Rushd-Goethe Moschee in Berlin, einem reformierten Gotteshaus. Zudem baut sie ein Netzwerk von liberalen Muslimen auf. 

Die Autorin 

Seyran Ates wurde 1963 in Istanbul geboren, lebt seit 1969 in Deutschland. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter das Bundesverdienstkreuz erster Klasse, das Bundesverdienstkreuz am Bande und der Verdienstorden der Stadt Berlin. Sie lernte Arabisch und ließ sich in Istanbul und Berlin zur Imamin ausbilden. 

Veröffentlichungen 

Zuletzt sind von ihr erschienen: „Der Islam braucht eine sexuelle Revolution“ (2009) und „Wahlheimat“ (2013). Seyran Ates ist gläubige Muslimin. Der konservative Islam der allermeisten deutschen Moscheegemeinden sei jedoch mit ihren religiösen Überzeugungen nicht vereinbar, sagt die Autorin. 

Ihre Vision 

Seyran Ates setzt sich dafür ein, dass „friedliebende, liberale Muslime zusammenfinden, um selbst einen Islam zu realisieren und zu leben, der eine gleichberechtigte Teilhabe aller an den Gebeten und der Gemeinschaft der Gläubigen möglich macht“. Die neu gegründete Moschee sei nicht nur eine spirituelle Heimat, sondern vor allem ein Ort für Frauen und Männer, die sich in traditionellen Moscheen nicht wohlfühlen und die sich nicht vorschreiben lassen wollen, wie sie ihre Religion zu leben haben. Seyran Ates will den Islam von innen heraus reformieren und mit einer zeitgemäßen Auslegung des Korans Toleranz, Gewaltfreiheit und Geschlechtergerechtigkeit in den Vordergrund ihrer Religionsausübung stellen. Besonders in der jetzigen Zeit wünscht sie sich nicht nur, dass Muslime friedlich zusammenleben, sondern dass alle Menschen – egal welcher Konfession – das tun.

Lesung 

Ort: PZ, Freitag, 22. November, ab 20 Uhr. Eintritt: Vollzahler 12, Teilzahler 9 beziehungsweise 6 Euro. Vorverkauf: Büchertisch, Buchhandlung Kö-Shop (Halver), ab Mitte nächster Woche im Bürgerbüro (Rathaus) und online (zuzüglich Gebühren) auf der Internetseite der Gemeindeverwaltung (www.schalksmuehle.de). Reservierung: bei Christiane Buscher-Bach unter Tel. 0 23 55/8 42 42

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