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Defibrillator ist gar nicht einsatzbereit - wer kümmert sich?

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Von: Thomas Machatzke

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Jens Schilling, Schalksmühle, Defibrillator
Jens Schilling im Februar 2020: Schon zu diesem Zeitpunkt war der Defibrillator, den er hier in den Händen hält, nicht mehr einsatzbereit. © Machatzke, Thomas

Ein Defibrillator in der Sporthalle ist eine gute Sache, doch wenn es mit der Wartung hakt, dann ist er auch ein Versprechen, das im Notfall womöglich nicht eingelöst werden kann.

Schalksmühle – So wie nun in der Sporthalle Löh, auch wenn es diesen Notfall nicht gegeben hat, ein wachsames Auge den Missstand rechtzeitig bemerkt hat.

In der Sporthalle Löh hängt seit Jahren ein Defibrillator, also ein Gerät zur Behandlung von Herzerkrankungen, bei denen das Herz plötzlich viel zu schnell schlägt. Sobald sich die Herzfrequenz zu stark beschleunigt, gibt er einen oder mehrere Stromstöße an das Herz ab, die die Rhythmusstörung beenden. Das Herz kann danach wieder normal weiterschlagen. Die Handballer der SGSH Juniors hatten dieses Gerät und eines für den Standort an der Halveraner Mühlenstraße vor Jahren als private Spende erhalten. In der Halle hätte so im Notfall Hilfe erfolgen können. Die Halle war ein Stück sicherer geworden.

Schon im Februar 2020 gab es den ersten Hinweis

Als Jens Schilling im Februar 2020 am Löh auf Einladung der Handballer der SGSH Dragons eine Schulung zur Laienreanimation durchführte und den Übungsleitern und Aktiven den Umgang mit einem Defibrillator erklärte, fiel dem Hagener indes auf, dass der am Löh für Notfälle stationierte Defibrillator nicht mehr einsatzbereit war. Er teilte dies den SGSH-Verantwortlichen mit und bat um Instandsetzung. Nun indes, gut eineinhalb Jahre später am Samstag beim Heimspiel des TuS Volmetal, dessen Marketingleiter Schilling ist, prüfte Schilling das Gerät eher zufällig erneut – und stellte fest, dass sich nichts getan hatte.

„Im Jahr 2018 war die Batterie- und Elektrodenkassette des HeartSine PAD SAM300P abgelaufen. Außerdem bin ich mir ziemlich sicher, dass sich niemand vonseiten der Stadt oder der dort spielenden Sportvereine um eine regelmäßige STK (vom Gesetzgeber alle zwei Jahre vorgeschrieben) kümmert“, erklärt Schilling, der sich am Sonntag mit der SGSH in Verbindung setzte und außerdem die Gemeinde informierte.

Die SGSH-Verantwortlichen gaben dem Volmetaler Marketingleiter Auskunft, dass sie die Problematik bei der Gemeinde gemeldet hätten. Dort allerdings war das Problem bis zur Mail Schillings offensichtlich nicht bekannt. Auch bei Sicherheitsbegehungen hatten Mitarbeiter der Gemeinde den Defibrillator offensichtlich ausgespart, weil dieser offiziell nicht der Gemeinde gehört, sondern dem Verein.

Schnelle Instandsetzung ist geplant

Nektarios Stefanidis, Sachgebietsleiter im Ressort Bildung, Kultur und Sport, kann dies nicht nachvollziehen. „Der Defibrillator hängt in einer kommunalen Einrichtung. Dann müssen wir auch schauen, dass er funktionsfähig ist“, sagt Stefanidis. Die Gemeinde werde nun sehen, dass sie das Gerät schnell wieder instandsetzt. Auch die Klinke zum Raum, in dem der Defibrillator deponiert ist, werde umgehend erneuert, damit der Weg im Notfall frei sei für die schnelle Hilfe. Egal ob im Training, bei Wettkämpfen oder auch im Schulsport.

„Gerade im Sport kommt es immer wieder zu plötzlichen Herzstillständen, die häufig mit Herzrhythmusstörungen eingehen. Diese müssen zeitnah mit einer suffizienten Herzdruckmassage und einer Defibrillation behandelt werden. Hierfür ist die Einsatzbereitschaft des aushängenden Defibrillators überlebenswichtig“, stellt Jens Schilling fest und fordert zum schnellen Handeln auf. Sein Ruf, er dürfte in Schalksmühle nun nachhaltig angekommen sein.

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