„Das ist reine Abzocke“

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Für Jens Peter Krohmann ist die Erhöhung der Lizenz „reine Abzocke“. Sein Geschäft ist davon aber nicht bedroht.

Schalksmühle - Die Lizenzgebühren für Betreiber von Lotto-Annahmestellen steigen an, und zwar deutlich: Die Bezirksregierungen in NRW verlangen derzeit auf einen Schlag 1250 Euro für fünf Jahre im Voraus von den Betreibern – das ist ein Anstieg um das Zwölffache. Für einige Geschäfte könnte diese Summe das Aus bedeuten. In Schalksmühle müssen sich Lotto-Spieler aber keine Sorgen machen.

Von Alisa Kannapin

„Die Erhöhung ist zwar eine reine Abzocke, aber mein Geschäft wird es weiter geben“, macht Jens Peter Krohmann klar, der seit 2005 das Zeitschriften- und Tabakgeschäft in Kombination mit der Lotto-Annahmestelle und der Postfiliale im Kaufpark betreibt.

Das Ungerechte an der Erhöhung der Gebühren sei aber nicht die Summe an sich, die sich auf umgerechnet rund 20 Euro im Monat belaufe. Sondern, dass die Bezirksregierungen das Geld für fünf Jahre im Voraus von den Lotto-Annahmestellen einfordern. „Wenn ich innerhalb dieser Zeit aber mein Geschäft schließen muss oder es an jemand anderen übergebe, erhalte ich keinen Cent zurück. Der neue Betreiber müsste stattdessen die 1250 Euro sogar noch einmal neu für die nächsten fünf Jahre bezahlen“, erklärt Krohmann.

In NRW übernahm die Gesellschaft WestLotto die Zahlung der Lizenzgebühren in Höhe von bisher 100 Euro für fünf Jahre für die rund 3600 Annahmestellen. Durch die Erhöhung sind künftig 4,5 Millionen Euro fällig. Hier zieht WestLotto aber die Reißleine: Das Geld müssen die Betreiber nun selbst zahlen.

Das ist für Jens Peter Krohmann auch verständlich. „Das ist kein Problem, das uns WestLotto einbrockt, sondern der Staat.“ Für kleinere Betriebe könnte es schwierig werden, die Lizenzgebühren aufzubringen, glaubt der Schalksmühler. „Man muss dabei auch andere Faktoren betrachten, die die Betreiber belasten: Das sind höhere Strom- und Mietkosten, der Mindestlohn und ein genereller Umsatzrückgang im Kerngeschäft – also Zeitschriften, Zeitungen und Tabakwaren – der aufgefangen werden muss.“

Auch das Geschäft mit der Lotterie sei in den vergangenen Jahren zurückgegangen. „Die Leute sparen eben an Dingen, die sie nicht zwingend brauchen, und dazu gehört das Lotto-Spiel.“

Glücksspieler werden von der Lizenzerhöhung jedoch nichts merken: Die Lotterie-Preise steigen nicht an. Krohmann: „Da wir Preisbindungen unterliegen, ist eine Erhöhung der Preise auch gar nicht möglich.“

Von der Lotto-Annahmestelle innerhalb der Aral-Tankstelle in Heedfeld war keine Stellungnahme zu erhalten.

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