Ein Teil der Gemeinde

Hof Dahlhausen: Die Älteste Familie im Ort

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Das Bauernhaus in Dahlhausen, das an der Haustür die Jahreszahl 1794 trägt, wurde im Verlauf seiner Geschichte mehrfach umgebaut und erweitert.

Schalksmühle - „Die Ortschaft heißt Dahlhausen, aber der Familienname ist Dahlhaus.“ Beides besteht seit mehr als 500 Jahren und ist Teil der Gemeinde Schalksmühle.

Auf Hinrich Bleser van Dahlhusen, dessen Familienname sich im Laufe der Zeit in Dahlhaus verwandelt hat, führt Heidemarie Pfalzer (geborene Dahlhaus) den Stammbaum ihrer Familie, der bis ins Jahr 1477 zurückreicht, zurück. Zwar ist an der Haustür des schmucken Bauernhauses, in dem die Schalksmühlerin mit Ehemann Ernst lebt, die Jahreszahl 1794 angebracht, im Kern ist der Hof, der der Ortschaft zu ihrem Namen verhalf, jedoch wesentlich älter. 

Letzter Namensträger verstarb 1982 

Beim Stöbern in alten Unterlagen, die sie wie einen Schatz hütet, fand Heidemarie Pfalzer heraus, dass ihre Familie mehr als 500 Jahre am Ort beheimatet ist. Von Generation zu Generation ging der Hof an einen Dahlhaus über. Carl Dahlhaus, Heidemarie Pfalzers 1982 verstorbener Vater, war der letzte Namensträger. 

Heidemarie Pfalzer hält die Geschichte ihrer Familie in Ehren. Ihr Vater Carl war der letzte Namensträger der Familie Dahlhaus.

Als älteste von zwei Töchtern übernahmen die Schalksmühlerin und ihr aus Memmingen stammender Ehemann den Hof. In der Allgäuer Landjugend lernte sich das Paar kennen und lieben. Annette Dahlhaus, die zehn Jahre jüngere Schwester Heidemarie Pfalzers, trägt noch heute den Namen ihrer Familie. 

Die Landwirtschaft haben die Pfalzers, die selbst drei Kinder haben, inzwischen an den Nagel gehängt. „Wir hatten zuletzt 100 Tiere“, erzählt Pfalzer. „Und alle haben wir selbst großgezogen.“ Großflächig baute die alteingesessene Schalksmühler Familie früher überdies Kartoffeln an. "Wir haben ganz Schalksmühle mit Kartoffeln beliefert."

Heidemarie Pfalzer Die jahrhundertealte Geschichte ist in dem Bauernhaus, das im Lauf der Zeit mehrfach umgebaut und erweitert worden ist, allgegenwärtig. Ältester Teil des Hauses sind die gute Stube und die angrenzende, durch eine mit reichem Schnitzwerk verzierte Holzwand abgetrennte Küche. Dass hier die Keimzelle des Hauses zu finden ist, zeigen nicht zuletzt die dicken (Außen-)Wände. 

Alte Bibeln, Gesangbücher und Predigttexte weisen Brandspuren auf.

Wie ihren Augapfel hütet Heidemarie Pfalzer, die mit der Arbeit auf dem Hof groß geworden ist, die alten Schriftstücke, Bibeln, Gesangbücher und Fotos ihrer Familie. „Meine Fotos, die sind mein Heiligtum“, erzählt die Schalksmühlerin. Neben den Eltern Carl und Irmgard Dahlhaus sind die Großeltern Carl und Adele Dahlhaus sowie die Urgroßeltern Carl und Lisette Dahlhaus auf den Bildern verewigt. 

Kleine Geschichten zu ihren Vorfahren hat die frühere Schalksmühler Bäuerin ebenfalls parat. „Oma Adele, die aus dem früheren Kinderheim ‚Eschengrund’ in Holthausen stammte, ging in Heedfeld zur Kirche. Opa Carl besuchte die Hülscheider Kirche“, erzählt Pfalzer. 

Als die Erlöserkirche gebaut wurde, seien dann beide zusammen dorthin gegangen. Auf ihre Weise fanden die Großeltern damals einen Weg, den alten Zwist zwischen Lutheranern und Reformierten, der zwischen Heedfeld und Hülscheid schwelte, auszuräumen. 

Viel Geschichte findet sich in dem Haus

Ebenso reich an Geschichte sind die Schriftstücke aus mehreren Jahrhunderten. „Viele Namensträger waren Schöffen“, erzählt sie. Viele „Carls“ waren darunter. „Die hießen alle Carl.“ Manche der alten Schriftstücke sind sogar versiegelt. Deutliche Brandspuren weisen die alten Bibeln, Gesangbüchern und Predigttexte auf. Ein Gesangbuch stammt zum Beispiel aus dem Jahr 1787. Darüber hinaus haben sich Familienbibeln aus den Jahren 1785 und 1843 und sogar ein „Confirmations-Attest“ von 1834 – in Heedfeld ausgestellt – erhalten. 

Der massive Schrank im Flur, der mit seinem reichen Schnitzwerk ein echter Hingucker ist, stammt aus dem Jahr 1790. Auch in alten Truhen, einer alten Uhr und einem gusseisernen Ofen lebt die Geschichte der Familie fort. „Für meine Haustür habe ich sogar schon einmal einen Preis gewonnen.“ 

Mit den Nachbarn pflegt die älteste Familie am Ort gute Nachbarschaft. Jährlich feiern die Dahlhausener gemeinsam ein Dorffest.

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