Jubiläum mit Höhepunkten

125 Jahre SGV Dahlerbrück: Wanderfreunde legten direkt richtig los

+
Regelmäßige Veranstaltungen: Beim letzten Oktoberfest des SGV ging es hoch her.

Dahlerbrück - Mit seinen mannigfaltigen Wanderungen und geselligen Veranstaltungen ist der SGV Dahlerbrück, der in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiert, fester Bestandteil des Schalksmühler Vereinslebens.

Auch im Winter ist die Wanderhütte am Mühlenweg, wo regelmäßig Klön- und Spielabende, Feste und anderweitige Veranstaltungen stattfinden, beliebter Treffpunkt der Natur- und Wanderfreunde. Nur wenige Jahre nach Gründung des Hauptvereins im Jahre 1891 hoben örtliche Naturfreunde die Abteilung am 21. Mai 1895 im Hotel Henke – mittlerweile als Bürogebäude genutzt – aus der Taufe. 

Zum Vorsitzenden des jungen Vereins wählten die Dahlerbrücker laut Protokollbuch Heinrich Wagner. Oskar Gregory (Stellvertreter), Paul Leidheuser (Schriftführer) und August Hencke (Kassierer) vervollständigten den damaligen Vorstand. Die weitere Geschichte des Vereins hat Ortwin Schmidt, der seit 2012 Vorsitzender der Abteilung ist, sorgsam in Worte gefasst. 

Nach acht Tagen gab es die ersten Wanderwege

Danach waren die Aufgaben, die sich die Dahlerbrücker gestellt hatten, von Anbeginn an groß. „Bereits acht Tage nach der Gründungsversammlung wurden mehrere Wanderwege bestimmt, die begehbar gemacht werden sollten“, heißt es in seiner Zusammenfassung. „Möglichkeiten über Huxhardt, Bühren und Glör nach Breckerfeld zu gelangen und zwei Wege nach Heedfeld und Hülscheid waren die ersten Leistungen.“ 

Dank großzügiger Spenden konnte der Verein 20 Ruhebänke aufstellen. 100 Goldmark steuerte ein unbekannter Spender zu dem Unternehmen bei. Die Pflege der Wanderwege und Ruhebänke unterliegt bis heute der Obhut des Vereins. Werbung in eigener Sache machte der Verein unter Martin Holthaus, 1903 zum Vorsitzenden gewählt, der 5000 Ansichtskarten für Werbezwecke beschaffte. 

Der SGV pflanzte am 27. Februar 1906 eine Linde.

Drei Jahre später, am 27. Februar 1906, pflanzten die Dahlerbrücker zur Silberhochzeit des deutschen Kaiserpaares eine Gedächtnislinde an der Bergstraße (heute Linscheider Straße). 240 Schulkinder aus dem weitläufigen Dahlerbrücker Schulbezirk (ehemalige Lutherschule, heute Gewerbebetrieb), der von den Ortschaften Hammerhaus talwärts bis Sterbeckerhammer reichte, wirkten an der Feier mit. Später musste die Linde dem Ausbau der B54 weichen. 

Vereinsarbeit leidet unter den Weltkriegen

Während der beiden Weltkriege kam die Vereinsarbeit nahezu vollständig zum Erliegen. Gleichsam bei Null mussten die Natur- und Wanderfreunde in den Nachkriegsjahren wieder anfangen. Unter Eugen Krägeloh – ab 1924 Vorsitzender – brachten die Dahlerbrücker die verfallenen Wege um die Glörtalsperre wieder in Schuss. Zudem verschönerten sie den Ort durch eine Pappelallee und gärtnerische Anlagen. Die jäh vom Zweiten Weltkrieg unterbrochene Vereinstätigkeit unter Martin Kimm aktivierte Wilhelm Halverscheid 1947. 

Einen beträchtlichen Zuwachs nahm der Verein unter Paul Piepenstock, der die Mitgliederzahl auf 120 verdoppelte. Für 60 Neuwerbungen erhielt er 1969 den „Grafschafter Wanderstock“. Durch geselliges Beisammensein, das sich bis heute in den beliebten Klönabenden erhalten hat, Lichtbildervorträge, Wanderungen und das traditionelle Kohl- und Mettwurstessen erhielt das Vereinsleben neuen Schwung. Unter Felix Rentrop, Piepenstocks Nachfolger, wurde der Wanderschuppen auf der Hüsmecke eingerichtet und 1982 eingeweiht. 

Bis das neue Heim bezugsfertig war, leisteten die Mitglieder 1500 Stunden ehrenamtliche Arbeit.

1985, als der Verein seinen 90. Geburtstag feierte, gehörten 185 Mitglieder der Abteilung an. Viel Bewegung kam ins Vereinsleben, als Helmut Hoffmann 1986 den Vorsitz übernahm. Dass der Verein, der 1988 gemeinnützig wurde und sich seither SGV-Dahlerbrück e.V. nennt, eine eigene Wanderhütte erhielt, ist ihm und Bürgermeister Conny Mühlen zu verdanken. Die Schenkung der ehemaligen Jugendbegegnungsstätte („Holzwurm“), die im Klagebachpark stand, brachte den Stein ins Rollen. „Die Arbeiten bis zur Fertigstellung unserer heutigen Wanderhütte waren gewaltig“, erinnert sich Ortwin Schmidt. „Das Gelände musste eingeebnet und eine Zuwegung angelegt werden. 

1500 Stunden ehrenamtliche Arbeit

Bis das neue Heim bezugsfertig war, leisteten die Mitglieder 1500 Stunden ehrenamtliche Arbeit. „Zur Erinnerung an die vielen Helfer und den Vorsitzenden, der auch die komplette Einrichtung geschaffen hat, wurde sie ‚Hoffmanns Hütte‘ getauft.“ 

Der aktuelle Vorstand des SGV Dahlerbrück: Ortwin Schmidt (2. v. r.) ist Vorsitzender.

Die höchste Auszeichnung, die in Deutschland an Wandervereine verliehen werden kann, erhielten die Dahlerbrücker 2007 mit der Eichendorff-Plakette. „Sie ist zu verstehen als Auszeichnung für die in langjährigem Wirken erworbenen Verdienste um die Pflege und Förderung des Wanderns, des Heimatgedankens und des Umweltbewusstseins“, berichtet Ortwin Schmidt. „Die Hürden für diese Auszeichnung sind besonders hoch, angefangen mit den Belegen zum Nachweis der Aktivitäten in einer mindestens 100-jährigen Vereinsgeschichte.“ Nach 26-jähriger Vereinsarbeit gab Helmut Hoffmann den Vorsitz des SGV Dahlerbrück 2012 an Ortwin Schmidt ab.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare