Dachgeschossausbau an der Grundschule

Spormecke: Bauausschuss hat Zweifel an Ausbau des Spitzbodens

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Ortstermin in der Grundschule Spormecke: Architektin Anja Roerdink-Veldboom erklärt den Lokalpolitikern die Ausbaupläne für das Dachgeschoss.

Schalksmühle – Ob beim geplanten Dachgeschossausbau an der Grundschule Spormecke auch eine zweite Ebene im Spitzboden geschaffen wird, ist nach einem Ortstermin des Bauausschusses fraglich.

An dem Termin am Montagnachmittag nahmen neben Mitgliedern der Verwaltung und des Bau- und Planungsausschusses auch Vertreter des Ausschusses für Kinder, Jugend und Schule teil, denen Architektin Anja Roerdink-Veldboom bereits in der vergangenen Woche den aktuellen Planungsstand vorgestellt hatte.

Auch am Montag erläuterte sie den Lokalpolitikern, wie die Fläche genutzt werden könnte, und beantwortete Fragen zu den drei ausgearbeiteten Varianten. Sofern dies vom Brandschutz und von der Statik her möglich ist, sollen die Kammbalken ertüchtigt und darüber im Spitzboden eine zweite Ebene geschaffen werden, um zusätzliche Fläche für die Ganztagsbetreuung zu schaffen.

Die Kernfrage beim Dachgeschossausbau ist die Gestaltung des zweiten Rettungswegs. Ob ein außen liegendes Treppenhaus, wie in einer Variante vorgesehen, überhaupt möglich sei, werde derzeit mit dem Denkmalschutz abgestimmt, erklärte Ralf Bechtel, Fachbereichsleiter Technisches Bauamt.

Auf dem Spitzboden könnte beim Dachgeschossausbau eine zweite Ebene entstehen.

Neues Treppenhaus verkleinert Raum

Die anderen zwei Varianten sehen einen zweiten Rettungsweg innerhalb des Gebäudes vor. Wie Architektin Roerdink-Veldboom erläuterte, müsse auch für die kleine Fläche im Spitzboden ein Rettungsweg geschaffen werden. Es müsste ein neues Treppenhaus gebaut werden, das vom Spitzboden in den Klassenraum 7 im Dachgeschoss des Altbaus führt und dort zu Raumeinbußen führt. So wurde vor Ort diskutiert, ob eine andere Positionierung oder Verschiebung des Treppenhauses möglich sei.

In der Ausschusssitzung wurde noch grundsätzlicher infrage gestellt, ob überhaupt eine zweite Ebene im Dachgeschoss, mit den sich daraus ergebenden baulichen Eingriffen in anderen Räumen, weiterverfolgt werden sollte. „Der Klassenraum 7 werde durch das neue Treppenhaus beeinträchtigt und quasi geteilt, stellte Bürgermeister Schönenberg fest: „Ich stelle mir die Frage, ob der Raumgewinn im Spitzboden diese Eingriffe rechtfertigt.“ Er habe dabei erhebliche Bedenken. Man müsse aber mit der Schule und allen Beteiligten sprechen, sodass letztendlich etwas herauskommt, das einer optimalen Lösung am nächsten kommt.

Ausschussvorsitzender Klaus Nelius (UWG) sagte, der Verzicht auf den Spitzbodenausbau könnte erhebliche Kosten ersparen. „Die zweite Ebene ist sicherlich schöner, aber es muss auch praktikabel sein, denn viel gewinnen wir nicht.“ Dietmar Daßler (FDP) konnte ebenfalls keinen Netto-Raumgewinn erkennen.

SPD sieht negative Seite überbetont

Lutz Schäfer (SPD) sah die negativen Aspekte zu stark betont. Diese hätten früher geäußert werden können, meinte er. „Es ist mir zu schnell übers Knie gebrochen, auf den Spitzboden zu verzichten.“ Es gehe bei dem Ausbau nicht nur um den heutigen, sondern auch um den künftigen Betreuungsbedarf, der sicher kommen werde.

Dem pflichtete André Krause (CDU) bei. Es stelle sich die Frage, wie man sonst das massive Problem bei den Betreuungsplätzen händeln soll. „Selbst mit dem Spitzboden würde das Raumkonzept nicht ganz erfüllt“, sagte Krause. „Ich warne davor, dass einfach abzubügeln, ohne eine Alternative parat zu haben.“

Man müsse die ganze Schule inklusive Turnhalle in die Gesamtbetrachtung für das Raumkonzept einbeziehen, gab Schönenberg zu bedenken. „Ich möchte daran appellieren, die Räume effektiver zu nutzen“, sagte der Bürgermeister. „Ich glaube, dass man es hinbekommen könnte, alle Kinder in dem Gebäude zu betreuen.“

Das einstimmige Votum verband der Ausschuss mit einem Auftrag an das Architekturbüro, zu prüfen, ob etwa das Treppenhaus aus dem Spitzboden gedreht werden oder hinsichtlich des Betreuungskonzepts ganz auf den Spitzbodenausbau verzichtet werden könne. Auch ob ein außen liegendes Treppenhaus an die Rückseite der Schule versetzt werden könne, soll geprüft werden.

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