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Cross Country oder XC-Tour: Ausschuss diskutiert Radstrecke in Schalksmühle

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Von: Carolina Ludwig

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„Fahrräder frei“– das Schild am Abzweig auf dem Mühlenfeld wurde bereits angebracht, drei andere Schilder fehlen noch.
„Fahrräder frei“– das Schild am Abzweig auf dem Mühlenfeld wurde bereits angebracht, drei andere Schilder fehlen noch. © Carolina Ludwig

Der Beschlussvorschlag, eine Cross-Country-Tour für Fahrradfahrer in Schalksmühle auszuweisen, sorgte am Dienstag im Ratssaal für viel Gesprächsstoff. Worüber genau man diskutiert, darüber waren sich die Mitglieder des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen, Umwelt- und Klimaschutz teilweise uneins. Befahrbar ist die Strecke theoretisch bereits.

Schalksmühle – „Die UWG will einen geordneten touristischen Weg für Fußgänger und Radfahrer“, begann Harry Haböck (UWG) die Diskussion. Die Fraktion störe sich am Namen Cross-Country, die Befürchtung: Die Ausweisung einer solchen Strecke könne rücksichtslose Mountainbike-Fahrer nach Schalksmühle locken. „Eine Fehldefinition“ nannte Stefan Klotz (FDP) die Bezeichnung der Strecke: „Das ist keine Cross-Country-Strecke, das fahre ich mit einem normalen Tourenrad. Das Kind braucht einen anderen Namen.“

Weniger am Namen und mehr an der Ausweisung der Strecke störten sich Vertreter von Forstbetriebsgemeinschaft (FBG), Hegering und der Jagdgenossenschaft. Der Hegering habe nichts gegen die Benutzung der Wege, allerdings sei er gegen die explizite Ausweisung der Strecke. Die FBG befürchtet Mountainbiker zwischen den jungen Setzlingen und die Jagdgenossenschaft hat die Sorge, dass Jagdpächter für ihre Flächen weniger zahlen, wenn diese von einer ausgewiesenen Mountainbike-Strecke gekreuzt werden.

„Wir sprechen darüber, als würden sie mitten durch den Wald fahren“, entgegnete Reiner Kroschinski, der die Strecke im Mai als Bürgeranregung vorgestellt hatte. Tatsächlich führe die 28 Kilometer lange Strecke über befestigte Wege oder sogar Straßen, die überwiegend bereits in Besitz der Gemeinde sind. Lediglich die auf der Karte rot markierten Abschnitte seien in Privatbesitz oder gehörten dem Regionalverband Ruhr (Glör), weswegen eine Ausweisung der Strecke die Klärung der Verkehrssicherungspflicht nach sich zieht. „Genau da sehe ich den Auftrag der Verwaltung, die Verhältnisse zu klären, damit der Ausschuss weiter arbeiten kann“, stellte Stefan Klotz fest.

28 Kilometer lang ist die von Reiner Kroschinski vorgeschlagene Strecke. Die blau markierten Abschnitte befinden sich in Besitz der Gemeinde. Screenshot: Kroschinski
28 Kilometer lang ist die von Reiner Kroschinski vorgeschlagene Strecke. Die blau markierten Abschnitte befinden sich in Besitz der Gemeinde. © Screenshot/ Reiner Kroschinski

Für die Benutzung der Strecke ist das unerheblich, wie auch Silvia Gonzales vom Fachbereich Bürgerdienste und Soziales betonte: „Man kann die Strecke ganz normal auch jetzt schon befahren.“ Theoretisch – sollte ergänzt werden, denn an drei Stellen müssten Radfahrer aufgrund von Durchfahrtsverboten eigentlich noch immer absteigen und schieben. An dem Abzweig Auf dem Mühlenfeld hingegen wurde ein entsprechendes „Fahrräder frei“-Schild bereits ergänzt, die Anträge für die fehlenden Schilder in Rotthausen, an der Einfahrt nach Herberge und hinter dem Islandpferdehof seien gestellt.

Bürgermeister Jörg Schönenberg erinnerte daran, dass es nicht darum gehe, einen Radweg zu schaffen, sondern die vorhandenen Wege durchgängig befahrbar zu machen. „Die Frage ist, ob wir die Strecke ausweisen und touristisch vermarkten möchten“, ergänzte Oliver Emmerichs vom Fachbereich Bauverwaltung.

Am Ende nahm der Ausschuss den Antrag mit sechs Enthaltungen an und beauftragte die Verwaltung mit der Umsetzung aller nötigen Maßnahmen, um die „XC-Tour“ zu realisieren. Einen ähnlichen Antrag mit dem Zusatz „bis Mai 2023“ lehnte der Ausschuss ab. Fünf Ja-Stimmen standen sechs Nein-Stimmen entgegen. Als Nächstes berät der Hauptausschuss am 5. Dezember über die Strecke, bevor der Rat einen Beschluss fassen soll.

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