Längere Schließung bedeutet „Todesstoß“ Gastronomen und Hoteliers

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Das Hotel Zur Post vermietet derzeit noch einige Zimmer an Monteure. Eine längere Schließung würde die Inhaberin aber vor große Probleme stellen.

Während der Einzelhandel am Montag zumindest teilweise nach der Corona-Zwangspause belebt wurde, warten die Gastronomen und Hoteliers bundesweit weiter auf die Erlaubnis, ihren Geschäftsbetrieb wieder aufnehmen zu dürfen.

Schalksmühle/Halver - So auch Marina Kinold, Inhaberin des Hotels Zur Post in Schalksmühle. „Wir können nur warten und hoffen, dass wir bald wieder aufmachen können.“ Doch mit einer Lockerung des Kontaktverbotes für Hotels und Restaurants rechnet sie nicht in der nächsten Zeit. Mit Wehmut blickt sie auf den Terminkalender und die abgesagten Konfirmationen, Versammlungen und Kegelabende. Viel passiert in ihrem Haus derzeit nicht. Einen Lieferdienst bietet sie nicht an. „Das macht für uns keinen Sinn.“ Sie nehme aber Vorbestellungen an. 

Lediglich ein paar Monteure beherbergt sie derzeit. Das dürfe man, weil diese systemrelevant sind und irgendwo wohnen müssten. Für zwei bis vier Wochen sind die Zimmer reserviert. „Da weiß man, dass man was einnimmt. So steht man nicht ganz ohne Einkommen da.“ Das Frühstück für die Bauarbeiter findet im Speisesaal und mit Mindestabstand statt. 

Senkung der Mehrwertsteuer wird befürwortet

Neben einer schnellen Wiederöffnung würde aus ihrer Sicht die bundesweit diskutierte und von der CSU vorangetriebenen Senkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent auf Einnahmen im Restaurantbereich helfen. „Das wäre nicht schlecht“, betont Marina Kinold. Auch das Thema Sofort-Hilfe für Kleinunternehmer beschäftigt sie. „Nach einem Monat geht es noch. Doch in zwei bis drei Monaten bekommen wir Probleme. Auch wir haben laufende Kosten wie Grundsteuer oder Versicherung“, so die Inhaberin. 

Bei einer Öffnung könne man die möglichen Auflagen erfüllen. Ein Sicherheitsabstand im Restaurant sei realisierbar. Doch viele Dinge seien noch „in der Schwebe“. So stellt sie sich etwa die Frage, wie viele Personen überhaupt an einem Tisch sitzen dürfen. Mit diesen vielen Fragen sieht sich auch Stefan Knaf, Inhaber des Kulturbahnhofs in Halver, konfrontiert. Einen Sicherheitsabstand von zwei Metern habe er schon vor dem Lockdown einhalten können. 

Dem Kulturbahnhof sind viele Einnahmen aus dem Restaurant und durch Events weggebrochen.

Coronavirus im MK: Gastronomen und Hoteliers erwarten schwere Zeiten

Dadurch habe sich die Platzanzahl von 60 auf 20 reduziert. Auch Desinfektionsmittel standen vorher schon bereit. Im Biergarten sei genug Platz. Es stelle sich aber unter anderem die Frage, ob der Thekenbetrieb laufen dürfe oder ob jeder Gast an einen Tisch sitzen müsste. „Das ist alles schwierig“, sagt der Inhaber, der auf klare Regelungen hofft. Es bleibe nichts anderes übrig, als bis zum 3. Mai zu warten. „Wenn es dann losgehen könnte, wäre das schön. Ich bezweifel das aber.“ 

Stefan Knaf befürchtet, dass sich die Situation bis 31. August hinziehen werde. „Das wäre der Todesstoß für uns. Nur das Weihnachtsgeschäft fängt ein halbes Jahr Einnahmenausfall nicht auf.“ Derzeit hält sich der Kulturbahnhof mit dem Lieferdienst über Wasser. Das sei aber bei Weitem nicht kostendeckend. Deshalb habe er die Sofort-Hilfe beantragt und mittlerweile auch bekommen. Das Aussetzen der Pacht durch die Stadt „hilft gewaltig“, wie auch die Reduzierung der Stromkosten durch den Anbieter. Eine Entlastung wäre eine steuerliche Erleichterung. Man wisse ja nicht, wie es später weitergeht. Durch die Stundung mache man „unverschuldet Schulden“. Da müsse vom Staat noch mehr kommen, meint Stefan Knaf.

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