Besorgniserregende Lage im Wald

Mehr Müll, weniger Rücksicht: Die Lage im Wald ist besorgniserregend

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Etwa 1000 Euro Schaden: Der Vandalismus im Wald hat zugenommen.

Schalksmühle - In Zeiten der Corona-Krise sind die Waldwege hoch frequentiert. Doch der Hegering Schalksmühle-Hülscheid stellte in seinen Revieren eine in der Form noch nie da gewesene Sachlage fest.

„Der Zustand in den hiesigen Wäldern ist besorgniserregend“, erklärt Presseobmann Thimo Lückmann. „Seit dem Shut-Down aufgrund der Pandemie ist wirklich sehr viel Verkehr im Wald.“ Das seien die Tiere auch gewohnt. Aber viele Leute hielten sich nicht an die Spielregeln. 

„Die Rückmeldungen aus anderen Revieren sind deckungsgleich“, sagt Lückmann weiter. Damit ist konkret gemeint, dass die Spaziergänger, Jogger und Fahrradfahrer nicht nur die gekennzeichneten Waldwege nutzen, sondern vermehrt auch querfeldein unterwegs sind und dadurch viele Bodenbrüter und Hasen verschrecken, erklärt Lückmann. 

Viele tote Tiere in diesem Jahr

Zudem sei in diesem Jahr eine in der Höhe noch nie dagewesene Fallwildquote zum jetzigen Zeitpunkt zu verzeichnen. Speziell das Rehwild ist davon betroffen. Mehr als 25 Tiere sind zu Tode gekommen. „Die Tiere merken einfach, wenn ein unglaublicher Verkehr im Wald herrscht. Es ist derzeit eine ganz sensible Phase. Der Stress zehrt an den Wildtieren, sie können das nicht kompensieren“, weiß Lückmann. 

Doch nicht nur das Verlassen der gekennzeichneten Waldwege ist gefährlich für die Tierwelt. Auch die Leinenpflicht der Hunde wird oftmals missachtet. „Wir wollen alle ein friedliches Miteinander, dafür müssen sich aber auch die Leute an die Spielregeln halten. Leinenpflicht und nur auf gekennzeichneten Wegen gehen, sollte dabei selbstverständlich sein“, führt der Presseobmann weiter aus. 

Jägerschaft möchte mehr Präsenz zeigen

Aufgrund der Häufung der Verstöße wird die Jägerschaft deswegen auch in der Zukunft tagsüber mehr Präsenz in den Revieren zeigen und eng mit der Polizei und dem Ordnungsamt zusammenarbeiten. Uneinsichtigkeiten sollen in der Folge auch zur Anzeige gebracht werden. „Viele Leute sind sich der Sachlage einfach nicht bewusst. Wenn beispielsweise ein Hund eine Ricke hetzt, erfüllt das den Straftatbestand der Wilderei“, erläutert Lückmann. 

Vandalismus: Unbekannte zerstören Kanzel

Ein weiteres großes Problem sei laut des Hegerings die Tatsache, dass die nicht angeleinten Hunde ihren Stuhlgang auf dem Gras hinterlassen. „Dadurch werden die Gräser verdorben“, sagt der Stellvertretende Vorsitzende des Hegerings, Winfried Schindler. Einen besonders unangenehmen Anblick bot sich Schindler am Mittwoch vergangener Woche, als er eine völlig demolierte Kanzel auffand. „Das waren keine klassischen Jagdfeinde, sondern Jugendliche, die nicht wissen, was sie in dieser Zeit mit ihrer Energie machen sollen. Aber das ist sehr ärgerlich.“ Der Schaden belaufe sich auf circa 1000 Euro. Zudem werden zur Wiederherstellung der Kanzel 20 bis 30 Arbeitsstunden anfallen. „Viele Leute entwickeln in dieser Zeit wirklich primitive Auswüchse. 

Jäger beobachten auch eine zunehmende Vermüllung.

Der Wald wird auch generell mehr vermüllt. Es handelt sich nicht nur um punktuelle Vermüllung. Dabei ist es ja vollkommen selbstverständlich, seinen Müll auch wieder mitzunehmen und zu entsorgen“, sagt Thimo Lückmann, der an die Vernunft der Bürger appelliert, damit das Leben der Waldtiere wieder angenehmer und ruhiger wird.

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