Soziale Kontakte fehlen

Flüchtlinge vermissen Treffpunkt

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Der Westfälische Hof bleibt erst einmal geschlossen.

Schalksmühle – Nach sorgfältiger Abwägung bleibt die Begegnungsstätte Westfälischer Hof – seit 2016 Anlaufstelle für Menschen aus aller Herren Ländern – coronabedingt noch bis mindestens Ende Mai geschlossen.

„Es ist derzeit noch zu unsicher, die Begegnungsstätte zu öffnen“, begründet Irmtraud Quenzel vom Netzwerk Flüchtlingshilfe die Entscheidung. „Nicht zuletzt wegen der Kinder.“ Obwohl Gaststätten unter Auflagen wieder öffnen dürften, habe sich das Netzwerk schweren Herzens gegen eine Öffnung zum jetzigen Zeitpunkt entschieden. Die Hygienevorschriften seien so hoch, dass eine Umsetzung nicht zu gewährleisten sei. 

Mit der Wiedereröffnung der Begegnungsstätte rechnet Irmtraud Quenzel in Zeiten von Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln nicht vor Juni: „Man hat ja auch Verantwortung gegenüber den anderen.“ Mit den Flüchtlingen, die die Begegnungsstätte regelmäßig besuchen, stehen die Ehrenamtlichen des Netzwerks Flüchtlingshilfe über Whatsapp und telefonisch in engem Kontakt. „Wir schreiben regelmäßig in die Frauen- und die Männergruppe“, berichtet Irmtraud Quenzel über regen Austausch. 

Reger Austausch über Whatsapp & Co. 

„Wenn jemand Fragen hat oder beim Ausfüllen von Formularen Hilfe braucht, kann man sich auch zu zweit treffen.“ Jederzeit könnten sich Hilfesuchende in solchen Fällen auch an Mike Dulas von der Gemeindeverwaltung wenden. Bei den Flüchtlingen selbst trifft die Entscheidung der Ehrenamtlichen, den Westfälischen Hof noch nicht zu öffnen, auf großes Verständnis. „Die Leute sind sehr vorsichtig, was Corona angeht“, hat Irmtraud Quenzel festgestellt. „Weil sie ja auch Nachrichten aus ihren Heimatländern hören.“ Und die seien, wenn man Länder wie den Iran oder den Irak heranzieht, ziemlich schlimm. Zwar würden viele die Begegnungsstätte als Treffpunkt und Anlaufstation vermissen, „der Gesundheit zuliebe bleiben sie aber zu Hause“. 

Die Sportgruppe in Schalksmühle trifft sich derzeit nicht. Vor der Corona-Krise war es ein wichtiger Treffpunkt für Flüchtlinge in der Gemeinde (Foto).

Was derzeit stattfindet, ist der Sprachkurs – mit gebotenem Abstand und Mundschutz. „Wir haben die Tische 1,50 Meter auseinandergerückt.“ Dienstags und donnerstags erteilt Ulrike Biesenbach vor Ort kleinen Gruppen Unterricht. 

Sportgruppe pausiert weiterhin

Noch gedulden müssen sich auch die Teilnehmer der von Uwe Rittinghaus und Conny Specht geleiteten interkulturellen Sportgruppe, die sich vor Corona wöchentlich in der Turnhalle Klagebach fit gehalten haben und dabei zu einer freundschaftlich verbundenen Gemeinschaft zusammengewachsen sind. Den Sportbetrieb wieder aufzunehmen, sei von den Auflagen her zu hoch, konstatiert Uwe Rittinghaus: „Das ist nicht zu bewerkstelligen. Die Gesundheit ist noch wichtiger.“ 

Die größtenteils selbst gebauten Sportgeräte, mit denen die Männer und Frauen bislang trainiert haben, hat der Schalksmühler an die Teilnehmer verteilt, sodass sie sich zu Hause fit halten können. „Sport in der Halle ist derzeit keine Lösung.“ Ansonsten stehen die Teilnehmer untereinander immer noch in regem Kontakt. „Der Zusammenhalt ist immer noch da.“ Via Skype gab es auch schon ein Ersatztraining mit der Gruppe – von daheim, aus sicherer Distanz. „Unser Wunsch ist es, wieder draußen Sport zu machen“, erklärt Uwe Rittinghaus. „Wie zu Beginn, als wir mit der Gruppe angefangen haben.“ Einen Termin, wann es mit dem Training in der Halle weitergehen kann, gibt es noch nicht.

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