Untätigkeit ist das große Problem

DRK macht sich Sorgen

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Blutspende während der Corona-Krise möglich: Am 22. Juni gibt es den nächsten Termin in der Sporthalle der Grundschule Spormecke – mit einer Maskenpflicht.

Schalksmühle - Das DRK Schalksmühle ist nach wie vor im Einsatz, dennoch ist es für den Ortsverein nicht leicht.

„Wir sind vorbereitet, wir sind auf dem aktuellen Stand, was Technik und Ausrüstung angeht, aber wir sind zur Untätigkeit verdammt, bis die Maßnahmen gelockert werden oder der Baum brennt“, sagt Tobias Schmidt, Leiter des DRK-Ortsvereins Schalksmühle. Zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus finden derzeit beim DRK in Schalksmühle keinerlei Veranstaltungen statt. „Die Untätigkeit ist das große Problem“, bestätigt Schmidt. „Grob gesagt können wir nichts machen. Es finden keine Treffen, keine Dienstabende statt.“ 

Gleiches gilt für das Jugendrotkreuz in Schalksmühle, dessen wöchentliche Treffen im DRK-Heim in der Klagebach aufgrund der Corona-Krise ebenfalls auf unbestimmte Zeit ausgesetzt sind.

Der Verein trägt sich finanziell selbst

Sorgen macht sich Tobias Schmidt vor diesem Hintergrund sowohl um die Ausbildung der Helfer als auch um die Finanzen des Vereins, der sich – wie andere Vereine auch – finanziell selbst trägt beziehungsweise seine Einnahmen selbst generieren muss. Haupteinnahmequelle der Ehrenamtlichen sind dabei die Sanitätswachen, die die Rotkreuzler bei Sportfesten, Konzerten, Turnieren und anderweitigen Veranstaltungen leisten. „In Schalksmühle machen wir das kostenlos, sofern es sich nicht um eine kommerzielle Veranstaltung handelt“, erklärt Tobias Schmidt. „Hier läuft das über Spenden. Wir übernehmen aber auch in Dortmund bei kommerziellen Veranstaltungen viele Dienste mit.“ 

Diese honorierten Dienste spülen zusätzliches Geld, das der Ortsverein unter anderem für die Instandhaltung des Materials, die laufenden Kosten für die Fahrzeuge und das Gebäude sowie die Auffrischung von Verbrauchsmaterial – Schmidt: „Das läuft über das Jahr einfach ab“ – benötigt, in die Vereinskasse. „Im normal laufenden Betrieb deckt sich das alles.“ Da es derzeit jedoch keine Veranstaltungen gibt, bei denen Sanitätswachen benötigt werden, kommt auch kein Geld rein. Schmidts größte Sorge: „Wie hält man den Verein über Wasser und wie fängt man die Leute auf, dass sie Lust haben wiederzukommen?“ 

Erschwerend kommt hinzu: Aufgrund der fehlenden Treffen können die Ehrenamtlichen ihr fachliches Können momentan nur selbst schulen. „Es gibt Onlineschulungen“, erläutert der Rotkreuzleiter. „Man muss viel selbst lernen.“ 

Bei aller Theorie fehlt die Praxis

Allerdings fehlt bei aller Theorie die praktische Anwendung. Von Infektionsfahrten im Zusammenhang mit Corona, wie sie Tobias Schmidt als Hauptamtlicher beim DRK Dortmund leistet, sind die Ehrenamtlichen auf Anordnung des Märkischen Kreises bislang ausgenommen. „Das heißt aber nicht, dass das nicht noch kommen kann“, mutmaßt der Schalksmühler. Vorbereitet wäre der Ortsverein auf den Ernstfall in jedem Fall. „Wir haben ja auch in der Vergangenheit infektiöse Patienten befördert.“ 

Blutspende am 22. Juni

Auswirkungen hat die Pandemie zudem auf die nächsten Blutspendetermine des Ortsvereins. Der angekündigte Termin am 18. Juni in der Sporthallengaststätte an der Friedhofstraße entfällt. Alle, die trotz Corona bereit sind Blut zu spenden, werden gebeten, am 22. Juni (14.30 bis 19.30 Uhr) in die Turnhalle der Grundschule Spormecke zu kommen. 

„Stand jetzt: Es wird ein Online-Anmeldesystem geben, um Kontakte zu minimieren“, erklärt Tobias Schmidt. Der genaue Ablauf muss noch geklärt werden. Fest steht, dass sich die Bereitschaft dann um die Blutspender kümmern wird. Ein Kaffeetrinken wie gewohnt wird es aufgrund der Kontaktbeschränkungen nicht geben. Zur Stärkung nach der Blutspende soll jedoch ein Schnellimbiss gereicht werden. Genaueres wird noch bekannt gegeben. Wie überall gilt auch bei der Blutspende eine Maskenpflicht.

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