Corona-Schutz

Schnelltests in Schalksmühler Seniorenheimen

Die Mitarbeiter des Seniorenhauses Muhle lernten in dieser Woche, wie Schnelltests durchgeführt werden.
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Üben bei den Kollegen: Die Mitarbeiter des Seniorenhauses Muhle lernten in dieser Woche, wie Schnelltests durchgeführt werden.

Die sogenannten Corona-Schnelltests sind inzwischen auch in Schalksmühle angekommen.

Schalksmühle - Mit einer Allgemeinverfügung des Landes NRW vom 14. Oktober wurde die Umsetzung des Testverfahrens festgelegt. Der Seniorenpark Reeswinkel führt diese Tests bereits seit Montag durch. Im Seniorenhaus Muhle haben die Mitarbeiter die vorgeschrieben Einweisung hinter sich.

Seniorenpark Reeswinkel

Der Seniorenpark Reeswinkel gehört laut Leiter Steffen Mischnick zu den ersten Einrichtungen dieser Art, die diese Verfügung zur regelmäßigen Durchführung eines Corona-Schnelltests bereits in die Tat umgesetzt haben. „Wir wenden das Testverfahren seit Montag an“, erklärt er. Direkt im Anschluss an das Erscheinen der Verordnung habe er 2200 Corona-Schnelltests geordert, die am 23. Oktober eingetroffen seien und mit denen der Seniorenpark voraussichtlich rund zwei Monate auskommen werde. Ein Test kostet im Schnitt etwa 7 Euro.

Getestet werden regelmäßig – wobei die Reihenfolge der Priorität entspricht – die Mitarbeiter, die Bewohner sowie die Besucher der Einrichtung. Besucher, die regelmäßig kommen, werden ebenso wie die Mitarbeiter einmal pro Woche einem Schnelltest unterzogen, während Besucher, die in unregelmäßigen oder größeren Abständen kommen, bei jedem Besuch getestet werden.

Obwohl die Tests bei derzeit 76 Bewohnern, 60 Mitarbeitern und rund 50 Besuchern pro Woche einen erheblichen zusätzlichen Arbeitsaufwand für die Mitarbeiter des Seniorenparks Reeswinkel bedeuten – auch die Zeit von 15 bis 20 Minuten, bis ein Testergebnis vorliegt und eine entsprechende Kontrolle notwendig ist, muss hier mit eingeplant werden – leisten Klinikleitung und Mitarbeiter die Mehrarbeit gerne, heißt es.

Für uns steht die Sicherheit der Menschen an erster Stelle.

Andreas Mischnik, Seniorenpark Reeswinkel

„Für uns steht schließlich die Sicherheit der Menschen an erster Stelle und wir sind dankbar, durch die Schnelltests diese Sicherheit in die Einrichtung bringen zu können“, freut sich auch Andreas Mischnick, der Vater des Klinikleiters und Betreiber des Seniorenparks. Ihren Dank richtet die Einrichtungsleitung an die immer engagierten Mitarbeiter. „Deren Arbeit kann man nicht mit Geld aufwiegen“, betont Andreas Mischnick. „Wir sind hier kein Abstellbahnhof, wie es viele der sogenannten Querdenker in letzter Zeit oft in Bezug auf Seniorenheime kolportieren. Wir machen uns sehr viele Gedanken, wie wir das Sozialleben bei uns auf vielfältige Weise bereichern können.“

Die Einrichtung plane Angebote für die Senioren wie zum Beispiel Cocktailnachmittage, Film-Vorführungen oder Andachten. Ferner werde dafür gesorgt, dass Senioren, die nicht mehr allein rausgehen können, dennoch einmal am Tag an die frische Luft kommen.

Einen weiteren Dank richtet die Betreiberfamilie an die Bevölkerung, die sich aus ihrer Sicht bislang weitgehend an die Hygiene- und Abstandsregeln halten würde. „Die Maskenverweigerer und Corona-Leugner sind immer noch eine Minderheit, wenn auch eine, die sehr laut schreit“, ist sich Andreas Mischnick sicher. In diesen arbeitsintensiven Zeiten dankte die Einrichtungsleitung schließlich auch dem Gesundheitsamt und der Heimaufsicht. „Wir hatten immer den Eindruck, dass von dieser Seite Rückendeckung für uns und unsere Arbeit da war“, stellt Heimleiter Steffen Mischnick klar. „Es muss niemand Angst haben, in schweren Zeiten zu uns zu kommen und uns seine Liebsten anzuvertrauen. Sie sind bei uns im Seniorenpark Reeswinkel in den allerbesten Händen.“

Seniorenhaus Muhle

Auch das Seniorenhaus Muhle weiß inzwischen mit dem Corona-Schnelltests umzugehen. In dieser Woche wurden die Mitarbeiter geschult – so wird es vorgegeben. Bereits in der vergangenen Woche wurden entsprechenden PoC-Antigen-Tests bestellt, wie Leiter Hendrik Gräff sagt.

Bei der Einweisung in dieser Woche wurde „nur mit Wattestäbchen geübt“, so Gräff. Die Mitarbeiter haben sich gegenseitig Abstriche abgenommen. „Die Schulung entlockte den Bewohnern erstaunte Blicke, brachte aber ehrlicherweise auch gute Laune bei allen mit“, berichtet der Heimleiter. „Die Stäbchen in Mund und Nase sorgten für röchelnde Mitarbeiter mit verzerrten Gesichtern und reichlich Würgereflex.“ Ein solcher Abstrich gehöre eben nicht zum normalen Alltag von Pflegekräften. Das Team übte unter Anleitung der Schalksmühler Ärztin Margaret Lehmkühler.

Auch wenn das gut lief, ist es für die Einrichtung nicht leicht, solche Verfügungen sofort umzusetzen. „Ich finde es ein absolutes Unding, diese Last mal eben per Verordnung auf die Pflege abzuwälzen“, findet Gräff. Die Arbeit in den vergangenen Monaten hat stark zugenommen. „Die aktuelle Situation ist für alle in der Pflege tätigen Menschen eine hohe Belastung.“ Trotzdem macht das Team rund um Hendrik Gräff vieles möglich. „Wir werden unserer Aufgabe gerecht, uns liebevoll und professionell um unsere Bewohner und Patienten zu kümmern“, betont Gräff. Dennoch fehlten die Ressourcen.

Er bemängelt außerdem, dass die Einrichtung die Kosten für die Schnelltests vorstrecken müsse – „und das in Zeiten, wo viele Einrichtungen bereits im Notbetrieb laufen.“ Er dankt seinem Team für die „tolle Einsatzbereitschaft und für das, was sie in dieser schwierigen Zeit immer noch gerne leisten“.

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