Corona: Testzentrum macht erst einmal weiter

Ansprechpartner vor Ort: Krankenschwester Silke Gerth, die demnächst das Sanitätshaus leiten wird, führt die Tests im Testzentrum der Familie Mischnick durch. Unterstützt wird sie von Mitarbeitern des Seniorenparks.
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Ansprechpartner vor Ort: Krankenschwester Silke Gerth, die demnächst das Sanitätshaus leiten wird, führt die Tests im Testzentrum der Familie Mischnick durch. Unterstützt wird sie von Mitarbeitern des Seniorenparks.

Nach deutlichem Rückgang der durchgeführten Corona-Schnelltests kurz vor und während der Sommerferien ist die Nachfrage nach Corona-Tests im Testzentrum der Familie Mischnick an der Bahnhofstraße in den vergangenen Tagen wieder gestiegen. Andreas Mischnick betreibt das Testzentrum gemeinsam mit seinen Söhnen Steffen und Bastian. In den Räumlichkeiten wird demnächst ein Sanitätshaus eröffnet

Schalksmühle – Von derzeit rund 120 Tests am Tag ist die Rede. In Hochzeiten seien es 160 bis 200 Tests am Tag gewesen. Noch sind die Tests kostenlos. Ab dem 11. Oktober werden sie kostenpflichtig. „Es gilt dann die freie Marktwirtschaft.“ Wie teuer die Tests werden, kann die Familie Mischnick noch nicht sagen. „Das wird sich zwischen 15 und 25 Euro einpendeln“, schätzt Andreas Mischnick. „Wichtig ist natürlich, dass der Test für Kinder, Jugendliche und Menschen, die sich nicht impfen lassen können, kostenlos bleibt.“

Bislang konnte das Testzentrum Material und Nebenkosten mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) abrechnen. All diese Kosten müssen neu kalkuliert werden. Neben dem Testmaterial selbst sind dies Miet- und Nebenkosten, Materialkosten für Schutzkleidung und Schutzhandschuhe sowie Lohnkosten für mindestens zwei Pflegekräfte. Überdies müsse die Zahl der Tests berücksichtigt werden. Derzeit erhält die Familie Mischnick 11,50 Euro pro Test. „Das ist eigentlich zu wenig. Ursprünglich waren es rund 18 Euro.“ Zum Vergleich: In Nachbarländern wie Frankreich, Österreich oder Dänemark liegen die Kosten für einen Schnelltest zwischen 20 und 40 Euro, für PCR-Tests zwischen 60 und 90 Euro. Auf Mallorca kostet der Schnelltest sogar 50 Euro.

Mit der gelernten Krankenschwester Silke Gerth, die das Sanitätshaus leiten wird, führt eine Fachkraft die Schnelltests im Ortskern durch. Unterstützt wird sie von Mitarbeitern des Seniorenparks Reeswinkel, den die Familie Mischnick betreibt. Vor dem Test nach der Einnahme gerinnungshemmender Medikamente, Aufnahme von Speisen und dergleichen mehr nachzufragen, gehört für das Team zur täglichen Routine. „Enzyme im Essen können unter Umständen das Testergebnis verfälschen“, sagt Silke Gerth. Wie lange die Familie Mischnick das Testzentrum in den früheren Schlecker-Räumen – zurzeit das einzige in Schalksmühle – noch betreibt, ist völlig offen. Derzeit stellt sich für die Mischnicks die Frage nicht, ob und wie sich ein Testzentrum nach dem 11. Oktober rechnet. „Das ist eher eine Frage der Notwendigkeit. Die Tests werden weitergehen, wie lange, das wissen wir noch nicht.“

Es sei möglich, sehr flexibel auf die Entwicklung zu reagieren. Druck, das Sanitätshaus zu eröffnen, bestehe nicht. Allerdings stehe man mit dem Sanitätshaus in den Startlöchern. Eventuell könne beides – Testzentrum und Sanitätshaus – parallel laufen. Mit unterschiedlichen Öffnungszeiten etwa oder durch Anmietung eines zusätzlichen Raums. Das sei noch unklar.

Für Andreas Mischnick und seine Söhne ist allerdings der Tag, „an dem wir das Testzentrum nicht mehr brauchen, ein guter Tag“. Das zeige, dass man die Situation im Griff habe. „Als Betreiber einer Altenpflegeeinrichtung appellieren wir ernsthaft: Lassen Sie sich impfen und zeigen Sie Solidarität mit den Pflegekräften und auch mit den Gruppen, die sich nicht impfen lassen können!“ In den Pflegeheimen sei in den letzten eineinhalb Jahren am Limit gearbeitet worden, um Corona auszuschließen. Alle Schutzmaßnahmen einzuhalten, bringe eine hohe körperliche und psychische Belastung mit sich.

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