Hilfe in der Corona-Krise

Corona stoppt Kuntshandwerk - Frau aus Schalksmühle bietet Ausweichmöglichkeit

Corona Kunsthandwerker Schalksmühle Anke Zacharias
+
Anke Zacharias (2. von links) bietet in ihrem Laden Kunsthandwerkern die Möglichkeit, ihre Produkte zu präsentieren: Iris Deckert-Ludwig (links) stellt hier ihre Filzprodukte aus, und Dirk Münch bietet über das Geschäft seinen Schmuck an. Stammgast in dem seit einem Monat geöffneten Laden ist Elisabeth Köhler (rechts), die regelmäßig zum Schmökern vorbeikommt.

Märkte, auf denen heimisches Kunsthandwerk zu finden ist, sind in diesem Jahr eine coronabedingte Seltenheit. Da kann die Kreativität der Künstler noch so beeindruckende Werke hervorrufen – am Ende bleiben die Exponate von allen potenziellen Käufern unentdeckt. Ein Umstand, der die Schalksmühlerin Anke Zacharias auf eine Idee brachte.

Schalksmühle – „Ich biete Kunsthandwerkern einen Platz in meinem Laden an, damit sie auch ohne Märkte ihre Werke ausstellen können“, erklärt die Unternehmerin ihren Plan. Bisher haben neun heimische Kunsthandwerker das Angebot angenommen und ihre Produkte in „Lisettkens kleiner Welt“ an der Mühlenstraße 7 ausgestellt. „Alles ist selbstgemacht, handgemacht und ein Unikat“, lädt die Schalksmühlerin zum Stöbern in ihr Geschäft ein, das ihr von den Handballern der SGSH Dragons zur Verfügung gestellt wird. „Ich kann die Räumlichkeiten der Handballer mit nutzen. Dafür beteilige ich mich an den Unkosten und biete auch die Fanartikel des Vereins mit an“, sagt Anke Zacharias.

Neben den Keramikgefäßen, Ringen und Deko-Elementen stehen auch Fotos in den Regalen mit den Porträts der jeweiligen Künstler. Eine von ihnen ist die Lüdenscheiderin Iris Deckert-Ludwig. „Ich filze Schmuck, Lampen und Deko“, verweist sie auf ihr Angebot. Sie bietet selbst eine „Filzwerkstatt“ in der VHS an. „Die Idee, hier so etwas anzubieten, finde ich ganz toll“, schwärmt die Künstlerin. „Die Sachen würden sonst bei mir zu Hause einfach nur rumstehen, weil ich sie nirgends anbieten kann. So macht es auch keinen Spaß, etwas zu produzieren“.

Schmuck aus Rönsahl

Der Rönsahler Dirk Münch ist eigentlich sehr oft auf Märkten und anderen Events unterwegs, um seinen Schmuck, den er aus altem Silberbesteck anfertigt, anzubieten. „Ich mache das zwar nur hobbymäßig, merke den Einschnitt in diesem Jahr aber doch ganz deutlich“. Den Schmuck in „Lisettkens kleiner Welt“ an den Mann oder die Frau zu bringen sei zwar auch schwierig, doch „so kann man zeigen, dass man noch da ist“. Besonders die Haptik sei bei seinen Produkten sehr wichtig. „Da steckt viel Arbeit drin, aber auch meine ganzen Ideen und Gedanken“, sagt Münch.

Ebenfalls einen Platz in den Regalen hat Marion Drensek aus Radevormwald bekommen. „Vor 35 Jahren habe ich eine Töpfer-Ausbildung gemacht. Seitdem lebe ich davon“, erklärt sie. Auch sie verkauft ihre Waren hauptsächlich auf Märkten. „In diesem Jahr gab es keinen einzigen Markt“, resigniert die Künstlerin. Über Wasser halten könne sie sich nur mit dem Verkauf an Stammkunden. Über die Möglichkeit, bei Anke Zacharias auszustellen, freut sie sich deshalb umso mehr, denn der Verkauf über das Geschäft läuft bisher ganz gut. „Auch wenn wieder Märkte stattfinden sollten, biete ich weiterhin meine Werke hierüber an“, versichert sie.

Kunsthandwerker, die ebenfalls unter den ausfallenden Märkten leiden, können ihre Produkte auch in den Regalen des Geschäfts platzieren. Geöffnet ist es dienstags und donnerstags von 14.30 bis 17.30 Uhr und mittwochs von 10 bis 13 Uhr. Telefonisch ist Anke Zacharias unter der Rufnummer 01 76/66 33 00 34 zu erreichen.

Lese-Ecke neben Kunstartikeln

Ebenfalls in dem kleinen, aber liebevoll eingerichteten Laden zu finden sind die beliebten „Lisettken-Tassen“ und ein Lese-Ecke. „Der Laden soll in erster Linie ein Treffpunkt zum Klönen und Stöbern sein“, so die Besitzerin. Kaffee, Tee, ein gutes Gespräch und ein gutes Buch sind hier immer gratis. Ja, selbst die Bücher, die gelesen, mitgenommen oder ausgetauscht werden können, sind kein kommerzielles Angebot.

Auch die Schalksmühlerin Elisabeth Köhler kommt seit der Eröffnung am 12. September in den Laden an der Mühlenstraße, um in Ruhe ein paar Seiten zu lesen. „Früher konnte man noch im Rathaus Bücher tauschen, aber das geht heute ja nicht mehr“, klagt die Schalksmühlerin. Seit sie Rentnerin ist, vertreibt sie sich gerne die Zeit mit dem Schmökern – und das am liebsten in Gesellschaft.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare