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Corona: Musikschule im MK leidet unter der Pandemie    

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Von: Thomas Machatzke

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Für die Musikschule ist die Corona-Pandemie nicht leicht.
Für die Musikschule ist die Corona-Pandemie nicht leicht. © Blasius

Corona erschwert das Leben. Viele Veranstaltungen fallen aus. So leidet auch eine Musikschule im MK unter der Pandemie.

Schalksmühle – Eigentlich hatte das Jahr für die Musikschule Volmetal am Standort in Schalksmühle am 16. Dezember mit einem Weihnachtlichen Vorspiel in den 8Giebeln, also der alten Kreuzkirche, ausklingen sollen. Doch dieses kleine Sinfoniekonzert wird es nicht geben. Die nächste Absage in Pandemiezeiten. Die Entwicklung der Inzidenzen hat den Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Und so saßen Cosima Breidenstein, die Gesamtleiterin der Musikschule, und Bezirksleiterin Kathrina Frisch am Montag im Ausschuss für Kultur und Sport, um einen Lagebericht abzugeben, und wussten nicht recht, ob sie nun stolz darauf sein sollten, was sie trotz der Pandemie alles auf die Beine gestellt hatten. Oder ob sie eben doch vor allem klagen sollten darüber, was die Pandemie alles nicht möglich gemacht hat.

„Wir haben uns gut gehalten in Corona-Zeiten“, stellte Breidenstein fest. So berichtete die Instrumentalpädagogin, die selbst so virtuos mit der Violine umzugehen weiß, vom Einzelunterricht per Videokonferenz oder gar am Telefon. „Das war gut, aber natürlich nicht gleichwertig“, stellte die gebürtige Bremerhavenerin fest, „Klangkorrekturen konnten praktisch nicht stattfinden.

Ein Bereich ist um 50 Prozent geschrumpft

Besonders getroffen war indes bei der Musikschule der Bereich Ballett: „Zur Hause alleine zu trainieren, das ist ein sehr großer Unterschied“, konstatierte Breidenstein, „das Ballett war die längste Zeit im Lockdown.“ So etwas schlage sich in den Schülerzahlen nieder – im Bereich Tanz ist die Schülerzahl um 50 Prozent zurückgegangen. Der Ballettbereich, so Breidenstein, müsse langfristig wieder aufgebaut werden. Erfreulich: Bei der tänzerischen Früherziehung sind die Anmeldezahlen nun wieder gestiegen. Das gibt Hoffnung. Insgesamt liegen die Anmeldezahlen über denen der Vor-Corona-Zeit.

In der Pandemie haben neben dem Ballett auch die Ensembles und Chöre besonders gelitten, weil gemeinsames Musizieren praktisch unmöglich war. An der Primusschule hatte die Musikschule Volmetal vor der Pandemie gerade einen Chor etabliert. Die Arbeit mit dem Primuschor indes lag auch lange brach. Nun, nach der Pandemie, war gerade im Oktober eine Art Neuanfang für den Chor initiiert worden. Doch nach dem Band an der Schule wartet man nun ab, wie und wann es mit der Chorarbeit am Löh weitergehen wird.

Kathrina Frisch berichtete stolz von einer sehr guten Resonanz auf die Angebote an der Grundschule Spormecke. So beim „Trommelwirbel“, einem neuen Schwerpunkt der musikalischen Früherziehung. Aber auch bei vier neuen Blockflötengruppen. Im Kindergarten in Heedfeld ist die tänzerische Früherziehung mit elf von möglichen zwölf Plätzen beinahe ausgebucht. Es läuft wieder gut an.

Besonders stolz präsentierten Breidenstein und Frisch das neue Modell „Kita und Musikschule“ im Familienzentrum am Wansbeckplatz. Hier geht es um modulare Arbeit zur Grundmusikalisierung. „Ein Projekt mit Strahlkraft“, wie Breidenstein feststellte. Ein Modell zudem, wie Bürgermeister Jörg Schönenberg später ergänzte, das im Erfolgsfall eines für alle Kitas in der Volmegemeinde werden solle.

Unterschiedliche Reaktionen

Die Mitglieder des Ausschusses nahmen den Bericht durchaus unterschiedlich zur Kenntnis. Während Kathrin Seggedi (SPD) die vielen Ideen und Ansätze lobte („Eine so lebendige Musikschule an einem so kleinen Ort.“), kritisierte Frank Obersheimer (CDU), dass es aus dem Bereich der Musikschule praktisch keinen Nachwuchs mehr für die Blasmusik gebe. Breidenstein verwies in diesem Kontext auf personelle Wechsel, die Pandemie-Probleme, aber eben auch darauf, dass die Resonanz aufs Instrumentenvorspiel an der Spormecke und am Löh sehr, sehr mäßig gewesen sei. Das Problem sei hier auch, dass durch die fehlenden Ensembles das Erlernen dieser Instrumente im Momente nicht so attraktiv sei. „Wir wollen Musik wieder zusammen machen“, erklärte Breidenstein, „und nicht nur zusammen im Chat…“

Was das Personal der Musikschule angeht, bezog Jörg Schönenberg klar Stellung. „Honorarkräfte haben wir, aber wir sind bestrebt, hier feste Arbeitsverhältnisse zu etablieren“, stellte der Bürgermeister fest, „wir wollen vernünftige Arbeitsplätze für eine vernünftige Musik.“

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