Corona-Pandemie

Lockdown macht Sportler zu Verlierern - Unverständnis im Fitnessstudio

Fitnessstudio Injoy, Lockdown
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Die Trainingsflächen im Fitnessstudio Injoy bleiben vorerst bis zum 20. Dezember leer.

Eine „bescheidene Stimmung“ löst die Entscheidung, den Teil-Lockdown bis zum 20. Dezember auszuweiten, in der Gemeinde aus. Ulrike Menzel ist als Mitglied der Geschäftsführung des Fitnessstudios Injoy davon betroffen. Neben Gastronomiebetrieben müssen auch Fitnessstudios weiterhin geschlossen bleiben.

Schalksmühle - Die Kontaktreduzierungen seien voll nachvollziehbar, doch die Verlängerung nicht. Gerade die Mitglieder würden unter den Maßnahmen leiden, sagt Ulrike Menzel, Mitglied der Geschäftsführung des Fitnessstudios Injoy an der Volmestraße, das seit dem 2. November geschlossen ist. „Die Einschränkungen verursachen Stress. Dieser lässt sich durch Sport gut abbauen. Fitnessstudios werden in Berlin als Freizeiteinrichtungen gesehen. Doch was den Menschen derzeit genommen wird, das fehlt ihnen zu ihrer Gesundheit. Sportler gehen weniger zum Arzt, sie gehören nicht unbedingt zu Risikogruppen.“

Die Verantwortliche sieht nach eigenen Angaben schwarz für 2020. Sie befürchtet, dass sie das Studio, das sie zusammen mit Geschäftsführer Sebastian Ignatzek leitet, erst im neuen Jahr wieder aufmachen darf. „Wir haben alles gemacht. Wir haben Lüftungsanlagen installiert, um die Aerosole zu filtern, Desinfektionsmittel-Ständer und Handtücher gekauft sowie den Rezeptionsbereich umgebaut und den Einlass geregelt. Bei uns gab es keine Infektionen. Ich bin enttäuscht, dass sich nichts getan hat“, erklärt Ulrike Menzel, die die Entscheidung der Politik, bei einem Inzidenzwert unter 50 Änderungen vorzunehmen, nicht versteht. „Wir werden diesen Wert im Winter nicht erreichen.“

Abmeldezahlen erst wieder aufgeholt

Die Leiterin denkt vor allem an die Mitglieder. „Im September und Oktober wurde es wieder voller. Wir mussten uns das Vertrauen der Mitglieder erst wieder verdienen. Wir waren gerade dabei, die Abmeldezahlen aus dem ersten Lockdown aufzuholen“, sagt Ulrike Menzel, die befürchtet, dass die erneute Schließung nicht nur die für Fitnessstudios starken Wintermonate negativ beeinflusst. „Wenn das Januar-Geschäft auch noch kaputt gemacht wird, dann weiß ich auch nicht.“ Man sei noch weit von einer Schließung des Studios entfernt. Die Soforthilfen für Unternehmer habe man nicht in Anspruch genommen. Doch da die Novemberhilfen des Staates, die 75 Prozent des Umsatzausfalls ausgleichen sollen, noch nicht geflossen seien, würde sich die Belastung durch die Fixkosten auf 30 000 bis 40 000 Euro belaufen. „Die meisten Studios haben nicht so viel auf der hohen Kante.“

Hinzukomme, dass die Mitglieder derzeit zwar noch ihre Beiträge bezahlen. Doch Ulrike Menzel rechnet damit, dass sie irgendwann einen Ausgleich haben wollen.

Es bleibe nur auf den Impfstoff zu hoffen und in der Zwischenzeit den Mitgliedern weiterhin Online-Trainings mit Live-Kursen oder Telefonberatung anzubieten. Man müsse für die Menschen da sein. Sie würden zu den Verlierern der Krise gehören.

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