Kitas wieder im Regelbetrieb

Zurück zur Normalität - neuer Alltag in den Kitas

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Wieder ohne Einschränkungen miteinander spielen: Darüber freuen sich die Kinder der Kichererbsengruppe vom Kindergarten Junges Gemüse an der Viktoriastraße.

Getrennte Gruppen, zehn Wochenstunden weniger und kein Betretungsrecht für Eltern. In den Kitas galten bisher strenge Corona-Maßnahmen. Seit Montag ist damit Schluss und nun wieder ein Regelbetrieb in den Einrichtungen möglich. Worauf können sich die Schalksmühler Kinder freuen und worauf müssen sie weiterhin verzichten?

Schalksmühle/Heedfeld – „Für die Eltern ist es viel leichter geworden. Es gelten wieder die normalen Zeiten, und die Kinder können wieder am Mittagessen teilnehmen. Es ist schon fast wieder normal“, freut sich Maike Harnisch vom Evangelischen Kindergarten in Heedfeld über die zurückgewonnene Normalität.

Ein paar Abstriche müssen jedoch weiterhin gemacht werden. „Unser Träger hat abgestimmt, dass wir die Eltern vor den Sommerferien noch nicht in die Einrichtung lassen“, hebt die Leiterin einen Wermutstropfen hervor. Auch auf die Masken für das Personal kann noch nicht verzichtet werden. Dafür gibt es jetzt keine geteilten Gruppen mehr, und die Kinder dürfen uneingeschränkt miteinander spielen. „Darüber freuen sich die Kinder auch riesig“, konnte Maike Harnisch beobachten.

Lolli-Test statt Wattestäbchen

Seit dieser Woche müssen auch keine langen Wattestäbchen mehr in die kleinen Kindernasen eingeführt werden. „Wir bekommen seit Montag die Lolli-Tests, die mit nach Hause genommen werden dürfen.“ Dabei können die Kinder an einem Abstrich-Tupfer lutschen, was wesentlich angenehmer ist als der bisherige Test. Zweimal wöchentlich, so empfiehlt NRW-Familienminister Joachim Stamp, sollte der Test durchgeführt werden.

Die Freude bei Kindern und Eltern war auch in der Awo-Kita Mittendrin groß. Dort gibt es ebenfalls keine Einschränkungen mehr für die kleinen Besucher. Auch die Eltern dürfen die Räumlichkeiten wieder betreten. „Normalerweise können die Eltern ihre Kinder bis in die Gruppen bringen. Im Moment dürfen bei uns erst einmal nur zwei Erwachsene pro Gruppe in die Eingangshalle“, erklärt Leiterin Charlotte Neuhaus ihr Sicherheitskonzept. Dadurch soll die Situation beim Bringen und Abholen etwas entzerrt werden. Verglichen mit Übergabe der Kinder vor der Einrichtung, wie es noch während des Lockdowns vorgeschrieben war, ist das ein weiterer Schritt in Richtung Normalität.

Für viele Eltern war das zunächst ein ganz ungewohntes Gefühl.

Charlotte Neuhaus, Leiterin der Awo-Kita Mittendrin

„Für viele Eltern war das zunächst ein ganz ungewohntes Gefühl“, konnte die Kita-Chefin feststellen. „Wir haben auch vorher Kontakt zu den Eltern gehalten, doch jetzt haben wir wieder ganz andere Möglichkeiten, uns auszutauschen. Vom Gefühl her ist es etwas anderes, wenn man in der Einrichtung ist und nicht nur vor der Haustür steht.“

Ab Mittwoch bekommen auch die Kinder in der Awo-Kita die Lolli-Tests. Charlotte Neuhaus geht davon aus, dass die viel besser bei den Kleinen ankommen, denn „teilweise haben Eltern schon gesagt, dass die Tupfer bei den anderen Tests viel zu groß sind für die Kinder“.

In der Kita Junges Gemüse an der Viktoriastraße liegen noch ein paar Pakete mit den unbeliebten Stäbchentests im Schrank. Doch die sind bald aufgebraucht, und auch hier kommen dann die Kinder in den Genuss der angenehmeren Variante. Für sinnvoll hält Leiterin Elke Gabler die Tests auf jeden Fall: „Wir haben viele Eltern, die uns bei einer leichten Erkältung des Kindes Bescheid sagen, dass der Test negativ war. Bei starken Erkältungssymptomen muss das Kind aber trotzdem zu Hause bleiben.“

Auch das Personal lässt sich zweimal wöchentlich testen. Die Leiterin freut sich zudem, dass „wir es in ein paar Tagen geschafft haben, dass der größte Teil von uns auch zweimal geimpft ist“.

Eltern nutzen die regulären Zeiten

Die regulären Zeiten werden von nahezu allen Eltern wieder genutzt. Das sei nicht nur für die Eltern eine Erleichterung, unterstreicht Elke Gabler, sondern auch für die Arbeitgeber, die sich auf viele geänderte Betreuungszeiten einstellen mussten.

Kristina Brüdigam, Leiterin der Kita Villa Kunterbunt in Dahlerbrück, kann sich auch wieder über ein volles Haus freuen. „Es gab noch einige Nachfragen, ob das auch sicher wäre. Jetzt sind aber fast alle wieder da“, sagt sie. Auch die Kinder, die noch nicht am eingeschränkten Betrieb teilgenommen haben, seien wieder dabei.

Regelgruppen gibt es in der Villa Kunterbunt ebenso wieder wie das gemeinsame Mittagessen. Lediglich die Eltern müssen noch draußen bleiben. „Unsere Räumlichkeiten lassen das vom Platzangebot her nicht zu“, erklärt Kristina Brüdigam. Ein zu enger Kontakt und keine Möglichkeit zum Einhalten des Sicherheitsabstandes sind die Gründe für ein Elternverbot in der Kita.

Lolli-Tests gibt es bereits seit Montag für alle Kinder. Die meisten finden diese Testvariante auch besser als die Stäbchentests. Ein paar Kinder sind jedoch mit dem alten Test zufrieden. „Ein paar Eltern haben gesagt, dass ihre Kinder das mit der Nase in Ordnung fanden“, weiß die Kita-Leiterin. „Die Kinder wurden gut darüber aufgeklärt und wissen mittlerweile, wie das geht.“ Für die meisten ist der neue Test jedoch eine große Erleichterung.

Es gibt noch einen weiteren positiven Nebeneffekt der Regelzeiten: „Einige Eltern haben uns heute gesagt, dass ihre Kinder nach so einem etwas längeren Tag in der Kita müder waren als sonst.“

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