Corona in Schalksmühle

Krüstchen bis ins Wohnmobil: Kreatives Konzept für den Restaurantbesuch trotz Corona

Wohnmobil-Dinner in Schalksmühle: Bozena Faust (links/Inhaberin Haus Zum Nöckel) serviert das Essen bis an die Wohnmobil-Tür. Geburtstagskind Alexandra Müller und Ehemann Olaf freuen sich über die Abwechslung.
+
Wohnmobil-Dinner in Schalksmühle: Bozena Faust (links/Inhaberin Haus Zum Nöckel) serviert das Essen bis an die Wohnmobil-Tür. Geburtstagskind Alexandra Müller und Ehemann Olaf freuen sich über die Abwechslung.

Ein Restaurantbesuch zum Geburtstag - vor Corona war das nichts besonders. Um jetzt Essen zu gehen, braucht es kreative Lösungen, wie im Haus Zum Nöckel.

Schalksmühle – Ein Geburtstag der besonderen Art. Trotz oder gerade wegen Corona? Eine Geschichte aus Schalksmühle zeigt, was alles möglich ist - trotz gewisser Einschränkungen. Es ist ein Geburtstag, den Alexandra Müller so schnell nicht vergessen wird. Ausgehen, feiern, Freunde einladen – alles nicht möglich in Zeiten von Corona. Um den Tag dennoch zu einem Besonderen zu machen, haben die Jubilarin und ihre Familie ein außergewöhnliches, neues Angebot in Schalksmühle wahrgenommen: Restaurantbesuch mit Wohnmobil. (News zum Coronavirus im MK)

Corona-MaßnahmeGeschlossene Gastronomie
Beginn2. November
Endenoch nicht festgelegt

Essen gehen im Wohnmobil: Konzept für Restaurantbesuch trotz Corona

Das bieten seit Kurzem Bozena Faust und ihr Sohn Alex vom Haus Zum Nöckel in Rotthausen an: Die Gäste melden sich an und fahren mit dem Camper oder Wohnmobil auf den Gaststätten-Parkplatz. Dort servieren Bozena Faust und ihr Team dann frisch zubereitete Hausmannskost. Getränke gibt’s auf Wunsch dazu – Corona-konform nur in Flaschen allerdings.

Auf dem Außengelände am Haus Zum Nöckel in Rotthausen ist genügend Platz für mehrere Wohnmobile.

Nöckel-Stammgast Peter Lux hatte Faust auf die Idee mit dem sogenannten „Wohnmobil-Dinner“ gebracht. „Er hatte es in einer anderen Stadt gesehen und mich darauf angesprochen.“ Kurzum kontaktiert Bozena Faust die Gemeindeverwaltung, vergewissert sich, dass sie keine besondere Genehmigung für die Wohnmobil-Bewirtung benötigt. Braucht sie nicht, weil der große Parkplatz zum Haus gehört.

In den sozialen Netzwerken und einem speziellen Wohnmobil-Forum macht Bozena Faust nun Werbung für das Angebot im Haus Zum Nöckel – und erfährt gleich positive Resonanz. „Nicht nur aus dem Märkischen Kreis, auch aus Essen und Remscheid haben sich Gäste gemeldet. Die meisten verbinden den Besuch mit einer Tagestour, gehen Spazieren oder Wandern und kommen dann zum Essen zu uns“, berichtet Faust. Übernachten dürfen die Wohnmobil-Besucher aber nicht auf dem Parkplatz – nach dem Essen geht’s wieder nach Hause.

Restaurantbesuch trotz Lockdown und geschlossener Pandemie: So funktionierts

Zwar bietet das Haus zum Nöckel auch einen Lieferservice an, „doch so ist das noch mal etwas ganz Besonderes“, freut sich Alexandra Müller über das Angebot. Sie und ihr Mann Olaf sowie die drei Kinder Felix, Konrad und Greta nutzen das Angebot bereits zum zweiten Mal. „Gerade für die Kinder ist das natürlich sehr spannend und mal was anderes“, sagt Alexandra Müller. Anlässlich ihres Geburtstages sind auch ihre Eltern Anne und Thomas Köster mit von der Partie. Da muss man im Wohnmobil zwar ein wenig zusammenrücken – zumal Hündin Lisa mit von der Partie ist –, kann aber dafür frisch zubereitete Nöckel-Burger und das Krüstchen genießen.

Bozena Faust trägt die Speisen die wenigen Meter vom Restaurant bis zum Wohnmobil, übergibt sie an der Tür. „Es ist ein Erlebnis. Zusätzlich können wir so die heimische Gastronomie unterstützen“, sagt Olaf Müller.

Diese Unterstützung erfahren Bozena Faust und ihr Team seit Beginn der Corona-Krise von vielen Gästen. „Es ist eine schwierige Zeit, aber wir versuchen, so viel wie möglich für unsere Gäste zu tun – und erhalten diese Unterstützung auch zurück.“
Dafür ist Faust sehr dankbar. Denn nicht nur der reguläre Restaurant-Betrieb fehlt in diesen Zeiten. Auch Veranstaltungen, Kegelabende und Übernachtungen sind im Haus Zum Nöckel nicht möglich. Doch Bozena Faust hält nichts davon, nur zu jammern.

Lieferdienst und Essen im Wohnmobil - so kommt das Restaurant durch die Pandemie

So hat sie mit ihrem Team schon früh in der Pandemie auf einen Lieferservice für die Hausmannskost gesetzt. Auch wenn die Anfänge noch ein klein wenig holprig gerieten, wie sich Sohn Alex erinnert – das eben noch schön angerichtete Essen auf den Papptellern war nach den ersten Bodenwellen am Löh ganz schön durcheinander geraten. „Da hätte ich heulen können beim Blick in die Box.“ Spezielle Behälter und Wärmeboxen schaffen aber längst Abhilfe, sodass das Nöckel-Essen nun stets warm und adrett bei den Gästen ankommt.

Für die Speisen beim Wohnmobil-Dinner gilt das ohnehin. Die eigene Küche bleibt kalt, der Abwasch entfällt auch und es kommt zumindest ein Gefühl von Restaurantbesuch auf. „Einmal mehr super lecker“, sind die Müllers begeistert vom Angebot im Wohnmobil. Für Alexandra Müller gibt es an diesem Abend noch eine kleine Überraschung: Die bestellte Flasche Sekt zum Anstoßen geht aufs Haus: „Es ist doch zu schade, die sonst wegzuschmeißen, wenn wir noch lange geschlossen haben. Da kann ich sie lieber zum Geburtstag verschenken“, lacht Bozena Faust.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare