Corona in Schalksmühle

Etwa 200 Testwillige pro Tag in den Corona-Zentren 

Corona Testzentren Schalksmühle Heedfeld
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Im Heedfelder Testzentrum nimmt Snezha Rogulich die Abstriche vor. Bislang wurde hier noch kein positives Ergebnis festgestellt.

Wer verreisen möchte, zum Friseur will oder Besuch von der Oma bekommt, muss coronafrei sein. Ein Schnelltest in einem der beiden Schalksmühler Testzentren sorgt dabei für die nötige Gewissheit.

Schalksmühle/Heedfeld – Alleine in der Einrichtung im ehemaligen Schlecker-Markt an der Bahnhofstraße lassen bis zu 180 Besucher täglich zwischen 10 und 15.30 Uhr, donnerstags auch bis 18.30 Uhr, einen Abstrich machen. „Das Testzentrum wird nach wie vor sehr positiv angenommen“, sagt Andreas Mischnick, der mit seinen Söhnen Steffen und Bastian Mischnick die Einrichtung in den Räumen ihres künftigen Sanitätshauses betreibt. „Viele kommen vor einem Friseurbesuch zu uns, oder wenn sie andere körpernahe Dienstleistungen in Anspruch nehmen wollen.“ Aber auch ohne solche Termine würden sich viele testen lassen. Einige kommen sogar regelmäßig vorbei. „Die wollen einfach Gewissheit haben“, weiß der Geschäftsführer. Lediglich die nicht deutschsprachigen Schalksmühler seien nur sehr schwer zu erreichen und würden das Angebot fast gar nicht nutzen.

Fast alle Tests fielen bisher negativ aus. Ein paar Besuchern musste jedoch die schlechte Nachricht einer positiven Auswertung überbracht werden. „Das Positive an den positiven Ergebnissen ist, dass wir hier in Schalksmühle durch dieses Testzentrum auch eine gewisse Erkenntnis erlangen.“ Die Zahl der positiv Getesteten liege zwar im einstelligen Bereich, aber es sei sehr gut, dass sie erkannt werden konnten, unterstreicht Mischnick die Wichtigkeit der Einrichtung.

Wenig positive Ergebnisse

Muss ein unliebsames Ergebnis verkündet werden, wird die betroffene Person direkt vor Ort darüber informiert, und es werden die weiteren Schritte erklärt: „Wir haben einen Kooperations-Arzt, das ist Dr. Lehmkühler. Wer nicht zu seinem Hausarzt geht, kann sich an ihn wenden. Dort wird dann ein PCR-Test gemacht. Nach 48 Stunden kommt dann eine Benachrichtigung, ob sich der positive Test bestätigt hat.“ So lange müssen sich die Getesteten und deren Mitbewohner in häusliche Quarantäne begeben. Das Ergebnis wird zeitgleich dem Gesundheitsamt mitgeteilt, dessen Mitarbeiter sich um alles Weitere kümmern. Im besten Fall wird der positive Test nicht bestätigt, anderenfalls wird die Quarantäne auf zwei Wochen erweitert.

Wir müssen täglich damit rechnen, dass es andere Entscheidungen geben könnte.

Andreas Mischnick

Wie lange die Einrichtung an der Bahnhofstraße noch existiert, kann Andreas Mischnick nicht absehen: „Wir müssen täglich damit rechnen, dass es andere Entscheidungen geben könnte. Zum Beispiel, dass Geimpfte keinen Test mehr brauchen. Dann wird sich das bei uns wahrscheinlich auch verändern. Wir können unsere Zeiten anpassen und uns relativ kurzfristig umstellen.“ Denkbar ist auch, dass in naher Zukunft durch weitere Lockerungen noch mehr Tests benötigt werden. „Wir haben uns darauf eingestellt, dass bei Öffnung von Gaststätten oder Dienstleistungsgewerbe relativ schnell mehr getestet werden könnte“, erklärt er. Bislang wird das Ergebnis nach 15 Minuten schriftlich übergeben. Das soll sich jedoch bald ändern: „Die Ergebnisse könnten dann über eine Corona-Warn-App übermittelt werden.“

Die geplante Eröffnung des Mischnick-Sanitätshauses an dieser Stelle soll kein vorzeitiger Schließungsgrund für das Testzentrum sein. „Wir wollen erst der Gemeinde dienen und stehen so lange zur Verfügung, wie das Testzentrum hier benötigt wird“, verspricht Mischnick.

Pflegefachkraft Claudia Wiedenhorn übergibt im Testzentrum an der Bahnhofstraße nach einer 15-minütigen Wartezeit das Testergebnis an die Besucher. Bis zu 180 Testwillige sind täglich zu Gast.

Auch das zweite Testzentrum im Heedfelder Gemeindehaus ist auf ein langfristiges Angebot ausgelegt. „So lange das Testzentrum hier benötigt wird, machen wir das auch. Zumindest bis im Gemeindehaus wieder im großen Stil Veranstaltungen stattfinden. Aber dann werden wir wohl auch kein Testzentrum mehr benötigen“, erklärt Florian Wilms, der mit Hendrik Gräff die Pflege an der Volme GmbH leitet und das Angebot in Kooperation mit der Hirsch-Apotheke auf die Beine gestellt hat.

Rund 24 Testwillige lassen sich in Heedfeld jeweils montags, dienstags oder freitags zwischen 13 und 15 Uhr auf das Virus untersuchen. Deutlich weniger als im Ortskern, für die zentrumferne Einrichtung aber ein sehr guter Wert. Immerhin wurde im Gemeindehaus bisher noch kein einziger Besucher positiv getestet. „Man muss auch dazu sagen, dass wir nur symptomlose Leute testen. Jemand mit Husten, Schnupfen oder Fieber muss sich beim Hausarzt testen lassen“, gibt Wilms zu bedenken.

Auch wenn einige Besucher das Testergebnis benutzen, um sich etwa Zutritt beim Friseur zu verschaffen, kommt ein Großteil aus privaten Gründen. „Die kommen meist nur, um zu wissen, ob sie das Virus nicht haben. Einige kommen auch regelmäßig alle ein, zwei Wochen vorbei.“

Wie lange werden Tests noch notwendig sein?

Wie lange Tests noch notwendig sein werden, kann auch Florian Wilms nicht voraussagen: „Ich hoffe natürlich, dass wir schnell damit durch sein werden, aber ich gehe davon aus, dass es noch ein paar Wochen so laufen wird.“ Die große Hoffnung liegt für ihn dabei auf den Impfungen. „Da scheint es ja wirklich jetzt voran zu gehen. Wenn sich das noch steigern lässt, wird man hoffentlich in ein paar Monaten einen ausreichenden Immunstatus in der Gesellschaft erreicht haben.“

Dabei geht Wilms davon aus, dass uns das Coronavirus nicht mehr verlassen wird, doch „es wird seinen Schrecken verlieren. Es wird uns dann auch weiterhin wie eine Grippewelle überrollen, aber es wird zu keiner Überlastung des Gesundheitssystems mehr führen, und wir müssten dann nichts mehr schließen oder alle testen“.

Termine können für beide Testzentren online vereinbart werden: www.sanitaetshaus-mischnick.de und www.pflege-volme.de.

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