Mehrheitliche Entscheidung

Corona im MK: Lüfter an Schulen sorgen für lange Debatte

Luftfilter für Schulen
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Die Mehrheit spricht sich für mobile Luftreiniger in Schulen aus.

Lange sind die Luftreiniger an Schulen ein Thema. In manchen Einrichtungen gibt es sie schon, andere diskutieren noch immer über die Notwendigkeit. So auch in dieser Kommune im MK.

Schalksmühle – Der Schulausschuss „haut einen raus“: So formulierte es der Vorsitzende Michael Siol (SPD), als abzusehen war, dass sich – entgegen der Beschlussvorlage der Verwaltung – eine Mehrheit für die Anschaffung von mobilen Luftreinigern für die Schalksmühler Schulen aussprechen würde. In der Tat wurde dieser letzte von drei Anträgen, die in der Sitzung am Mittwoch formuliert wurden, mit den sechs Stimmen von UWG und FDP befürwortet. Die vier Mitglieder des Ausschusses für Kinder, Jugend, Schule und Soziales von CDU und SPD stimmten dagegen.

Klaus Nelius (UWG) hatte diesen Antrag nach langer Diskussion formuliert, wobei letztlich die von Jan Schriever (FDP) vorgebrachte Einschränkung, dies nur für die Räume umzusetzen, die von Kinder bis zwölf Jahren genutzt werden, hinzugefügt wurde. Für ältere Schüler bestehe inzwischen die Möglichkeit, das Infektionsrisiko durch eine Impfung zu reduzieren, so das Argument.

Emotionale Beiträge von Eltern und Großeltern

Eingestimmt wurden die Politiker auf ihre Debatte zu diesem Tagesordnungspunkt bereits in der Fragestunde für Einwohner. Fünf zum Teil emotionale Beiträge von Eltern und Großeltern von Kindern der Grundschule Spormecke forderten zum Schutz der Kinder und Familien die Anschaffung solch mobiler Luftreiniger. Geld dürfe dabei keine Rolle spielen, war zu hören. Und das war nicht das erste Mal, dass Bürger sich öffentlich dazu äußerten. Lore Graul sprach sich bereits im Juli für solche Anlagen aus.

Fachbereichsleiter Oliver Emmerichs erläuterte im Verlauf der Diskussion, die Haltung der Verwaltung, die sich bei der Beschlussvorlage an den Vorgaben des Bundesumweltministeriums orientiert habe. Er verwies auf die enormen Kosten bei der Anschaffung mobiler Anlagen in so großer Zahl und darauf, dass die auch keineswegs unmittelbar zu beschaffen seien und möglicherweise erst im Dezember oder Januar zum Einsatz kommen könnten. Das werfe die Frage auf, wie sinnvoll die Investition sei.

Lutz Schäfer (SPD) sah keinen Anlass, an den Vorgaben des Ministeriums zu zweifeln, während Nelius und sein UWG-Fraktionskollege Roman Bossart betonten, man müsse der Empfehlung nicht folgen. Die Schulleiter Ralf Gensmann (Grundschule Spormecke) und Astrid Bangert (Primusschule) hielten sich mit Wertungen aus der Debatte heraus.

Nachhaltiges Handeln als Ziel

Im Gegensatz zu diesem Punkt waren die anderen Entscheidungen des Ausschusses rund um das Thema Lüftung unstrittig. Einstimmig befürwortete der Ausschuss, dass die Verwaltung beauftragt werde, ein Konzept für die Ausstattung kommunaler Gebäude mit stationären Lüftungsanlagen zu entwickeln – sowohl bei Neubauten als auch um bestehende Immobilien nachzurüsten. Dies sei ein nachhaltiges Handeln mit Blick auch auf mögliche künftige Pandemieereignisse, so der Tenor. Ebenso soll die Verwaltung prüfen, welchen Räume in den Schulen in die vom Ministerium formulierte Kategorie 2 fallen, weil sie nur eingeschränkt gelüftet werden können, und damit bei der Ausstattung mit Luftreinigungsanlagen gefördert werden können

Über die Möglichkeit, weitere CO2-Ampeln anzuschaffen, wenn dies von den Schulen gewünscht werde, ließ Siol wegen Geringfügigkeit und der signalisierten Einigkeit zwischen Politik und Verwaltung gar nicht erst abstimmen.

Beendet ist die Debatte damit noch nicht. Im Hauptausschuss am 20. September wird es dann erstmals um die finanziellen Auswirkungen der möglichen Anschaffung von mobilen Luftreinigern gehen. Die Entscheidung liegt letztlich beim Gemeinderat am 27. September.

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