Corona bei der Feuerwehr

Weiterer Corona-Fall bei der Feuerwehr Schalksmühle - komplette Löschgruppe in Quarantäne

Corona, Freiwillige Feuerwehr Schalksmühle
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Corona-Infektionen bei der Freiwilligen Feuerwehr Schalksmühle: Derzeit befinden sich mehrere Wehrleute in Quarantäne. Vier Einsatzkräfte wurden positiv auf Covid-19 getestet.

Die Nachricht aus dem Gesundheitsamt brachte am Donnerstag Unruhe ins Rathaus. Ein weiteres Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr wurde positiv auf Covid-19 getestet. Dies berichtet die Leiterin des Ordnungsamtes Silvia Gonzalez.

Update Donnerstag, 22. Oktober, 15.30 Uhr: Das Ergebnis hat zur Folge, dass die betroffene Löschgruppe – insgesamt gibt es mit Schalksmühle, Dahlerbrück, Winkeln und Hülscheid vier solche Einheiten – unter Quarantäne gestellt wurde. Auf Anraten des Amts wird es am Freitag weitere Tests geben, um Klarheit über den Zustand der Mitglieder zu bekommen, die nicht bei einem speziellen Einsatz dabei waren.

Therorie der Parallelinfektionen nicht haltbar

Bereits am Mittwoch wurde bekannt, dass sich drei Wehrleute der betroffenen Löschgruppe infiziert hatten. Eine dieser Personen wusste nichts von ihrer Erkrankung und saß mit weiteren vier Kräften nach einem Einsatz in einem Fahrzeug. Die Kräfte wurden unverzüglich unter Quarantäne gestellt. Die Gemeinde führte daraufhin vorsichtshalber mit dem Gesundheitsamt am Mittwochmorgen auf dem Jahnsportplatz eine Reihentestung aller Mitglieder der Einheit durch.

Zwei weitere Feuerwehrleute wurden zudem einige Tage nach dem besagten Einsatz positiv getestet. Zunächst ging man aber von Parallelinfektionen aus, die nicht in Zusammenhang mit dem Einsatz stehen. Diese Theorie konnte am Donnerstag jedoch nicht mehr gehalten werden. „Die zwei Personen waren schon bei dem Einsatz ansteckend. Das hat unsere Ermittlung ergeben“, erklärt Gonzalez.

Neue Taktik bei der Schalksmühler Wehr

Nun müsse die Gemeinde eine andere Taktik fahren. Dazu stünde die Gemeinde sowie die Wehrleitung um Dirk Kersenbrock in Kontakt mit dem Gesundheitsamt. Kersenbrock hatte am Mittwoch erklärt, „die Feuerwehr kann ihren Dienst trotz der Vorfälle uneingeschränkt aufrecht erhalten“. Diese Aussage bleibe weiter bestehen, sagt Gonzalez. Im Notfall könnten auch die anderen Löschgruppen den Ausfall auffangen. Das ginge für ein paar Tage.

Je nach Einsatzart könnten die Betroffenen sogar unter besonderen Schutzvorkehrungen (FFP2-Masken und speziellen Hygienemaßnahmen) ihren Dienst absolvieren. Die Entscheidung ist ihnen überlassen. Bei einer Großeinsatzlage jedoch, bei der alle Kräfte gebraucht werden, bestehe Dienstpflicht, so Gonzalez.

Mittwoch, 21. Oktober, 13.50 Uhr: Helle Aufregung bei der Freiwilligen Feuerwehr Schalksmühle am Mittwochmorgen. In einer Blitzaktion mussten die Gemeinde und die Wehrleitung zusammen mit dem Gesundheitsamt des Märkischen Kreises eine Reihentestung auf dem Jahnsportplatz in Schalksmühle durchführen. Getestet wurden dabei alle Mitglieder einer Löschgruppe der Wehr. Welche genau das ist, dass wollten Silvia Gonzalez, Leiterin Fachbereich Öffentliche Ordnung, und Wehrleiter Dirk Kersenbrock aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht nennen.

Die Verantwortlichen betonen aber, dass es sich dabei um eine rein vorsorgliche Maßnahme gehandelt habe, da die Wehr eine sogenannte kritische Infrastruktur darstelle und man alle Eventualitäten ausschließen müsse.

Kontakt zu einer infizierten Person bei einem Einsatz

Die Gründe für dieses Vorgehen am Mittwoch bei der Feuerwehr: Es hatte sich zum einen herausgestellt, dass nach einem Einsatz vier Mitglieder der Löschgruppe zusammen mit einer Person, bei der später eine Corona-Erkrankung bekannt wurde, in einem Fahrzeug gesessen haben. Der oder die Erkrankte ist ebenfalls Mitglied der Wehr. Die Kräfte wurden unverzüglich unter Quarantäne gestellt.

Positiv auf Covid-19 wurden zudem bereits im Vorfeld zwei weitere Feuerwehrleute der gleichen Einheit getestet. „Wir gehen aber davon aus, dass es sich dabei um Parallelinfektionen handelt“, sagt Silvia Gonzalez. Man könne heutzutage nur noch schwer die Quelle der Ansteckung ausmachen. „Man kann nichts mehr ausschließen.“

Die Feuerwehr kann ihren Dienst trotz der Vorfälle uneingeschränkt aufrecht erhalten.

Wehrleiter Dirk Kersenbrock

Sorgen müssen sich die Schalksmühler nicht machen. „Die Feuerwehr kann ihren Dienst trotz der Vorfälle uneingeschränkt aufrecht erhalten“, betont Wehrleiter Dirk Kersenbrock. Aufgrund des besonderen Status der Wehr könnten, ähnlich wie die Angestellten in Krankehäusern, sogar die unter Quarantäne stehende Wehrleute zu einem Einsatz ausrücken, ergänzt Silvia Gonzalez. Natürlich unter besonderen Schutzmaßnahmen.

Testergebnisse am Donnerstag

„Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung.“ Die Personen könnten dabei, anders als bei einer Großeinsatzlage, bei der alle Kräfte gebraucht werden, selbst entscheiden, ob sie zum Dienst erscheinen möchten oder nicht.

Der Reihentest in den frühen Morgenstunden sei erfolgreich verlaufen, erklärt Silvia Gonzalez, die die Testergebnisse für Donnerstag erwartet. Die Fachbereichsleiterin hofft, dass sie negativ ausfallen und die Mitglieder der Schalksmühler Feuerwehr wieder zum Normalbetrieb übergehen können.

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